langsam pellten wir uns aus unseren Schlafsäcken, um die Nacht zu beenden und das Abenteuer „Yosemite NP“ zu starten. Wir steckten den ganzen Kram einfach ins Auto und führen schnurstracks zur Tankstelle, bzw. Restaurant. Schnell noch einiges an Proviant eingekauft und der erste Tag konnte beginnen. Auf dem Plan stand, auf einem geröllübersäten und teilweise noch schneebedeckten Berg 3964 m, den Mt. Dana zu besteigen KI und dann die tolle Aussicht zu genießen ☀️. Die Fahrt zum Eingang des National Parks war nicht unbedingt mit aufregender Natur bestückt und ich dachte, naja deshalb 1700 km zu fahren ist bisschen übertrieben. Das sollte sich in den nächsten Tagen wohl ändern. Vom Eingang aus konnten wir direkt auf dem steil nach oben führenden Weg zur Bergspitze losgehen. Nicht wie auf dem Trail, mussten wir nicht alles, sondern nur notwendige Sachen und Proviant mitschleppen. Das Überwinden der Schneefelder waren noch kein großes Thema, da diese überfroren waren. Die Überwindung der Geröllfelder war hingegen kräftezehrend. Nach 600 Höhenmeter meldete sich mein Magen zur Abwechslung mal wieder und ließ meinen Willen da hoch zu krabbeln auf ein Minimum fallen. Ich war bereit umzukehren und teilte es Loïc mit. Er war davon nicht begeistert, war es doch für ihn das erste Mal auf so einem hohen Berg zu steigen. Ich entschied mich für den weiteren Aufstieg. Es waren ja nur noch 400 Höhenmeter ☹️.

Komischerweise lief es ab da an bei mir besser und wir quälten uns gemeinsam noch oben. Nach 2 1/2 Stunden standen wir Zwei, ein alter deutscher und ein junger französischer Hiker oben auf dem Gipfel und fielen vor Freude uns in die Arme. Das war so herzlich und mit einer Genugtuung verbunden, dass das Lächeln aus unseren Gesichtern nicht weichen wollte. Bevor wir den Abstieg antraten, ließ uns das ausgezeichnete Wetter noch einige Zeit da oben verweilen, um den famosen Ausblick zu genießen.

Der Abstieg dauerte auf Grund des Schwierigkeitsgrades genauso lange wie der Aufstieg. Bei dem instabilen Schotter und kleinen Felsbrocken musste jeder Schritt vorgetastet werden. Die Schneefelder hingegen ließen sich mit den nun angelegten Mikrospikes gut bewältigen. Wenn es zu steil wurde, bedienten wir uns einfach der Po-Rutsche😊, dabei hatte Loïc am meisten Spaß, da er das zum ersten Mal machte.
Nach zwei Stunde waren wir ohne Blessuren zurück. Meine Oberschenkel fühlten sich wie Pudding an und der Magen applaudiert über meine Frechheit seine Übelkeit einfach übergangen zu haben ☹️. Meine Lust, woanders weiter zu wandern hielt sich in Grenzen. Den Nachmittag verbrachten wir mehr mit Fahren, an schönen Aussichtspunkten anzuhalten, Fotos schiessen und weiterfahren, so ungefähr 50 mal. Auf alle Fälle erhielten wir einen ersten Überblick über die unglaublich zufällige Zusammensetzung der Natur. Irgendwie passte auf dem ersten Blick nichts zusammen und doch ergab sich in Gänze ein unglaublich abgestimmtes Gefüge. Wir bestaunen von verschiedenen Seiten und Ebenen den weltbekannten Half Dom und den El Capitan.


Eigentlich war für mich das Ein.-u. Aussteigen aus dem Auto das größte Problem. Unterwegs konnten wir auch bereits die ersten Kletterkünstler beobachten, die sich überall an den steilen Granitfelsen festkrallten um nicht in die Tiefe zu fallen.

Gegen 16:00 suchten wir mit großer Schwierigkeit einen Zeltplatz. auf. Viel Campingplätze waren allerdings noch nicht geöffnet, erst zum Wochenende hin ☹️. Einer gewährte uns Zutritt 👍. Wir bauten in Ruhe unserer Zelte auf und aßen die Reste unseres Proviants. Nun merkten wir auch die Strapazen der Herfahrt und des heutigen Besteigens des Mt. Dana. 19:00 Uhr verschwanden wir erschöpft in unseren Zelten.

Eigentlich wollte ich noch Block schreiben, aber dazu fehlte mir der Wille. Es war besser die Augen zuzumachen. Mit dem Tag und dem vielen unerwartet auf mich einwirkenden Momenten fiel ich zufrieden in den Schlaf.
Gute Nacht 🐻

Hinterlasse einen Kommentar