16.05 so was ähnliches wie Entspannung

Obwohl ich in sehr dünner Luft ( nicht zu verwechseln mit gesiebter Luft) geschlafen habe, mangelte es mir nicht an ausreichend Sauerstoff. Der Wind hielt sich mit seiner kraftvollen Puste über die flache kahle Hochebene dezent zurück und die Temperatur fiel nicht ins bodenlose. Als Sonntagskind habe ich manchmal bisschen Glück 🍀. Trotzdem stand ich heute etwas mürrisch auf, da mit Sicherheit wieder der Schnee an meinen Füßen kleben würde.

der Tag beginnt

Wenn ich aber jetzt herum träumen. wäre das heutige Ziel nicht annähernd realisierbar☹️. Auf alle Fälle wollte ich diese herrliche Winterlandschaft mit seinen anmutenden Bildern so schnell als möglich hinter mich bringen. Das war reine Tyrannei und Schikane am Sonntagskind 😲.

Guten Morgen

Noch einen kleinen Anstieg auf 3800 Meter und der schwerste Teil der heutigen Arbeit war unentgeltlich vollbracht. Es öffnete sich nochmals eine neue Hochebene die ich problemorientiert überwand. Die offizielle Route war immer rot unterlegt, blau und grün waren hingegen Alternativ- Routen und durchaus interessanter als die Hauptroute, siehe auch River Crossing im Gila Tal. Nach 90 Minuten bog ich auf eine grüne Route ab, welch mehr einem breiten befestigten Waldweg entsprach.

bisschen Farbe kann die Natur vertragen

Nach 2 km stellte ich fast mit geschlossenen Augen fest, dass ich in die falsche Richtung gelaufen war☹️. Was für ein Drama löste das in mir aus, reines Entsetzen hüpfte aus meinem Gesicht, wie blöd war ich denn? Wie oft hab ich mir gesagt, schau öfters auf die Trail App 👍, kann nicht schaden. Ich wechselte von der der grünen auf die blaue Route und nahm an Fahrt auf. Von den drei schweren Tagen war nicht so viel hängen geblieben.

Idyllisch

Bis nach South Fork waren es nun noch gut 40 Kilometer die ich absolvieren musste und wenn es nicht klappen sollte, würde ich nochmals für die eine Nacht meine Villa auspacken. Der Überraschungseffekt lag auf meiner Seite, da es bis zu dieser Stadt nur noch bergab ging ( von 3800 auf 25000 Meter. Bis jetzt hatte ich vier Tage lang keinen menschlichen, als auch tierischen Kontakt ( ausser Vögel), was sich jetzt ändern sollte. Ein hilfsbereiter Ranger hielt und bot mir Wasser und Snacks an. Ich fragte. wann er zurückfahren würde und ob er mich mitnehmen würde. Durfte er aber nicht. Meiner Stimmung macht es nicht viel aus. Es lief ja bis dato angenehm rund und als ich mir nochmals die Strecke anschaute, erkannte ich, dass die Bundesstraße nur noch 7 Kilometer entfernt lag und den Rest per Hitsch realisieren werden könnte😊.

es funktioniert noch allerhand

Nun freute ich mich mit großem Appetit auf South Fork und die Anspannung der letzten Tage wich einem sorglos Glücksgefühl. Mehrere Autos waren nicht bereit so einen gut aussehenden Mann ( oder doch eher Lump ) mitzunehmen. Doch ein Autofahrer erbarmte sich meines. Er hielt an und seine Frau, Freundin oder Geliebte machte sofort Platz für mich und ich hatte meinen Hitsch. Die Fahrt war sehr angenehm, da er mich einiges über die drei Trails befragte. Wegen meiner Stimme entschuldige ich mich mit der üblichen Erklärung. Schneller als heute Morgen geträumt, stand ich mit beiden Beinen in South Fork. Mit größter Wahrscheinlichkeit rief mein Aussehen, Gestank, Haare, Stimme und auch das Fehlen von Zähnen bei der schüchternen Dame großes Mitleid hervor. Sie fragte mich, ob ich genügend Geld hätte, sie würde mir gern was geben und wühlte sofort in ihre Handtasche. Ich erwiderte, dass ich noch einiges hätte, drückt mir aber schnell zwei Scheine in die Hand und wollte als Dankeschön von mir gefühlvoll gedrückt werden. In der Beziehung übe ich ja auch bereits seit einen Monat Abstinenz😏. Sie fuhren weiter und ich dachte, jetzt bin ich um 20 Dollar reicher. Sie gab mir einfach so 200 Dollar in die Hand 👀. Ich konnte es nicht glauben, einfach so, ohne Gegenleistung oder Gewaltandrohung. Ich bin doch ein Sonntagkind💫. Nun konnte ich das Essen beim Mexikaner bezahlen 😊, suchte mit eine Unterkunft( war fast alles ausgebucht) duschte ausgiebig und pflegte meinen Lumpenkörper. Am Abend verdrückte ich noch eine leckere Pizza und nahm meine verdiente Nachtruhe ein. Ein komischer Tat, kann man sich nicht ausdenken. Nach 42 km begann die Faulenzerei.

Gute Nacht euer Truewood🐻

Hinterlasse einen Kommentar