Da der Schlafplatz etwas abschüssig war, rutschte ich immer wieder von der Matratze und von Schlafen war keine Rede☹️. Wenn ich gestern Abend noch zwei Kilometer weiter gelaufen wäre, hätte mich kühles fliesendes Wasser und ein ordentlicher Campground zum verweilen eingeladen. Aber ich weiß ja nicht, immer was vor mir liegt ☹️. Heute wollte ich bis zur Interstate 15 laufen und dann in die kleine Stadt Lima hitschen, um mein Proviant aufzufüllen. Die 40 km dürfte ich ja wohl schaffen 👍. Wenn ich weiß, dass ich eventuell am späten Nachmittag in eine Stadt komme und dann im Restaurant mein Bauch mit Burger vollstopfen kann, laufe ich automatisch schneller. Schon der Gedanke daran ist verführerisch. Aber bis dahin waren noch zwei harte Anstiege zu meistern.

Über meine Anfangsgeschwindigkeit war ich überrascht und ich mahnte mich zur Einhalt, denn dieses Tempo werde ich nicht durchhalten können. Das abschüssige Gelände zwang mich aber zu Zügellosigkeit 😏.

Das Resultat war wieder mal, dass ich auf den falschen Weg abbog und mich den Berg zurück hochquälen musste. Meistens zieht es 10 Minuten Ärger nach sich, aber dann ist es vergessen. Langsam näherte ich mich den heutigen Herausforderungen, von 2100 auf 2750 Meter und kurze Zeit später noch von 2300 auf 2600 Meter zu steigen. Beide zogen sich ewig in die Länge und Höhe hin.


Wenn ich oben stehe, freue ich mich aber trotzdem immer. Die letzten 15 km verliefen meistens bergab, in der Sonne und auf der Grenze zwischen Montana und Idaho.

Aus der Ferne sah ich vier Geländefahrzeuge, die eigentlich kein Mensch braucht, die in meine Richtung fuhren und langsam einen kleinen steilen Hügel hochfuhren, den ich hochkraxeln musste. Oben trafen wir uns, ich auf der Seite Montanas und die älteren Leute auf der Seite von Idaho. Uns trennte nur der Stacheldrahtzaun😲.

Über den Zaun kamen wir natürlich ins Gespräch, was ich mache usw. Die alten Herrschaften wollten es nicht glauben. Darauf hin beschenkten sie mich mit Obst, Riegel und Wasser. Später überholten sie mich nochmals und es gab Süßigkeiten und Bier. Als Belohnung durften sie mit mir Bilder machen 😊. Es war einfach freudiges Lachen und Erlebnis ☀️.


Die letzten 6 Meilen erinnerten mich mehr an die Wüste und ließen mich in der Sonne brutzelten. 16:00 Uhr erreichte ich die Interstate, welche beidseitig mit Stacheldraht abgeschirmt war und ist mit unserer Autobahn vergleichbar. Es fand sich ein Weg auf die Autobahn zu kommen, aber ob da ein Fahrzeug anhalten würde? Nach nur 30 Minuten hielt ein junger Mann mit guten Absichten und nahm mich bis Dillon, einer etwas größeren Stadt mit Universität mit. Bevor ich auf dem Campground für drei Nächte eincheckte, verlor ein großer Burger seine Daseinsbrechtigung in einem Magen. Anschließend gönnte ich mir eine Langzeitdusche, warf meine stinkenden Klamotten in die Waschmaschine und überfiel den Supermarkt. Drei tolle Tage liegen hinter mir und nun galt es mich für den nächsten Abschnitt vorzubereiten. Die 42 Kilometer und 1230 Höhenmeter bewältigte ich in 31961 Schritten. Bei geröteten Himmel hüpfte ich zufrieden in meine Villa.


Gute Nacht 🐻
Hinterlasse einen Kommentar