Fünf Hiker in einem Raum, da kann man wetten, dass einer von uns schnarcht ☹️. Langsam krochen alle aus ihren Schlafsäcken und machten sich für das fürstliche Frühstück im naheliegend Restaurant fein.

08:00 Uhr und das kleine Restaurant quoll von Hikern bereits über. Einige hatte ich vor vier Tagen das letzte Mal gesehen. Die Pancakes mit Ei und Sirup war köstlich. Gelassen schulterte ich meinen Rucksack und verabschiedete mich in Richtung Grants und ahnte, was es für ein aufregender Tag werden würde. Zumindest war durch den Regen die Temperatur gesunken👍aber das Profil des Trails passte sich nahtlos an das der letzten Zeit an, relativ flache, eintönige und ewig lange Strecken. Es wird sich auf den nächsten 50 Kilometer daran auch nichts ändern.

Zumindest versprach die gewählte Rute auf den letzten 20 Kilometern einen interessanten Canyon zu durchwandern. Glücklicherweise stoppte Brain relativ zeitig seinen Wagen und nahm mich mit. Oh war ich happy und erklärte ihm, wohin ich ungefähr mochte. Für mich war es ein Glücksfall. Die Fahrt war super lustig, angenehm und informativ. Brain lebt hier mit seiner hübschen afroamerikanischen Frau auf seiner Ranch und macht dies und das. Früher war er mit einer Französin verheiratet😉. Er erzählte mir eine Menge über diese Gegend, wer hier lebt, was und wie hier gewirtschaftet wird und welche Probleme existieren. Längs der Straße befinden sich große Ranchs, die eigentlich als Jagdrevier für finanzkräftige Investoren aus aller Welt verpachtet werden und man mit bis 15.000 $ ein Los für die Jagt erwerben kann und auf der anderen Seite rechts der Straße gehört der Regierung, welche nichts mit dem Land unternehmen. Etwas weiter teilt sich dann dieses flache Riesengebiet in das Navajo Nation Reservation, wo die Produktivität sehr schwach entwickelt ist, und die anderen Seite hab ich vergessen. Hier in der Gegend würden auch verschiedene Tier leben, zB. Elks, Lama,Kojoten, Wölfe und Pumas. Wölfe hatte ich hier nicht vermutet und sie sollten auch nicht so zimperlich sein. Okay 😲. Die Stadt Grants wäre die Hochburg für Muslime und das Zusammenleben zwischen aller Gruppen ( Lokels, Muslime, Einwanderer) nicht ganz problemlos. Nach einer Stunde Fahrt endete die Lockerheit in mir und ich musste nun noch 20 km richtig harte Asphaltstraße laufen, um bis zum Acoma- Zuni Trail ( gehört auch zum CDT ) zu gelangen. Zu erst grüßte ich alle vorbeifahrenden Autos, aber nach 8 Kilometern änderte sich das Grüßen in eine Aufforderung zum Mitnehmen ( Hitsch)☹️. Ich war nicht mehr bereit den zermürbenden Untergrund zu betreten. Der älterer Herr Autofahrer erklärte mir dann, dass die seitlichen Sandsteinformationen vor vielen von tausenden Jahren entstanden, als das gesamte Gebiet von einem Ozean bedeckt war und eine spezielle Formation als Sphinx bezeichnet wurde. Ja, ich konnte die Konturen eindeutig erkennen. Mann lernt nicht aus.


Was ich generell nicht auf dem Schirm hatte, war das ich nun fast 3 Stunden durch und über ein vulkanisches Gebiet, über die erstarrte Lava hinweg hüpfen musste. Wie krass 😲, auf der einen Seite Sandsteinfelsen und auf der anderen Straßenseite ein Lavafeld. Wie passt das zusammen? Endlich mal ein etwas total anderes Erlebnis vor mir, welches ich zu meisternd hatte. Kurzzeitig regnete es sogar. Die Freude hielt 45 Minuten an, dann steigerte sich die Belastung. Es ging hoch, runter nach links und rechts, springen über Spalten und hundertmaliges hängenbleiben.

Nach knapp 3 Stunden war ich halb entkräftet über die schwarze Masse mehr gestolpert als gelaufen und froh wieder Waldboden unter den Füßen zu haben.

Ich bog in den nun beginnenden vielversprechenden Bonita Canyon einen wollte noch 10 km bis zur nächsten Wasserstelle laufen und dann den Tag zufrieden beenden. Noch war es eher mehr ein breites Tal als Canyon. Auf halber Strecke erblickte ich ein Windrad, welches kühles Frischwasser aus der Erde pumpte. Darauf steuerte ich zu und wurde nicht enttäuscht und sogar von unzähligen quicklebendigen Erdmännchen begrüßt und beobachtet.

Wenig später traf ich auf einen Hiker, der sich bereits auf die Nacht eingelassen hatte. Ich beschloss den Tag hier auch ausklingen zu lassen. Sein Trailname war Truebird😊. Gemeinsam tranken wir noch einen leckeren Whisky und konfrontierten uns mit der Nacht.

Unterm Strich ein toller Tag.
Gute Nacht 🐻
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