
der letzte Camper, der mich vor einiger Zeit nach Anaconda fahren wollte, hatte mich so richtig versetz. Der Camper von gestern Abend hielt sein Wort und gemeinsam fuhren wir 08:00 Uhr zurück in den Nationalpark. Auf der Strecke dahin hielten wir in Babb, um im letzten Café auf dem Trail nochmals ein deftiges Frühstück einzunehmen. Dazu luden wir den Camper ein und bedankten uns auf diese Art für seine Hilfe.

Da wir heute nur lächerliche 17 km bis zum nächsten Campground laufen mussten, rechte es ja aus , dass wir uns erst 09:00 Uhr auf den Trail bewegten.
Wir stiegen am Many Glacier Hotel ( 1489 m) aus ( die Normalroute war ja bis hierher gesperrt), um dann gemütlich auf den Ptarmigan Trail vorbei an dem Ptarmigan Wasserfällen


bis zum 2300 hohen Red Gap Pass zu steigen. Bis zu diesem Wasserfall spazierten unzählige Touristen, was ich nicht besonders als Highlight betrachtet, denn danach kam erst die spektakulärste Kracher des heutigen Tages. Nur, bis dahin bedurfte es eine größere Anstrengung und entsprechendes Equipment.

Meine Hoffnung, dass die Sonne dieses Traumland mit ihren warmgoldenen Strahlen womöglich noch den I-Tüpfelchen darauf setzt, erfüllte sich leider nicht. So blieb mir nichts weiter übrig, den trostlos anmutenden grauen Schleier der wie an dem höchsten Berg festgetackert erschien zu akzeptieren.

Auch der Ptarmigan See konnte seine Schönheit nicht ganz entfalten. Nun ging es bis zum Gipfel auf einem langgezogenen Serpentinenweg entlang. Die Baumgrenze hatten wir schon längst erreicht und die verbliebenen Schneefelder waren dem Wind und der Sonne widerstandslos ergeben. So konnte wir ohne Probleme rasch hinauf hetzen, Aber wir kamen nicht bis zum Gipfel, es gab überhaupt keinen Weg da hoch😲. Ich stand plötzlich total überrascht vor einem großen Loch, oder sollte ich lieber sagen einem Tunnel 😊.
Bis zum Gipfel war es sicherlich zu gefährlich, so dass sich die Planer des Trails für einen sicheren Tunnel zur anderen Seite entschlossen hatten. Und ich dachte immer, der Weg hieße Tunnelweg, weil er wahrscheinlich zwischen zwei hohen Bergen entlang führte. Mit einem richtigen Tunnel hatte ich nie gerechnet.

Das wird ja eine lustige Angelegenheit ☀️.
Als ich auf der anderen Seite des Tunnels wieder auftauchte, stand ich wie festgenagelt und es kam mir vor, als ob ich in eine andere Welt gebeamt wurde. Diese Seite war ja noch spektakulärer und einzigartiger und wenn jetzt noch die Sonne geschienen hätte, hättet ihr den Eindruck gewonnen, dass ich Einlass ins Paradies bekommen hätte. Vermutlich habe ich das ja auch verdient 😏.




Nachdem wir uns Beide an dieser paradiesischen Natur satt gesehen hatten ( was eigentlich unmöglich war) blödelten wir den in den Fels gehauenen Weg in Richtung Campground am Ende des Elizabeth Sees. Die fünf Kilometer fühlten sich eher wie 8 Kilometer an. Vielleicht weil wir ab nun nur noch Dummheiten im Kopf produzierten.


14:00 Uhr stoppten wir am Elizabeth See und suchten uns einen gemütlichen Platz für die Zelte. Das nette Gespräch mit einer Familie ( drei kleine Kinder ) die eine Zweitagestour machten, mussten wir leider schnell beenden, da es anfing zu regnen. Bis jetzt hatte das Wetter wunderbar gehalten, nun scheuchte es uns in die Zelte. Diesen Umstand nutzen wir zu einem ausgiebigen Nachmittagsschlaf. In einer abendlichen Regenpause holte ich meine letzten Essensreste heraus, um sie in Würde zu verspeisen. Morgen Abend werde ich wieder die Zivilisation mit meiner Anwesenheit beglücken.



Gegen 21:00 Uhr kam dann endlich mal die Sonne heraus.

Das Camp lag mittlerweile ruhig und fast lautlos im Schlaf, nur ich konnte noch nicht einschlafen und lief in meinen Gedanken versunken alleine am Ufer des Sees entlang. Der Abschied vom Trail konnte nicht schöner sein, da mir die Natur einen goldenen Abschiedsgruß schickte und so ihre Zuneigung über alle die von mir mit großem Respekt gelaufen Trails zeigte.

Dafür bin ich dankbar.
euer Truewood 🐻
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