Das Frühstück beim deutschen Bäcker ließ sich mir auch heute nicht entgehen. Eigentlich sollte Serra mitkommen, sagt aber leider ab.

Danach war ein Kurzbesuch im Sportgeschäft vorgesehen, aber das machte erst 11:00 Uhr auf. So lange wollte ich nicht warten. Nach einer kurzen Lagebesprechung mit meinen engsten Vertrauten entließen wir uns endlich in die Freiheit.

Helena, mit ihrem alten Zentrum war eine der wenigen Plätze die mir gefallen haben, nicht nur wegen der gestrigen nachhallenden Veranstaltung. Normalerweise hitsche ich Sonntags nicht gern, da die Touris in ihren Sauberkarren ungern stinkenden Hiker mitnahmen. Lange dauerte es nicht, bis ich meine geschundenen Füße wieder auf den Trail setzen konnte. Das nächste Ziel, Lincoln lag nur etwas über 100 km entfernt und dafür hatte ich immer noch genügend Essen im Rucksack. Das einzige Problem wird in den nächsten drei Tagen die Wasserversorgung sein. Schlimmer als in der Wüste wird es wohl nicht kommen.

Heute war richtiges Superwetter und ich fühlte mich mental und körperlich sehr stabil. Da ich erst 10:30 Uhr auf den Trail kam, war meine Planung 20 -25 km zu schaffen. Irgendwie passte alles zusammen und es wurden 40 Kilometer 🐻☀️.
Der Weg und das Profil war direkt auf meine ( kräftige) Statur 😏zugeschnitten, so dass ich wahnsinnig schnell unterwegs war😊.

Das erste Mal seit der mexikanischen Grenze lief ich im kurzen T Shirt, was mir allerdings mächtigen Sonnenbrand bescherte. Aber egal, ich laufe ja mit den Beinen. Nach 10 fröhlichen Kilometern war es notwendig, alle verfügbaren Flaschen mit Wasser aufzufüllen. Das ich eventuell von einem Bären gefressen werde hatte ich ja einkalkuliert, aber verdursten wäre schon für mich hart😊.

Ich erfahre fast immer täglich eine kleine Überraschung bzw. Zufallsbegegnungen, die mich weiterbringen. So auch ein Camper, der mir Wasser und Essen mit auf den Weg gab.

Die Ankündigung vor Tagen, dass ich in den nächsten Tagen des öfteren SOBO Hike treffen werde, erfüllte sich heute. Für mich war das ein angenehmes beruhigendes Gefühl wieder Hiker zu treffen.

Mehrmals fiel der Name „Llama Ranch“, die ich unbedingt besuchen sollte. Es ist eine Art Trailangel wo es Essen, Trinken und Unterkunft gab. Da die Ranch nicht auf dem Trail lag, ließ ich mir den Weg von einem deutschen Hiker erklären und auch mehrfach von Anderen. Aber ich stellte mich zu blöd an um den Abzweig zu diesem Ort zu finden und blieb lieber auf dem Trail.


Was mich heute besonders freute, war die Weit.-und Rundumsicht auf die Wälder und Wiesen. Es wirkte auf mich wie eine kleine Sensation.

Der deutsche Hiker erzählte mir, dass ich doch nicht der Erste bin, sondern ein Italiener vor mir, mit 2-3 Tage Vorsprung. Mir war sofort klar wer gemeint war ( Iron) und sagte, dass ich ihn kenne, wir trafen uns am 30.05 in Colorado 👍. Das war mal eine gute Nachricht, denn als Erster bist du sicher in Erklärungsnot, wie, warum usw. hast du das so oder nicht so gemacht. Die Truppe ( alles junge Leute) mit dem deutschen Hiker setzte sich aus acht Personen ( männlich/ weiblich) zusammen, was einerseits positiv ist, aber auch einige Probleme mit sich bringt. Da ich alleine unterwegs bin, ist es auf dem Trail einfacher einen Hitsch, Wasser oder Essen zu bekommen. Das hat Vor,- und Nachteile. Ich wurde auch über den Abschnitt mit blowdowns, (übersetzt : Bäume würden auf dem Trail drei oder vierfach übereinander liegen und die Forstleute hätten Jahre noch zu tun, um diese Bäume zu beseitigen) informiert. Da muss ich diesen Abschnitt umlaufen beziehungsweise eine andere Lösung finden.

Bevor ich nach 9 Stunden rein Laufzeit den Zeltplatz erreichte, wartete bereits eine Kuhtränke mit superklaren und erfrischenden Wasser auf mich. Nach 40 km und 4400 kcal war der Tag sehr aufregend und faszinierend verlaufen. Nach dem Abendessen lauschte ich nach den verschiedenen Tiergeräuschen, um herauszufinden ob ich mir Sorgen machen müsste. Meine Ohren und Augen konnten nichts entscheidendes erkennen. Es wird eine ruhige Nacht.


Schlaft alle lieb, eure Truewood 🐻
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