Hatte ich doch nach meinem ausgiebigen Abendessen den Weg für heute inspiziert und mit großen „Puh“ feststellen müssen, dass mir einen Berechnungsfehler unterlaufen war. Bis zur Ranch ist es viel weiter. Realistisch sind
54 km und das wäre für heute schon eine Hausnummer. Die Suppe war schnell fertig und frohen Mutes tapste ich den Berg runter. Es fühlte sich gut an 👍. Unterwegs begegneten mir mehrere Elks als je zuvor. Als sie mich registrierten, flüchteten sie ins Unterholz und machten mir den Weg frei.

Ständig ärgerte ich mich meinen Rechenfehler, was mir leider nicht wirklich weiterhalf. An einem kleinen Bach stieß ich auf zwei Wochenendhiker, die mit ihren Hunter unterwegs waren, schlürfte mein frisches kühles Wasser, bisschen Smalltalk und weiter ging die Reise. Bergab hatte ich die Energieverluste der letzten Tage noch nicht so empfunden, aber nun, wo es hoch und runter ging spürte ich es. Halte ich das heute durch, oder schiebe ich noch eine Nacht im Zelt dazwischen? Nach 18 km erreichte ich eine Bundesstraße, welche mit großem Umweg zur Ghost Ranch, bzw. nach Chama führte. Ich entschied mich für einen Hitsch, nur das keiner anhielt☹️. Am Traileinstieg stand zwar ein Auto, aber keiner war zu sehen. Gerade als ich den Rucksack schulterte kam der Mann aus dem Wald und ich fragte ihn, ob er zufällig zur Ranch fahren würde. Ja, in die Richtung schon, aber davor in eine andere Richtung. Das überzeugte mich und führen los👍. Er wohne in Colorado und war früher Englischlehrer 😊 und erzählte mir, dass in New Mexiko die meisten Indio Reservate existieren, 228 an der Zahl. Die leben von der Tierhaltung ( Ziegen , Schafe und Kühe) und hätten aber mit der Wasserversorgung großen Probleme. Das Gebiet ähnelte auch dem der vielen Canyon vor ein paar Tagen. An einem großen See (Heron Lake) welcher von drei Flüssen gespeist wird, stieg ich aus und wartete auf den nächsten Hitsch.

Ein älteres Ehepaar nahm mich dann bis zur Einfahrt zur Ranch mit und ich zog es lieber vor nicht die 3 km bis zum Hauptgebäude zu laufen.

Mittlerweile wollte ich nur noch versuchen nach Chama zu gelangen um mich in ein Hotel einzuchecken und zu erholen. Ein Mitarbeiter nahm mich dann ein weiteres Stück mit und dort stand ich eine Stunde herum. Die Sonne knallte kräftig auf die Straße und das wirkte sich auf mich sehr unangenehm aus. Obwohl reger Verkehr herrschte, ließen die mich einfach in der prallen Sonne stehen ☹️. Bis ein Auto aus der entgegengesetzten Richtung wendete und großzügig Erbarmen zeigte. Die Frau ließ mich bedingungslos einsteigen und setzte mich erst in Chama wieder ab. Sie wohnt in Utah und besuchte ihre Tochter in Silver City. Damit war mein Problem gelöst ☀️. Ich checkte für drei Tage ein, legte mich schließlich schlapp aufs Bett und fühlte, wie mein Magen arbeitet. Nach einer ausgiebigen Dusche besorgte ich mir etwas Medizin und Getränke und zu guter letzt versuchte ich mir noch neue Trailschuhe zu kaufen. Es gab auch einen kleinen Outdoor Shop, aber keine Schuhe 😊. Panik brach zwar nicht aus, aber was machen. Mit Hilfe der hübschen jungen Dame von der Bar, checkte ich mich beim amerikanischen Amazon ein und werde am Dienstag mit neuen Schuhen beglückt. Bis zum Abend schlief ich friedlich, oder besetzte ein anderes Örtchen. Zum Abendessen versuchte ich es mit einer leckeren Suppe und ein Glas Bier, geschafft habe ich aber beides nicht ☹️. Hatte jedoch das Gefühl, dass es etwas besser geworden war.

Die heutigen 18 km haben gereicht. Ich glaube, wenn ich nicht so gehandelt hätte, wäre der Tag eine Qual geworden.
Gute Nacht 🐻
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