10.06 manchmal ist es sehr einfach

Die Trägheit hätte mich bald umarmt, wenn ich nicht heute Morgen abgehauen wäre. Zwar wollte ich nicht direkt auf den Trail zurück, aber es ist immer gut, wenn ich meinen Hintern bewege. Alles war gut verpackt und ich freute mich bereits auf das Frühstück in der Bakery😊. Dort saß ich nun und grübelte, wie der heutige Tag ablaufen würde, bekomme ich schnell einen Hitsch, bin ich frühen Nachmittag in Jackson, finde ich die Unterkunft und welches Abenteuer würde ich im Teton NP buchen? Aber bevor ich einen Hitsch bekomme, war es besser durch die ganze Stadt laufen. Außerdem wollte ich mir noch das Pioneer Museum anschauen, das auch am Ende lag. Hier wurden Dokumente und Gegenstände gezeigt, welche die Besiedlung und das Leben zeigten. Klein, aber fein.

Schulunterricht
Häuptlingsschmuck

Meine Standzeit für den Hitsch war sehr gering, aber genauso die Fahrt. Ich landete schnell in Fort Waschaki, ein Schoschonen Reservat, was nun nicht so erstrebenswert war, und saß für eine Stunde fest.

Schoschonen Reservat

Ausnahmsweise hielt dann doch mal eine Frau an, um sich um mich zu kümmern. Bis Dubois war nun der nächste Abschnitt gesichert und meine Befürchtungen hier im Reservat übernachten zu müssen zerschlug sich😊. Während der Fahrt erfuhr ich nun allerhand Dinge über sie und ihre Familie, zB. das sie 20 Pferde und Esel haben, welche im Sommer für Reittouren eingesetzt werden, das sie noch in einem Bauunternehmen arbeitet, ihre drei Kinder versorgt und es liebt hier in Wyoming zu leben. Interessant ist, das Leipzig mit 633000 Menschen mehr Einwohner hat als in Wyoming mit 588000 leben. Dubois selbst ist eine kleinere Stadt mit 1000 Einwohnern und einer guten Infrastruktur. Das Café, welches mir empfohlen wurde, war winzig und mit viel Hertz geführt worden. Von der Oma, bis zur Enkeltochter ( 10 Jahre 😊) halfen alle leidenschaftlich mit. Vollgefuttert verließ ich das Café und steuerte konsequent auf die nächste Ausstellung hin.

Der interessante Besuch dauerte nur 30 Minuten und nun weiß ich, dass es viele verschiedene Arten von Bighorn Schafen auf der Welt gibt.

Die richtige Herausforderung stand mir nun bevor, wer nimmt mich nun bis nach Jackson in den Teton NP mit? Immerhin waren es noch 150 Kilometer und es war bereits 14:30 Uhr. Scott aus Victor ( Idaho) zögerte keine Sekunde seinen Jeep anzuhalten. Vorn konnte ich nicht sitzen, da saß bereits Pfanni, sein Hund, hinten stapelte sich die Campingausrüstung, wo war da noch Platz für mich? Irgendwie schaffte ich es mich hineinzuquetschen. Es war ein Glücksgriff für mich, denn er führ direkt nach Jackson Hole und ich benötigte nicht noch einen Hitsch😊👍. Eine Tochter von ihm wohnt dort und er selbst in Victor, der nächste Stadt, aber schon in Idaho. Ich erzählte ihm mein Vorhaben, in Jackson zu übernachten und am anderen Tag eine Wildlifetour zu buchen und dann zurück auf den Trail zu gehen. Sofort bot er mir an, doch bei ihm zu übernachten und einige Touren gemeinsam zu unternehmen. Ich dachte, ich hörte nicht richtig. Wir kennen uns gerade mal fünf Minuten und gleich so ein Angebot 😲. Ich schlug es erstmal aus, da ich nicht wusste, wie ich dann per Fuß zurück nach Jackson, bzw. auf den Trail kommen würde. Er rief dann einige Leute an und organisierte irgendwie etwas, was ich aber nicht wusste. Allmählich näherten wir uns dem Teton NP mit seinen gewaltigen Bergen und Wildtieren.

geschafft

Zum ersten Mal erblickte ich eine Herde Büffel 🦬, die friedlich grasten und sich von den vielen schaulustigen Touristen nicht stören ließen. Ich war vom Anblick überwältigt und sprachlos.

das Realität

Wenig später trafen wir uns in Jackson kurz mit seiner Tochter und fuhren anschließend weiter zu ihm nach Hause.

Besser hätte ich es nicht treffen können. Er kümmerte sich um mich, als ob wir uns schon ewig kennen. Einfach verrückt ☀️. Seine Frau war einige Tage unterwegs, aber sein Haus füllte sich nach einiger Zeit mit drei jungen Leuten, wiederum Kinder von seinen Freunden , welche von einer Wanderung zurückkehrten. Ein gemeinsames Abendessen, Nudelgericht, beendete für mich dann den unbeschreiblichen fantastischen Tag und ich hüpfte in mein Bett 😊. Leider kann ich nicht so richtig beschreiben, was alles heute mit mir passierte, so eine Situation erlebt man nur einmal, da viele kleine Steine genau nur in dem konkreten Moment zusammenpassten. Ich muss das Ganze selbst verarbeiten und verstehen.

Gute Nacht euer 🐻

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