Meine liebe Anke hat mir geschrieben, dass heute Kindertag ist und ich mich auf dem Trail teilweise wie ein kleines Kind verhalten würde und mich deshalb auch zu diesem Anlass beglückwünschte. Ganz schön frech. Langsam kommt nicht nur die Energie für die nächsten Wochen zurück, sondern auch momentan die Faulheit nicht aktiv sein zu müssen. Erst wollte ich in der Stadt edel Frühstücken und danach mich wieder auf die faule und schrumpelige Haut legen, aber ich fuhr dann doch bis zum Supermarkt durch. In der Regel positionieren sich Mc Donald und Co um diese Einkaufstempel herum, hier war aber nichts. Also kaufte ich mir einen gebratenen Broiler ( Ost- Deutsch😊) und stopfte ihn wie Max und Moritz in meinen Bauch hinein. Mit einem Schluck Kaffee rutschte es ohne Widerstand hinab in dunkle Kanäle.

Wenig später kamen noch 2 leckere Pankaces darauf und der Vormittag war erledigt. Den restlichen Tag verbrachte ich am Fluss auf meiner Schlafmatratze👍 und der Vorbereitung auf den Trailabschnitt „Wyoming“, der mit 820 km veranschlagt ist. Er wird von der physischen Seite nicht so brutal wie Colorado sein, aber von seitens der Tierwelt interessanter und auch knuffiger. Auf eine Begegnung mit“das Knuffige“ kann ich allerdings verzichten. Morgen früh verschwinde Ich geräuschlos 😊
Gute Nacht euer Truewood🐻
02.06 letzter Pausentag in Rawlins/ Wyoming
Das Zeichen vom Trail ist nicht zu übersehen.

Der Tag ist eigentlich nicht erwähnenswert, da es sich nur um einen Ortswechsel per Hitsch handelte und was soll da schon passieren?

Das interessanteste dabei sind immer die Leute, welche mich mitnehmen. Mit den einen kannst du dich kaum unterhalten, da sie auch kaum englisch sprechen können und von den anderen erfährst du wiederum eine Menge Informationen über Land und Leute. Wie immer stellte ich mich ordentlich und gesittet an die Straße um die Aufmerksamkeit der Fahrer auf mich zu lenken. Leider muss ich feststellen, dass sehr wenige Frauen wegen mir anhalten, bzw. mich mitnehmen. Das Verhältnis ist ca. 1 von 10 ☹️. Aber welche weibliche Person nimmt schon einen „Lump“😏mit. So lange musst ich auf den ersten Hitsch nicht warten. Ein sehr sportlicher Typ ( Mountainbike Fahrer und weltweit in der IT Branche tätig), nahm mich bis Craig mit und wir unterhielten uns natürlich über Sport 👍. In Craig frühstückte ich recht gut und war hoffnungsvoll in Kürze einen Hitsch bis Rawlins zu bekommen. Hier hatte ich mich aber sehr getäuscht. Erst nach zwei Stunden stoppte ein Wagen, der mich 3 km bis zur nächsten Kreuzung fuhr. Insofern war das nicht so schlimm, da von einer anderen Strecke Autos auch auf diese Bundesstraße wechselten und meine Chancen dadurch stiegen. Hier musste ich über eine 1/2 Stunde in der prallen Sonne stehen, bis Pavel stoppte. Er ist Bulgare, Mitte 40, lebt seit 20 Jahren in der USA und betreut die Supermarkt Kette „City Market“. Die nächsten zwei Stunden( solange dauerte die Fahrt) unterhielten wir uns über Gott und die Welt. Wir durchfuhren ewig lange Wüstenlandschaft in der rege Gas und Öl gefördert wird. Auch die Tierwelt ist reichhaltiger unterwegs als in den letzten beiden Bundesstaaten, Springböcke konnte ich bereits sehen, von Bären, Wölfen und Pumas war aber nichts zu sehen. 14:30 Uhr kam ich auf dem KOA Campground an, stellte meinen Rucksack ab und fuhr mit Pavel in den Supermarkt. Noch ein kurzes Intermezzo bei Mc Donald und dann ging es 45 Minuten zurück zum Campground. Checkte ein, stellte meine Villa auf und beschloss morgen früh wieder auf den richtigen abenteuerlichen Trail, welcher direkt am Campground entlang geht zu gehen. Das bedeutete, ich musste nochmals in den Supermarkt hin und zurück laufen, da ich noch nicht genügend Proviant für die nächsten 200 km eingekauft hatte.

21:30 Uhr war auch der Tag ohne Besonderheiten abgelaufen. Obwohl ich in den letzten Tagen nur belangloses Zeug in meinem Blog geschrieben habe, freut es mich sehr, dass das Spendenkonto trotzdem langsam wächst. Deshalb danke ich euch für eure vertrauensvolle Unterstützung und ihr könnt gewiss sein, das die Eltern der betroffenen Kinder, mit denen ich in regelmäßigen Kontakt stehe, sich auch riesig über eure Unterstützung freuen und hoffnungsvoll in die Zukunft blicken. Jeder Betrag, sollte er auch noch so klein sein, unterstützt die Entwicklung von geeigneten Mitteln und Methoden, um diese Krankheit in den Griff zu bekommen. Für mich ist es mittlerweile eine Herzensangelegenheit geworden, die NCL Stiftung und damit in erster Linie die betroffenen Kinder zu unterstützen. Natürlich möchte ich wahnsinnig gern den Trail erfolgreich beenden und damit zu den kleinen Kreis der Trible Hikern, die den PCT( Pazifik Crest Trail ) den AT ( Appalachian Trail) und den CDT( Continental Divide Trail) gelaufen sind gehören.
Danke und gute Nacht euer Truewood🐻
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