in der Nacht hörte ich einige Laute von einem Tier welche ich noch nie gehört hatte. Ich gehe davon aus, dass es vielleicht ein Elch gewesen sein könnte, der aus verschiedenen Richtungen sich bemerkbar machte. Irgendwann war dann mal Ruhe aber 4:30 Uhr fing er wieder an sich bemerkbar zu machen und ich hörte irgendetwas schnell stampfendes durch das Sumpfgebiet patschen. Ich vermute mal es war ein Elch gewesen.

Kurz nach fünf Uhr war somit die Nacht zu Ende und ich wartete noch bis mein Zelt etwas trocken war, um es einpacken zu können und zur Mittagspause werde ich dann wieder den Schlafsack zum trocknen aufhängen. Bis ich wieder auf den richtigen Trail stoßen würde, müsste ich noch einige Kilometer Umweg laufen. Beide Wege würden sich aber später wieder queren. Und alles nur wegen ein paar Tropfen Wasser ☹️. Nach nicht einmal 2 km ergab sich doch die Möglichkeit eher auf den Trail zurück zugehen. Das nutzte ich und es stellte sich als richtig heraus und sparte mir somit die Mehrkilometer.
Da das Geländeprofil mir entgegen kam, konnte ich nun in meinen normalen Tempo bergan laufen, aber ich hatte das gleiche Gefühl wie gestern, dass nichts besonderes auf dem Trail passiert. Ab und zu hörte ich Motorgeräusche, welche ich Motorsägen zuordnete. Die Bestätigung folgte später. Auf einem größeren Abschnitt war der Trail von umgestürzten Bäumen befreit worden und der Trail war wieder frei zugänglich. Ich lief durch kräftig grüne Wälder, aber auch durch vor Jahren abgebrannte Waldstücke.


Ohne menschliche Unterstützung wird es noch Jahre dauern, bis es hier wieder einen Wald geben wird. Auch die Tierwelt hat sich dadurch verändert. Außer Vögel und Insekten vermisste ich größere Tiere. Hier und da mal ein Elk, oder Eichhörnchen ansonsten Pusteblume ☹️. Zwei extreme Anstiege, die über eine längere Zeit nach oben führten und sich bei 3000 Höhenmeter einfanden meisterte ich bei bestem Sonnenschein souverän. Unterwegs darf ich auf zwei Waldarbeiter, deren Aufgabe war, die umgefallenen Bäume auf dem Trail einfach zu so zu sägen, dass du ohne Probleme laufen kannst. Sie fragten mich, ob schon auf meiner zurückliegenden Strecke die Bäume beseitigt worden sind. Ich deutete dann nur noch auf meine zerkratzten Schienbeine und wussten somit Bescheid. Sie gaben mir ohne zu zögern Wasser, Trailnahrumg und Riegel, die ich gerne annahm. Als ich die zwei Gipfel erreicht hatte ging es fast nur noch 15 Kilometer bergab. Aber immer wenn ich auf die Nordseite des Berges lief, lag noch erstaunlich viel Schnee. Am Anfang war das nur sporadisch und nach dem Gipfel hat es mich schon sehr an Colorado erinnert, nur das die Schneehaufen gut begehbar waren. Ich bin kaum eingebrochen, da der Schnee richtig fest war.

Der erste Abgang war allerdings auch nicht ganz einfach, ziemlich steil und relativ viel Schnee, aber hier und da war zu mindestens der Trail erkennbar, an dem ich mich orientieren konnte und als Dankeschön für die Mühe wurde ich mit viel reichlich klaren Bergwasser belohnt.



Nach 41 km fand ich einen sehr schönen Campingplatz direkt am Bach, der aber durch das viele Schmelzwasser schon ein Fluss geworden war. Hier ließ ich mich mal zeitiger nieder, so kurz nach fünf und nutze die Chance mich in meiner Villa lang zu machen und einfach vor mich hin zu dösen, bevor ich anfing mit Abendbrot und diverse andere Sachen zu erledigen.

Truewood wünscht euch einen wohlverdiente kalte Dusche.
Gute Nacht 🐻
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