Mit dem gestrigen ausgiebigen Abendessen versuchte ich meine verlorengegangene Kalorien ( 5281 kcal) auf zu hübschen, was sich allerdings erst im Laufe des Tages zeigen sollte. Mit meinem Hab und Gut lag ich in einer kleinen Mulde, wie in Mamas Schoß 😏 und war vor Wind und Kälte geschützt. Um loszulegen, musste ich nur noch in meine Trail- Latschen hüpfen, um den Tag freudig zu gestalten. Aber was war passiert?😲. Die Schuhe hatte ich zum trocknen auf einem Baumstamm gelegt und mit Verwirrung festgestellt, dass sie angefroren waren. Knüppelhart lagen sie vor mir! Meine Begierde hinein zu schlüpfen waren so was von zwecklos, dass ich sie erst gefügig machen musste. Mühselig, ohne Einlage schaffte ich meine geschundenen Füße hinein zu zwingen. Nach fünf Minuten waren sie geschmeidig und gleichzeitig nass, aber ich konnte los.
Da die Talroute wegen Feuer gesperrt war, nahm ich eine Alternative über die Hochebene. Das bedeutete, es ging sofort 350 Meter stetig in die Höhe. Dort erwartete mich sehnsüchtig eine Hochebene, über welche sich der Sonnenaufgang zu meiner Freude in Szene setzen wollte.

So kann jeder Morgen beginnen.😏. Die 13 Kilometer über die Berge waren schwieriger als die Talroute, wollte aber nicht wegen des Feuers riskieren, dass ich eventuell zurückgeschickt werde. Meine Schritte fühlten sich sehr schwerfällig an. Ich glaube, dass war das Resultat von gestern noch. Die Sonne stand schon etwas höher, ich war innerlich warm und konnte meine lange Hose und Jacke ausziehen. Das Verschnaufen verschaffte mir eine Auszeit und siehe da, es lief sich leichter und die Schritte zeigten in Richtung Normalität und ich hoffte nur, dass es dann so den ganzen Tag anhält. Ich kämpfte mich langsam den langen Anstieg hoch und erblickte oben eine riesengroßes Hochplateau.

Den Weg konnte ich auf Grund mangels Bäume weit voraus sehen, welcher in eine Schotterpiste überging und relativ leicht aber eintönig zu gehen war.

Endlich stieß der Weg auf die ursprüngliche Route am Snow Lake zusammen. Jetzt wurde es erst richtig interessant, denn der Weg führte wirklich weiter über eine Hochebene, wo der Weg gefühlt ins Unendliche führte. Von ihr aus sah ich die starke Rauchentwicklung von der eigentliche Strecke in der Nähe vom Snow Lake. Also war es sicherer gewesen, die Alternativroute zu laufen. Auf natürliche Wasservorräte konnte man hier nicht stoßen, die ganzen Tanks beziehungsweise die Bäche waren alle ausgetrocknet, so dass ich mit den Wasser ganz schön aushalten musste. In einem kleinen Canyon machte ich Mittagspause und wurde gezwungen von einem ausgetrockneten Teich aus wieder einen steilen Anstieg zu absolvieren. Ca. zwei Stunden benötigte ich um diese unendlich niveaulose Gegend zu überwinden, bevor ich wieder in ein bewaldetes Gebiet kam.
Nun schleifte ich mich über diesen Weg und machte mir Gedanken, wie weit ich noch auf dieser Art und Weise mit meinen Wasservorräten komme. Freudestrahlend erblickte ich unzählige Galonen Wasser.


Das steigerte natürlich die Freude. Ich dachte, ich wär hier ganz alleine und alles ist still aber wenn ich anhielt, merkte ich, dass sich viele Vögel bemerkbar machten, aber durch meine heftige Atmung hörte ich von der Umgebung nicht viel 🤔. Und die Schotterpiste nahm kein Ende. Einige Fahrzeuge waren rasant in Richtung Feuer unterwegs um dieses zu bekämpfen. Ich hatte noch 15 km vor mir, als ein Auto in meine Richtung fuhr und ich es anhielt und fragte, ob sie mich ein Stück mitnehmen könnten. David und Jasmin nahmen mich bis zu einem Wassertank, wo ich übernachten wollte mit. Jedoch war das Wasser 1,5 Meter tief im Schacht kaum erreichbar, so dass sie mir einige Wasserflaschen und Sardinendosen gaben und fragten, ob ich rauchen möchte, er könnte mir Marihuana geben. Ich verneinte und wir verabschiedeten uns. Hier konnte ich nicht übernachten, da kein entsprechender Zeltplatz sich anbot. Deshalb lief ich noch ein paar Kilometer weiter. Schließlich fand ich ein passendes Plätzchen direkt am Stacheldrahtzaun😏.

So nah lag ich noch nie am Grenzzaun😊. Ich kochte mir mein Süppchen, Kartoffelbrei und Tortillas mit Nutella und war froh, dass ich hier meine heutige Ruhe fand.

Was gestern noch fröhliches Wasserdurchwatschen war, war heute das totale Gegenteil. Von den 60 km waren 40 km eigentlich nur Schotterpiste und an Langweiligkeit kaum zu unterbieten. Ich bin Färdsch😏.

Eckpunkte des Tages: 3831 kcal, 1352 Höhenmeter, höchstens Punkt 2755 Meter, also nichts besonderes.
Was macht denn unsere ( na ja meine) Spendenaktion? Ich bekomme hier leider in der Wildnis nichts mit 😏.
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