Korsika mit wahren Freunden 15.06-22.06.2024

nun ist bereits wieder ein Jahr vergangen, aber die Eindrücke des Peak of Balkan sind in unseren Erinnerungen immer noch hellwach. Lange Zeit vor dem Te Araroa stand fest, dass Bert und ich dieses Jahr den schwierigsten und zugleich schönsten europäischen Trail, den GR 20 laufen werden. Da ich bereits diesen im August 2019 gelaufen war, gestaltete sich die Planung und Vorbereitung unspektakulär. Bert erzählte ich vom GR 20 die tollsten Dinge und malte alles in rosaroten Farben, so dass er überzeugt war, diesen unbedingt erleben zu müssen😊. Vor lauter innerer Freude und Ungeduld teilte er dieses seinen Freunden mit und erregte große Aufmerksamkeit, mit dem Resultat, dass sich Matthias uns unbedingt anschließen wollte. Auch mein ständiger Hinweis, dass es sehr hart werden würde hielt ihn nicht ab sich uns anzuschließen. So nahmen wir zu Dritt diese Herausforderung an. Für die 180 KM hatte ich nur 7 Tage geplant, dh ich hatte mich verplant ☹️ und uns deshalb sehr unter Zeitdruck gestellt. Vom Flughafen Bastia nach Calenzana nahmen wir ein Taxi und erlebten unseren ersten Schock, für die 90 KM löhnten wir einfach so 360.-€ und wir waren erst mal richtig satt☹️, In Calenzana kauften wir noch einige Lebensmittel und 15:30 Uhr ging es dann endlich los. Von 280 Meter auf 1485 Meter hoch, stellte sich als erste wahre Prüfung heraus. Jetzt mussten die zwei jungen Burschen ( 50) Farbe bekennen. Haben sich Bert und Mathias ordentlich vorbereitet, oder dachten sie den alten Mann so im Vorbeigehen abschütteln zu können 😊. Alle Wasserflaschen wurden nochmals gefüllt und der Anstieg ins Gebirge begann unweigerlich mit dem Verlust an vielen Kalorien, welche wir hoffentlich jeden Abend durch ein tolles Hüttenmenu wieder ausgleichen können. Eigentlich wollten wir einen einfacheren Weg am ersten Tag bis zu dritten Hütte laufen, aber die Jungs wollten auf dem richtigen GR 20 bleiben und mussten sich somit den nun abnutzenden Anstrengungen für Muskulatur und Gelenke anfreunden. Bereits nach einer Stunde wechselten wir den sanften und von Grün gesäumten Weg auf den nun mit vielen Steinen übersäten und sehr karg bewachsenen Stolperfad hinauf zum Bocca u Salto ( 1250 m). Auf dem schroffen felsigen Untergrund schraubten wir uns kraftvoll, teilweise in Kletterposition in die Höhe. So richtige Erholungsphasen waren Mangelware, was uns aber nicht wesentlich zusetzte. Den anvisierten Zeltplatz (Refuge d’ Ortu 1570 m) erreichten wir durstig 19:30 Uhr. Erstaunt stellten wir fest, dass kaum noch akzeptable freie Plätze vorhanden waren. Wir beschlossen zuerst die Zelte ( 1- Zelt und ein 2-Zelt ) aufzubauen um dann in Ruhe das Abendessen zu zelebrieren. Mittlerweile brach die Nacht herein, werteten den windigen Tag aus und schnappten letztendlich unsere Rucksäcke um in den verdienten Schlaf zu fallen. Die Lichtkegel unserer Taschenlampen konnten nur das 1 – Zelt ausmachen. An dem Punkt, wo das 2- Zelt stand, gähnte eine Leere☹️. Bis auf einen Hering war der Platz so sauber wie geleckt. Der stürmische Wind hat gute Arbeit geleistet. Kurzerhand schliefen wir unter einem Terrassendach und gewöhnten uns schon mal an das Cowboycamping in den nächsten Tagen. Nach den ersten 15 km und 5 h Laufzeit fielen wir noch sehr vergnügt in eine schöne Welt. Gute Nacht 🐻

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