
Hatte ich überhaupt Lust zum Aufstehen? Komm Junge, noch ein paar Minütchen im Kuschelschlafsack und dann ist es aber auch genug. In der Nacht zogen in einer Höhe von 750 Metern 😏 zwei schwere Gewitter über meine Villa hinweg und schütteten hingegen relativ wenig Regen aus.

Trotzdem fühlten sich meine Klamotten feucht an. Da der weitere Weg über nasse Wiesen führte, war ich bis zu den Knien mehr als pitschnass. Das steigerte sich nochmals um ein Vielfaches als ich das Schneegebiet erreichte.
Der Wintersturm hatte vorübergehend bis zu 30 Zentimeter Neuschnee gebracht, welcher durch die Sonne und des vielen Regens total matschig wurde. Ein flüssiges Laufen war so nicht möglich. Nach vier Stunden, so gegen Mittag hatte ich den Abschnitt bereits wieder verlassen und konnte nun befreit aufatmen.

Das Geländeprofil verlief hoch und runter und zog mir spürbar viel Energie aus dem Körper. Der Himmel verdunkelte sich allmählich und kündigte schwere Gewitter an. Lange sah es so aus, als ob ich davon verschont bliebe. Auf dem Weg ins Tal stoppte ich nur kurzzeitig zur Wasseraufnahme um dann schnell weiter zu laufen. Ich rannte förmlich den Berg hinauf, aber die Wolken öffneten langsam ihre Pforten und pfenniggroße Hagelkörner prasselten auf mich hernieder. Gut das ich das Regencape in Sekundenschnelle überstreifen konnte. Der Weg war nun völlig mit diesen Kügelchen bedeckt und meine Blicke konzentrieren sich auf sichere Schritte. Ein Blick nach vorn oben ließen mich stutzig werden. Bin ich jetzt total irre, habe ich nun sogar eine Trailmacke🤔, oder bekommt mir die Einsamkeit nicht. Wieso steuerte ich auf einen mit Felsbrocken bedeckten Platz hin, wo ich doch schon vor 30 Minuten war und es ging bergab und nicht bergauf ? Was zum Teufel geht hier ab? Ich musste mich erst mal in Raum und Zeit sortieren, bis ich schnallte dass ich die letzte Wasserstelle wegen des drohenden Regens fluchtartig bergauf verlassen hatte. Aber sowas musste mir doch trotz App aufgefallen sein , oder? Ehrlich gesagt, hat mich das mehr als schockiert und ich schob es auf meine heutige schlechte Kondition. Gestern 52 km und heute steuerte ich bereits auf 42 km hin. Der Tag war ja mit viel Schnee, Hagel, Regen, Sonne und vielen Höhenmeter bestückt, da ist es kein Wunder, dass ich langsam eine Macke bekomme☹️.

Meine Gedanken klammerten sich nun bis zum Zeltplatz an diesen Vorfall. Schnell war meine Villa bezugsfertig und ich schlüpfte zum regenerieren hinein und ließ mich noch von der Sonne in ein Trauma versetzen. Zum Abendessen gab es einen Mix aus Suppe, Riegeln und Tortillas mit Nugat. Das sollte reichen, um morgen wieder klar zu denken.

Ein erschöpfter Truewood wünscht ein gute Nacht 🌙 🐻
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