Mein Liegeplatz war mal richtig zum Verweilen, aber ich nahm lieber davon Abstand, denn ich bin ja hier zum Laufen und nicht zum Faulenzen😊. Eigentlich bin ich nicht nur zum Laufen hier, vordergründig sehe ich ja meine Mission in der finanziellen Unterstützung der NCL Stiftung und das mit eurer Hilfe. Und ich kann es nicht oft genug betonen, dass ich sehr stolz auf eure großzügige mentale und finanzielle Unterstützung bin☀️🐻.
https://www.ncl-stiftung.de/helfen/engagement/spendenaktion/?cfd=le2nu

Schnell lief ich nochmals zurück zur Kuhtränke, um mich für den heutigen Tag mit ausreichend Wasser zu versorgen. Vom PCT und Appalachain Trail kenne ich es zwar etwas anders, da werden auf solchen Abschnitten Wasser, Getränke und schon mal Snacks hingestellt, aber auf diesem Trail vermisse ich diese Hilfe☹️. Nun konnte es mit dem Tag losgehen.

Die heutige Herausforderung lag gleich zu Beginn in Form des längsten und höchsten Anstiegs. Natürlich meisterte ich den souverän und wurde prompt mit einer super coolen Aussicht belohnt. Egal in welche Richtung ich auch schaute, die Unendlichkeit war nicht mal zu erahnen, oder vielleicht lag es an meinen müden kurzsichtigen Äugeln😊.
Nach dem gestrigen energieverlustreichen Tag war ich gespannt, was ich heute nochmals aus meinen wahnsinnig gestählten Körper heraus zaubern könnte 💪. Leider musste ich feststellen, dass ich bereits seit ca. vier Wochen immer frühmorgens Probleme in der linken Schulter habe, welche erst nach einigen Kilometern verschwinden. Ich vermute, der Trageriemen drückt zu stark darauf ☹️, oder bin ich doch überfordert ? Dafür freue ich mich über die Stabilität des linken Knies und Fußgelenks. Es scheint so, dass ich den Trail nicht als abgewracktes willenloses Wesen beenden werde. Mein Gefühl kann sich auch täuschen.
So einen richtigen Plan für heute hatte ich nicht. Ziel war es aber, soweit wie möglich an die Bundesstraße, welche nach Lincoln führte zu laufen um dort einen Resupply Tag einzulegen. Es ging ständig hoch und runter, der Wind blies mir kalt ins Gesicht, sogar Schneelinsen zeugten noch beharrlich vom langen Winter, aber behinderten mich nicht im geringsten. Bäume hatten in dieser Region kaum eine Chance auf ihre Daseinsberechtigung und ließen viel Weitsicht zu.
Ungewöhnliche war ein Zusammentreffen mit einem Radfahrer, der mir uneigennützig eine Flasche Wasser reichte und mich so vor dem sicheren Verdursten bewahrte😊. Aber es kam noch viel besser. Als ich vielversprechend den Stemple Pass erreichte, vermutete ich reichlich frisches Wasser, zumindest einige Galonen davon, aber nichts deutete darauf hin ☹️. Naja, da musste ich eben noch 19 km bis zum Flesher Pass durchhalten. Einige SOBO‘s sagten mir, dass dort in der Heikerbox Wasser deponiert wäre. Ich schultere meinen Rucksack um ihn 10 Meter weiter wieder abzusetzen. Rings um einen Pfahl standen 10 Büchsen Bier 😲.

Damit hatte ich nicht gerechnet 👍. Zwei davon waren im Bewusstsein, dass sie mir für die nächsten zwei Stunden die Sinne rauben würden schnell geleert, was mir in diesem Moment egal war und zwei weitere verschwanden in meinem Rucksack😊.
Zeitlich war ich sehr gut unterwegs, so dass ich den anvisierten Zeltplatz überlief und wieder nüchtern an der Bundesstraße ankam. Eigentlich hätte ich jetzt noch nach Lincoln hitschen können, verschob es lieber auf morgen früh und stellte stattdessen meine Villa in der Wildnis auf, kochte mir Tee und Suppe, trank noch gefühlt 5 Liter Wasser und freute mich über das heutige Ergebnis. Trotz der 1880 Höhenmeter, 50 km Strecke und 11 Stunden laufen ist Montana der schönste Abschnitt auf dem bisherigen Trail. Wenn ich von einem Genus spreche, ist es immer im Verhältnis zu Colorado zu sehen👍.



Der einsetzende Regen schaffte es auch nicht den heutigen Tag mir zu vermiesen. So konnte ich den Abend in tiefster Zufriedenheit genießen und die Fahrt nach Lincoln auf morgen früh verschieben.
Gute Nacht 🌙 eurer Truewood
Habe vergessen euch zu sagen, dass die Spendenapp extra für euch noch die ganze Nacht geöffnet ist 😊🐻💫
Danke euch für Alles
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