Für heute hatte ich einen Stopp in der kleinen Stadt Elliston geplant, aber entschied mich doch lieber für die größere und vielfältiger Stadt Helena mit ihrem alten Stadtkern, Geschäften und Restaurants. Aber zuerst musste ich noch geschwind 30 km bis zum Highway laufen.
Nach dem gestrigen körperlichen Einbruch fühlte ich mich heute wesentlich besser, was ich bereits nach einigen straffen Laufkilometern spürte. Die paar herausfordernde Anstiege stellten wahrhaftig kein eklatantes Risiko dar und der Gedanke gegen Nachmittag an einem mit Pizza oder Burger gedeckten Tisch zu sitzen 🪑 verlieh mir noch zusätzlich Flügel 👍.

Einsam und alleine durchstreifte ich nun die Weiten der amerikanischen Wildnis und freute mich bereits auf mehr Hiker die mir von der kanadischen Grenze entgegen kommen würden. Ich noch 600 km 😊 und die noch 4000 km bis zum Ziel☹️. Für mich ein komfortabler Zustand.

Seit langer Zeit war der Himmel mal wieder blau und wolkenfrei, die Vögel trillerten vergnügt ihre Lieder und ich konnte mal Elk‘s in einer größeren Gruppe beobachten.

Den heutigen am anstrengendsten Anstieg hatte ich nach ca. 10 km erreicht, als eine zarte Stimme mich zu sich rief 😲. Verwundert hob ich meinen Kopf und erblickte Serra, die in ihrem Zelt saß und frühstückte. Mir war sofort klar, dass ist die Hikerin, die täglich „nur“ 16 Meilen läuft 😏. Fröhlich quatschte sie auf mich ein und konfrontierte mich sogleich mit einem vor uns liegenden schwierigen Abschnitt, den es galt zu überwinden. Überwinden war das richtige Wort. Dieser Weg sollte mit fürchterlichen „blowdowns“ überzogen sein. Das heißt, es versperrten unzählige durch Stürme und Schneelast umgefallene Bäume den Trail und machten ihn eigentlich unpassierbar. Bis dahin sind es aber noch 200 km und da beginnt auch das Grizzlybär Gebiet 😲. Tolle Aussichten. Sie wolle morgen für zwei Tage in Helena eine Pause machen, da es ein guter Hikerstopp wäre. Jetzt stand auch für mich fest, dass ich nach Helena fahre. Außerdem ist am Samstag ein Nationalfeiertag in den USA 🇺🇸, 250 Jahrestag. Da nun der Weg in der prallen Sonne, durch abgebrannten Wald

und über Wiesen verlief, füllte ich noch meine Wasserflaschen, um nicht auf den letzten 10 km zu verdursten 😊. Die Straßenränder waren mit Bärengras überzogen, aber Bären waren weit und breit nicht zu sehen.

Ich sah nun bereits in der Ferne den Highway und sparte mir die Mittagspause. Hier und da waren große Haufen mit alten Baumstämmen aufgestapelt, die dann wahrscheinlich durch Spezialmaschinen geschreddert und auf dem Waldboden verteilt wurden. Habe ich noch nie gesehen, aber ich fand das als gute Lösung für den Waldboden Bevor die umgefallen Bäume verrotten vergehen Jahrzehnte, so hilft das dem Waldboden schneller.

Ich hätte ja auch mal die älteren Hikerin (73 , Catdoog ), welche mir mit ihrem Hund entgegen kam fragen können, ob ich richtig mit meiner Vermutung lag. 14:00 Uhr stoppte bereits ein Auto und 30 Minuten später checkte ich für drei Tage im Hotel ein. Seit Wochen werde ich wieder mal in einem richtigen Bett schlafen 😊. Nun waren Körperpflege und Restaurantbesuche die ersten verpflichtenden Maßnahmen. Das ich heute alles richtig gemacht habe, ist doch jetzt nachvollziehbar 👍.



Gute Nacht
der müde Truewood 🐻
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