Vom Slak-a-Meld Lake wollte ich heute so nah wie möglich an das Sula Campe herablaufen, so dass ich morgen nur noch ein paar Kilometer vor mir hätte. Genügend Essen für heute Abend und morgen Früh hatte ich aber noch. Da ich gestern Abend auf der Hälfte des Berges übernachtete, war der Weg biz zum ersten Gipfel nicht so anstrengend😊

Schnee und umgefallene Bäume behinderten mich kaum, aber bei den Abstiegen merkte ich schon seit Tagen die Belastung im linken Knie. Vor dem Trail dachte ich, es wäre klasse wenn mein Knie und Fußgelenk 3000 Kilometer durchhalten, dann bräuchte ich mich nur noch ca.1000 Kilometer unter Schmerzen zu bewegen. Gut das es nicht so eingetreten ist. Die Nacht reicht immer zur Erholung und Entspannung aus👍.

Der Trail entsprach langsam einer Achterbahn, so viel Auf und Ab bestimmten bis Mittag mein Bewegungsmuster. Der Rucksack war zwar jeden Tag leichter geworden, änderte leider nichts an meiner Geschwindigkeit. Eure Worte klangen unwiderstehlich in meinen Ohren, „pass auf dich auf“, „mach langsam“ usw. und ihr habt ja auch sowas von Recht. Ob ich nun 1/2 Stunde früher oder später am Ziel ankomme, ist doch bei der Strecke irrelevant.

Dann kam mir wieder mal die sexuelle Autofahrt in den Kopf. Ich hatte ja berichtet, dass er in mein T-Shirt griff. Wie geht das denn? Im folgenden Video seht ihr das berühmte T-Shirt, welches es ermöglichte💪
Fast zwei Stunden, bis ins Tal hinunter ging mir diese Fahrt nochmals durch den Kopf 😲. An der Old Cabin, ein sehr altes Holzhaus, traf ich auf Waldarbeiter und Forstbeamte, die mich mit Wasser und Essen unaufgefordert versorgten👍.


Die besprachen, wie sie diesen Ort wieder für uns Hiker gestalten könnten. Kurz danach verpasste ich den Abzweig zum Trail und musste einen sehr steilen Waldweg hinaufsteigen, der den Trail aber wieder kreuzte. Kurz vor dem Gipfel überholten mich die Waldarbeiter in ihrem Jeep ( Baujahr 1945) und ich sollte während der Fahrt hinten aufspringen. In artistischer Manier gelang es mir mühelos und genoss den frischen Fahrtwind. Nach einem kurzen Stop auf dem Gipfel, ging die rasante Fahrt in einem SUV, bis zum Big Hole Pass weiter. Hier trennen sich unser Weg.

Zum Weiterlaufen war es etwas zu spät und zum Hierbleiben zu früh🤔. Bevor ich meine Villa aufstellen wollte, suchte ich erstmal die Wasserquelle.

Als ich zurückkam, hielt ein Camper und ich erzählte ihm meine Geschichte😊. Vielleicht war es so beeindruckend, dass sie sich entschlossen, mich mit zum Highway nach Sula Camp mitzunehmen. Von hier aus waren es auf dem Trail nur noch 25 Kilometer, aber er musste ja auf dem Waldweg fahren und so benötigen wir fast eine Stunde bis zum Highway. Es war aber so kurzweilig, da die Beiden viel über mich wissen wollten. Schließlich fuhren sie mich bis zum Sula Camp und ich war überraschenderweise schon einen Tag eher hier. Natürlich freute ich mich darüber.

Gemeinsam klärten wir noch, dass ich meine Villa hier für zwei Nächte aufstellen darf und dann gab es eine herzliche Verabschiedung. Ich war zwar happy, aber auch gleichzeitig enttäuscht. Am Ort war bis auf zwei Tanksäulen und Campingplatz mit Minikiosk nichts😲. Das Restaurant und Minimarkt war vor einem Jahr geschlossen. Ich musste aber für den kommenden Abschnitt neuen Proviant einkaufen 🤔. Glücklicherweise bekam ich vom Campingplatzbesitzer Essen und Getränke, aber auch von Campern, welch extra für mich Sandwich zubereiteten und Bier bereitstellten.


21:00 Uhr kam ich dann zur verdienten Ruhe. Das war doch hinten heraus ein irre Tag☀️.
Gute Nacht .
Euer gleichfalls verrückter Truewood 🐻
Hinterlasse einen Kommentar