Die Nacht hatte es so bisschen durchgeregnet, aber mein Schlafplatz war etwas geschützt. Bei dem Wetter war mir nicht gleich zum Aufstehen, aber der Trail rief.

Waren die Wege gestern noch einigermaßen, haftete die klebrige Masse durch den Regen noch mehr am Schuh. Über die freien Flächen fegte bereits der Wind und trocknete etwa den Untergrund.

Wie üblich entledigte ich mich nach 3 km der zweiten Hose und Jacke, sodass ich luftiger unterwegs sein konnte. Auch entschloss ich mich ein Teil des Wassers auszuschütten, da der Rucksack mir zu schwer erschien. Ich hatte das allerdings durchgerechnet, wie weit ich bis zum nächsten Wasserloch kommen könnte. Nach anfänglicher Trägheit wurden meine Schritte kontinuierlicher, da der Untergrund weiterhin abtrocknete. Ich war gespannt, ob ich nach dem gestrigen Tag nochmals so einen Leistung erbringen würde und rechnete bereits durch, ob ich die 172 km in drei Tagen schaffen könnte.Aber nun ging es ewig einen langgezogen Anstieg hinauf. Nicht das er anstrengend war, bloß es war kein Ende absehbar. Die Aussicht hingegen toll.😊

Wieder in Gedanken gefangen und ohne Bedenken einen nach dem andern Trail- Marker passierend, mahnte mich eine neugierige Schlange , ich sollte doch besser auf den Weg achten😲.

Nun war ich wach und mied so nah an den Trail- Marker vorbei zu huschen. Was würde mich heute noch erwarten? Nach dem Höhenprofil waren noch zwei größere Anstiege und danach sollte es ständig hoch , runter und auch auf gleicher Höhe zu bewältigen. Was auf mich dann zukam konnte ich noch nicht erahnen. Ich nahm es so an, da ich ja sowieso nichts daran ändern könnte. Hier und da war zu beobachten, wie sich die Natur von alleine entwickeltAuch wenn hier und da einige kleine Gebiete dem Feuer zum Opfer gefallen sind. Allerdings ist das nicht mit dem jetzigen klimatischen Zustand zu erklären, da die Bäume ( laut Zustand) vor mindestens 20-30 Jahren abgebrannt waren.

Allmählich strebte ich dem höchsten Punkt ( knapp 2550 HM) für heute an und sehnte mich nun auch intensiv das Wasserloch zu erreichen.

Eine klassische Ansicht für Indianerfilme. Beim Absteigen hinab in den Canyon sollte man sehr trittfest sein, große und kleine Stein verlangten meine Aufmerksamkeit. Nun durfte ich die Wasserstelle nich überlaufen. Ich setzte mein Rucksack ab , nahm die Wasserflaschen heraus und marschierte in die verheißungsvolle Richtung😏. Bevor ich dort ankam, traf ich auf ein junges Hikerpaar( waren auch 2022 auf dem PCT) welche sich mit einigen Köstlichkeiten versorgten. Ein Trailangel war so lieb und stellte Limonade, Coock, und Snacks bereit 👍😊. Aus Versehen erwischte ich ein Bier 😊. Wasser war dann Nebensache. Ohne größere Anstrengung tapste ich durch das Tal in Richtung Grand Canyon.

Der Wind nahm ständig zu und es sah sehr nach Regen aus. Nebenbei passierte ich die 600 Meilen und hoffte das ich in Kürze aus dem Canyon wieder heraus komme. Dieser Canyon ist supi, aber nicht ganz mit dem Grand Canyon in Arizona zu vergleichen.
Der Weg führt mich nun ständig hinab in den Canyon und wieder heraus, dann einige Zeit auf dem Rand entlang, um wieder das Ganze von vorne und kein Ende abzusehen 😲. Dieses Gebiet ist mit unzähligen Canyon verbunden und übersäht, nur das Wasser fehlt hier.

Bei aller Anstrengung genoss ich die Durchquerung und die unterschiedlichste Ansichten, was die Natur so dahin gezaubert hatte.

Langsam wollte ich den Tag beenden, aber immer wieder führte der Weg anders als ich dachte. An einer Bundesstraße wollte ich dann nach 53 km den Tag beenden, da dort frisches Wasser für und deponiert wurde. Als ich dort 18:00 Uhr eintraf, erwartete mich was ganz grossartiges, von mir gar nicht in betracht gezogene Realität. Ich wurde von einem Trail Magic, so wie ich es noch nicht auf dem CDT erlebte empfangen. Großartiges Kino, was die Leute da auf die Beine gestellt hatten. Es gab Menüs, allerlei Getränke, Obst, Snacks und vieles mehr. Das Essen ist üblicherweise von den Trailangel hergestellt worden.



Da der Wind ständig zunahm und die es empfindlich kalt wurde, räumten wir kurzerhand den Kastenanhänger und richteten für fünf Hiker die Schlafplätze ein. Geniale Idee.

Ohne das ich genau wüsste, was auf mich zukam, war es ein toller intensiver und interessanter Hikertag.


Jetzt krieche ich aber in mein Schlafsack, bin ziemlich durchgefroren.
Gute Nacht euer Truewood 🐻
Ich würde mich freuen, wenn ihr meine nachfolgende Aktion weiterhin finanziell unterstützt. Ich danke euch für die bereits geleisteten Spenden ☀️.
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