20.04 der ideale Trail

sehr ungewöhnlich, in der Wildnis dem Schnarchen eines Hiker zu lauschen😲. Gegen Mitternacht war die Überraschung gelungen, als mich meine Freunde lauthals heulend nach einem Jahr wieder liebevoll begrüßten. Nur zeigte sich das Kojotenrudel nicht. Die sind scheu und du kannst ruhig weiter schlafen. Anders bei den Hikern, wenn die aufbrechen, ist die Nacht für alle zu Ende. 05:00 Uhr packte ich alles zusammen, es fehlte die Stirnlampe und in meiner Luftmatratze war ein Loch. Puh, wenn das so weitergeht, verliere ich nach und nach all meine Ausrüstung ! und komme an der kanadische Grenze nur noch im Slip an 🤔. Auf den heutigen Tag war ich sehr gespannt. Erstmals sollte es durch einen ehrlich riechenden Pinienwald, hoch auf 2445 Meter gehen, also weg von der desillusionierten Wüstenregion. Der frühe Sonnenaufgang und fehlender Wind versprachen bereits einen „lustigen Tag „ .

ich ahne schon, wo die Reise hingeht

Die Luft war sauber und durch die kühle Nacht noch sehr erfrischend. Nicht nur deshalb lief ich heute Morgen wie am Schnürchen, nein der Trail erinnerte mich fast deckungsgleich an den PCT 2022. Ich durfte auf einem tollen Weg, der dem Gelände angepasst war fast durchgängig im Schatten großer dufteten Pinien 🌲 folgen.

so kann es weitergehen

Ohne größere Sorgen überwand ich die vielen großen und kleinen Anstiege, welche mich kaum beeindruckten. Außerdem war ich ja nicht alleine😏. Mein Schatten trieb mich ständig vorwärts.

der lange Kerl

Beinahe vergas ich, dass ich immer noch in der Wüste war, Wasser gab es nicht und die Hitze wurde langsam übermütig. Auf dem Gipfel angekommen, hatte ich mir ein deftiges Frühstück gegönnt und nur zögerlich meine Wasservorräte geplündert.

bin nun gestärkt

Innerlich war ich überzeugt, dass die hiesigen Leute uns nicht im Regen stehen lassen und irgendwo auf der Strecke Wasser deponierten. Der Druck auf meinen Fuß nahm spürbar Fahrt auf, als ich von einem Trailangel abrupt aus der Jammersituation gestoßen wurde. An den Bäumen hingen weihnachtliche Kugeln, ein Stuhl stand bereit, Snacks lagen in einer Kiste, Wasser in Überfluss und Getränkedosen riefen: ach öffne uns, wir platzen bald😊.

wie im Märchen
alles zu meiner Zufriedenheit

Ich nahm das Geschenk freiwillig und ohne Zwang an,

hab mich auch bedankt 😊

Heimlich steckte ich mir noch zwei Dosen ein um mich nun wieder an der wilden Natur zu ergötzen. Nach 37 Kilometern lief ich an der einzigen Miniquelle des Tages auf zwei junge Hiker auf, füllte Wasser auf und hatten eine Menge Spaß zusammen. Er, lief 2024 den Appalachain Trail und sie 2025 den PCT 👍.

noch habe ich Power

Sie schaute sich meine Blase an, konnte aber nicht helfen☹️. So schleppte ich mich noch 10 Kilometer bis zu einem Zeltplatz 👍.

ich bin glücklich und geschafft

Nach einer kurzen Auszeit spendierte ich mir eine große Portion Kartoffelbrei mit Thunfisch, um meinen Energiehunger etwas zu sättigen. Morgen werde ich in Silver City für Nachschub sorgen. Hochzufrieden kroch ich in meinen Schlafsack ( Cowboy Camping) und versuchte krampfhaft den heutigen Tag halbwegs zu verarbeiten. 1377 Höhenmeter, 4280 kcal und 47,80 km standen schließlich auf dem Tacho😊.

Nachtgedanken :

Erst ziehe ich die Nacht im Zelt gegenüber dem Hotel vor und nun als Krönung das Cowboy Camping 😏. Hier liege ich in völliger Freiheit, den Blick zum Himmel gerichtet, von den tausenden von Sternen inspiriert, mit der Natur und den Tieren im Einklang. Leider kann ich euch diese mystischen Momente nicht zum Anfassen in Worten beschreiben, so etwas erlebt man nur individuell, jeder auf seine Art und Weise. Es fühlt sich wie das ungezwungene Loslassen bzw. Ausbrechen aus unserer Blase an und ich wehre mich nicht. Es ist eigentlich traurig, dass die meisten Menschen nicht aus diesem Korsett herauskommen. Vielleicht dienen ja meine kleinen Beiträge als Anregung. Man muss nicht verrückt sein, man sollte es einfach tun.

Bleibt mir auf dem Weg den ich momentan bestreiten treu. Euer Truewood / Udo 🐻

https://www.ncl-stiftung.de/helfen/engagement/spendenaktion/?cfd=le2nu

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