09.05 famoser Tag, alles hat sich gedreht 💪

Cuba war auch nicht gerade der Hit. 08:30 Uhr verließ ich das Ministädtchen in Richtung Ghost Ranch, die ich in zwei Tagen erreichen wollte. Leider sind in der USA die Städte sehr langgezogen, so dass ich mich als Hiker immer benachteiligt fühle. Entweder es gibt in unmittelbarer Umgebung des Hotels ein Restaurant und Markt, oder ich muss per Hitsch dort hinkommen. Um auf den Trail zukommen, wählte ich eine etwas andere Route, die vielversprechender aussah. Und tatsächlich, gleich nachdem ich auf diese Route stieß, hielt ein Auto an😊. Ich erklärte dem Fahrer, wohin ich wolle und er war der Meinung, dass ich in die falsche Richtung gehen würde, da sich die Mountain in der anderen Richtung befanden. An Hand meiner Trail App zeigte ich ihm, dass es nicht stimme. Er schüttelte den Kopf, ließ sich aber von mir überzeugen und schwups stand ich auf dem Trail👍. So kann es auch mal gehen, dass sich ein Einheimischer irrt.

was macht mein Magen

Für den heutigen Tag hatte ich mir nur das Streckenprofil angeschaut, welches auf über 1000 Höhenmeter verwies und ich mir aufgrund der Magenmacke vornahm, es ruhig anzugehen 👍. Also ich wusste nicht was mich erwartete und es ein famoser Tag in jeglicher Hinsicht werden sollte. Relativ schnell erkannte ich, dass es heute im Gegenteil zu den zurückliegenden Tagen ideal zum wandern war. Richtiger Wald, super Klima, Schatten pur, die Waldwege wunderbar begehbar, weicher und gelenkschonender Untergrund, überall grünte es, Löwenzahn übersäte den Boden, unzähliges und fröhliches Vogelgezwitscher begleiteten mich den ganzen Tag. Hier war Fauna und Flora richtig vorhanden. Und der Höhepunkt, es gab frisches Wasser satt. Ich musste nicht mehr als 1 Liter mitschleppen 😊.

es wurde noch besser

Was ich nun langsam begriff, ich wanderte immer nur bergauf 😲, Selbst das erschien mir heute mühelos zu gelingen. Es gab eigentlich keine richtigen Anstiege die mich gefordert hätten, nein es ging so flach in die Höhe, dass ich mich fragte, wie kommen da über 1000 Höhenmeter zusammen. Sollte mir recht sein, denn für extreme Steigungen fehlte mir heute die Energie. Hunger hatte ich heute nicht verspürt und hoffte auf den Abend.

der heutige Anstieg
herrliche Sicht

Das hatte ich auf all meinen Trails auch noch nicht erlebt. Einen Anstieg, der sich so sanft fast über 30 Kilometer hinzog. Wie ein kleiner Junge schmückte ich mich mit einer Feder 🪶, wie wir das als Kinder taten, um Indianer zu spielen.

bin ich jetzt der Häuptling?

Öfters als sonst verweilte ich einige Minuten an den wilden Bachläufen und träumte zufrieden vor mich hin, schaute hoch in die vorbeiziehende Wolken.

so friedlich könnte doch die Welt auch sein

Das Sprudeln des Wassers vermittelt mir Leben, Lebenskraft und Lebenswille. Ich liege hier an einem kleinen Bach, schaue nach oben in den Himmel, erfreue mich der Bäume und meinte, meine liebe Mama schaut von einer dieser Wolke auf ihrem Sohnemann herab und denkt sich, Kerle was machst du denn schon wieder für Experimente.

die Gedanken sind frei ☀️💫

Also, ich kann doch langsam ( nicht immer rammeln) und dabei die Welt genießen 👍. Da ich ja kein Hunger verspürte, sparte ich mir dafür die Mittagspause und nutze die Gelegenheit am San Gregorio Reservat, einen auf 2870 m liegenden See ein Schläfchen in der Hängematte zu genießen😏.

so stelle ich mir jeden Tag vor

Es hat sich zu den vorherigen Wochen alles gedreht, auch mein Magen dachte er müsse das tun☹️. Ich nahm mir jetzt schon vor, heute Abend zwei Suppen zu essen, aber noch waren 350 Höhenmeter zu bewältigen. Selbst die Tiere am Wegesrand bestaunten mich, wie tapfer ich das heute durchziehe 🐻

die sind stolz auf mich

Je höher ich kam, traf ich auf einige übriggebliebene Schneeinseln, welche ich leicht überwinden konnte und wies mich darauf hin, dass ich bald in die Rocky Mountains komme. In die Landschaft perfekt eingepasste, langgezogene und versumpfte Wiesen prägten nun die Natur. Es machte richtig Spaß hier oben zu laufen.

Idyllisch

Auf einer Höhe von 3210 Metern fand ich wohlverdient meinen windgeschützten Zeltplatz und war unter diesen Umständen über 38 km, 1399 Höhenmeter sehr zufrieden. Ich verkroch mich in mein Zelt und bevor ich das Abendessen machte, schlief ich eine Stunde. Auf Suppe hatte ich nun kein Appetit mehr und vertilgte lieber einen Frühstücksbrei. Zu Mehr war mein Magen nicht bereit. Ob das gut geht?? Auf dem heutigen höchsten Punkt und zugleich mein Schlafplatz 😊.

geschafft

Was für ein Widerspruch zu den letzten Wochen, unglaublich.

Gute Nacht und für mich gute Besserung.

Euer kränkelte Truewood 🐻

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