Heute wollte ich in den Bundesstaat Colorado wechseln, dass ist dort, wo die vielen Gummibärchen leben und die möchte ich gern mal treffen 😏. 7:00 Uhr frühstückte ich bei meinem Lieblingsbäcker, hatte er doch mit seinem leckeren Blueberry Taschen großen Anteil am meinem Wohlbefinden und trank genüsslich Kaffee um mich dann langsam zu verabschiedet.

Bis zum Traileinstieg, den Gumbres Pass, waren es noch einige Kilometer zu fahren, deshalb versuchte ich schnell einen Hitsch zu bekommen. Ich muss auch nicht lange warten und ein junge Mann, der in dieser Richtung unterwegs war, ließ mich ruckzuck einsteigen. Wir quatschen ewig und kreuzten den Kumbers Pass und gleichzeitig die historische Eisenbahnstrecke und niemand von uns reagierte, also quatschten wir in Ruhe weiter. Irgendwann schaute ich doch mal auf die App und stellte fest, dass wir viel zu weit gefahren waren. Ich entschuldigte mich , dass ich nicht eher reagiert hatte, aber er sagte nur, wäre kein Problem. Er war sehr gefasst und wir fuhren gemeinsam dann wieder 20 Minuten zum Kumbres Pass zurück. Das Wetter war heute hervorragend, zumindest zu Beginn. Ich startete einem schönen Anstieg mit freier Sicht auf die Umgebung und trug mich in Trailbuch ein.

Da ich erst 10:00 Uhr auf dem CDT stand, hatte ich mir halt vorgenommen, dass ich eventuell 20 – 25 km laufen könnte. Die Magenprobleme spürte ich nur noch unterschwellig. Nach 4 Stunden hatte ich bereits 16 km und rechnete mir aus, dass ich durchaus noch doppelt so viel laufen könnte.

Der Unterschied zu New Mexiko war bereits auf den ersten Kilometern zu erkennen.

Plötzlich trat zu diesem Zeitpunkt was unerwartetes ein. Immer mehr Schneeinseln tauchten neben dem Weg auf, welche ich überqueren musste. Je höher ich kam, umso mehr Schneeinseln versperrten mir den reibungslosen Zugang und ich hatte große Mühe zu navigieren, da nun alles unterm Schnee lag.

Dazu kam auch, dass die Sonne den Schnee ziemlich aufgeweicht hatte und meine neuen Latschen vor Nässe nur so trieften und richtig eingeweiht wurden. Langsam stieg ich auf eine Höhe von 3600 m ( höchster Punkt bis dato) und der Himmel trübte sich ein.
Nun gönnte ich mir eine kurze Pause und freute mich schon auf den Abgang ins Tal. Leider war dieser Abgang so schwierig und so kompliziert, umgestürzte Bäume versperrten oft den komplett schneebedeckten Weg. Der Unmut stieg rasant in mir. Mit diesem frühen Chaos hatte ich noch nicht gerechnet ☹️. Ich konnte mich an nichts orientieren, kein Wegweiser oder mal ein Stückchen Trailspur zeigten mir nicht mal ansatzweise wie der Verlauf sein könnte. Irgendwann war für heute endgültig Schluss. hatte keine Power mehr, denn nach der Magengeschichte wollte ich das nicht alles aufs Spiel setzen, aber auch mal testen wie weit ich überhaupt in der Lage bin, ein ordentlichen Trailtag hinzulegen. Ich merkte auch, dass durch das Überqueren von diesen Schneeinseln schon ganz schön viel Kraft notwendig war und freute mich auf ein ordentlichen Zeltplatz und auf das Abendbrot. Unterm Strich war ich halb zufrieden aber die andere Hälfte war dem Schnee zum Opfer gefallen. Noch ein Problem tauchte auf. Ich konnte nur zwei Spuren im Schnee sehen, d.h. vor mir sind relativ wenige Hiker über den Schnee gelaufen, welche eine breitere feste Spur hinterlassen hätte können. So war es zwangsläufig, dass ich öfters mal bis zur Hüfte eingebrochen bin und mich herausarbeiten musste, was natürlich viel Kraft kostete. Nach 27 km baute ich an einem kleinen See ( zugefroren) meine kleine Villa auf und versuchte trotz starken Windes mein Gaskocher in Gang zu setzen.

Für die letzten 6 km benötigte ich 4 Stunden ☹️. So wird das auf Dauer nichts 😲
Gute Nacht, euer Truewood 🐻
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