Der Hausmeister wunderte sich, wer da vor der Tür lag😲. Lies uns aber ohne Worte ins Center zum frühstücken hinein. Nachdem sich Iron wieder auf den Trail begab, stellte ich meine Villa auf, da ich ja noch die Nacht hier verbringen wollte und nicht wieder von der Polizei rausgeworfen werden wollte. Endlich konnte ich mich mal seit Tagen um mich und meine Klamotten kümmern. Die Klamotten landeten im Waschsalon und mein Bart überlebte den Tag auch nicht😊. Der junge hübsche Kerl, der mich nun aus dem Spiegel verschmitzt anblinzelte schien mit mir zufrieden zu sein. Aber wusste dieser Schönling überhaupt, was in den letzten Tagen mental in mir ablief ? Gestern Abend zum Beispiel hatte ich für mich eine tiefgreifende und wahre Erkenntnis gewonnen, welche mein weiteres Vorgehen auf dem Trail beeinflussen könnte. Ich schaute mir die Beine vom Iron ( italienischer Hiker ) und meine an ! Wir hatten möglicherweise seit der mexikanischen Grenze genauso viele Kilometer in den Beinen, aber ich erkannte im Gegensatz zu meinen bei ihm ( 32 Jahre) keinen sichtbaren Abbau der Muskelstur. Alles noch straff und die einzelnen Muskeln waren deutlich erkennbar😲. Und bei mir: außer zwei Muskeln, die ich unbedingt für das Stehen und die Fortbewegung benötige, war nur haufenweise schlaffe Haut zu erkennen☹️. Jetzt musste ich mir eingestehen, dass ich fast 68 Jahre jung bin und in Wirklichkeit bereits ein „älteren Menschen“ verkörpere ☹️. Es ist für mich nicht mehr möglich, die verbrannte Energie so schnell zu kompensieren wie die jungen Hiker und ich schleppe und ziehe doppelt so viele Klamotten an um nicht so zu frieren, da hüpft die junge Generation immer noch im T-Shirt draußen herum. Deshalb kann ich nicht mehr so leichtfüßig in den schwierigen Passagen, wie Bergauf und vielleicht sogar noch mit Schnee unterwegs sein. Da gleich ich eher einer 70 jährigen Dampflok die unter Hochdruck steht und danach zwei Tage zum ausruhen benötigt. Ich möchte damit sagen, dass mein Kopf immer meint, ja alles kein Problem das bekommen wir schon hin und er vergisst dabei, dass mein restlicher Körper überhaupt nicht mehr in der Lage ist diese täglichen Herausforderungen zu bewältigen. Diese Diskrepanz zwischen Kopf und Körper muss ich endlich mal akzeptieren, sonst überfordere ich mich selbst. Jetzt habe ich aber genug rumgeheult. Ein Restaurant hatte ein Deal mit dem Visiter Center ausgehandelt, jeder Hiker bezahlt für einen Burger 🍔 und ein Eis nur 10 $. Und das löste ich auch ein.


Danach war Mittagsschlaf angesagt. Späten Nachmittag stürzte ich mich auf leckeren Kuchen und Kaffee und besiegelte die gute Laune mit einem Glas Sangria.

Ups, was war denn da passiert ? Ich wollte mal meinen Frust loswerden und meinen gefassten Plan zu ratifizieren. Morgen Früh werde ich in Ruhe frühstücken und danach einen Hitsch nach Steamboat Springs versuchen. Am Abend wollte ich mal euch ungefähr zeigen, wo ich mich auf dem Trail befinde. Sieht nicht so schlecht aus, aber abwarten 👍.

Dann verkroch ich mich einsam in meine Villa ☹️.
31.05 Hitsch nach Steamboat Springs

08:00 Uhr nahm mich der Hausmeister mit ins Kaffee um das leckerste Frühstück auf dem Trail zu vernaschen.

Die Klamotten verpackte ich noch und eine Stunde später war ich bereit, bei irgendjemanden einzusteigen. Manchmal bekomme ich ja auch am Ende einer Fahrt 200 $ geschenkt 😊. Die Fahrt teilten sich 3 Fahrer. Der Erste ( Anlageberater weltweit) nahm mich bis Gramby mit, der nächste ( Bautyp) bis Kremmling, ich musste nur ein paar Minuten warten, aber bis einer mich nach Steamboat Springs mitnahm, verging über eine Stunde. Ein junger Mann aus Nicaragua hatte dann doch Mitleid und ließ mich in seine alte Kiste einsteigen. Es war eine lustige Fahrt. Er sprach und sang nur spanisch, trank sein Bierchen und zog mal an dem Kolben 🤔. Ich sollte auch mal probieren, oh nein ☹️.
13:30 war ich bereits am Ziel. Der Zeltplatz liegt zwar am Ende der preisintensiven Stadt, aber aller 15:00 Minuten fährt ein kostenloser Bus durch die ganze Stadt. Soviel positiven Trubel wie in dieser Stadt habe ich auch noch nicht erlebt. Ich verhandelte noch positiv über die hörenden Stellgebühren für meine kleine Minivilla und fuhr in die Stadt zurück, besuchte einige Lokäschen, darunter ein Mexikaner und aß chicken wings, die waren so scharf gewürzt, das es mir Tränen aus den Augen drückte. Da musste ich mich dann doch mal beim Chef beschweren.

Anschließend kaufte ich mir etwas Sicherheit ein. Das Bärenspray hoffe ich nicht einsetzen zu müssen. Jetzt hatte keine Lust mehr und wollte nur noch in meine Villa zurück.

Vielleicht bleibe ich da noch bis zum 07 Juni um daran teilzunehmen.

Oder das Fliegenfischen zu lernen

Ihr müsst ja bald Aufstehen und ich habe noch die ganze Nacht vor mir, juhu 🍾
Schlaft gut und die besten Wünsche von Truewood 🐻
Hinterlasse einen Kommentar