Geplant hatte ich nur eine Nacht in Jackson, nun sind es drei Nächte bei Scott geworden. Es war eine schöne intensive Zeit, die ich so nie planen und erleben hätte können. Das immer wieder diese Überraschungen die bis dato auf jedem Trail passieren und deshalb auch das Trailleben so einmalig machen. 06:00 Uhr stopfte ich meine Klamotten in Rucksack und noch mit fast vollem Mund starteten wir in Richtung Trail. Gestern Abend hatten wir noch die Münze geworfen, um den heutigen Traileinstig zu festzulegen. Ich wollte wesentlich weit vor der Grenze von Idaho wieder einsteigen und Scott eher etwas näher zu Grenz. Hing mit der Fahrstrecke zusammen. Die Münze fiel zu Scott‘s Gunsten aus. Ich denke, er hatte einen Plan im Kopf und wollte mir noch einige bewundernswerte Sachen zeigen, die ich so nicht erleben würde. Also ging es vom Teton NP in den Yellowstonen NP. Ziel war Old Faithful Village mit seinen vielen Geysire, wo der Trail auch direkt durchführte. Also ein idealer Einstieg für die nächsten Abenteuer. Meine Gedanken schwadronierten bereits in den letzten Tagen sehr intensiv um das Wesen „Grizzlybär“, den nun würde ich mich direkt im „Bärcountry“ befinden. Die Verhaltensregeln hatte ich bereits mehrfach verinnerlicht, aber kann ich das in der Realität auch umsetzen? 08:00 passierte wir den Eingang in den Yellowstone NP und wurden sogleich direkt mit einer Herde Büffel inclusive ihrer Babys konfrontiert. Der Boss führte sie direkt auf die Straße, einfach unbekümmert durch die mittlerweile haltenden Autos. Nichts ließ die braunen Kolosse von ihrem eingeschlagenen Weg abhalten. Anders gesagt, niemand traute sich sie daran zu hintern.
Die Nähe und die damit verbundene Faszination zu den Tieren ergriff mich bis in die letzte Haarspitze. Das es Wildtiere sind hatte ich dabei schnell vergessen und mahnte mich selbst an, dass ich lieber zurück ins Auto kehren sollte.

Die Zeit um mich wieder einzukriegen war relativ kurz, da bereits die nächsten Wunder auf mich warteten. Auf einem Seitenweg begleiteten wir einen Fluss, der sich einmal wild in die Tiefe stürzte und andermal langsam wie ein gezähmtes Pferd dahinfloss.



Am Horizont stiegen Rauchwolken auf und ich dachte schon an einen Waldbrand, aber schnell war mir klar, dass uns die Geysire von Faithful begrüßten. Einzigartig, wie hier auf natürliche Art und Weise heißes Wasser aus der Erde empor steigt und dann die Oberfläche in bizarren Farben überzieht.

Im Besuchercentrum wurde mir dann mitgeteilt, das der Trail ab hier noch auf Grund einer hydrothermalen Explosionen von 2024 gesperrt ist und ich müsste mir eine andere Alternative suchen. Ich war total irritiert und wollte es nicht wahrhaben, erinnerte mich allerdings, dass ich das in meiner App gelesen hatte und aber das für die Alternativroute galt. Ich war einfach zu früh hier☹️. Ende Juni ist er wieder offen. Ich war total bedient und sauer. Hier bleiben wollte ich auf Grund der hohen Hotelpreise aber auch nicht und beschlossen, dass mich Scott später nach Madeson auf eine Campground absetzen sollte. Vorerst schauten wir uns das Schauspiel eines Geysirs an, der sein Wasser bis in eine Höhe von 20 Metern schiessen ließ und die Massen am Besuchern in sein Bann zog.

Erstaunlich, wie das austretende heiße Wasser die Landschaft mit unterschiedlichen Farben decodiert.




Nach einem kleinen Lunch machten wir uns auf den Weg zum Campground. Hier checkte ich für zwei Nächte ein, um zu überlege, wie ich auf den Trail zurück komme.

Ich schaute mir die Umgebung an, stellte meine Villa auf und richtete das Abendessen an.

Der Tag war mit dem Erlebten überwältigend, aber genauso bescheiden.
Gute Nacht 🐻
euer deprimierter Truewood🐻
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