Appalachain Spendentrail 01.04 – 10.07 2025

meine lieben wertvollen Freunde und Follower, das nächste Wanderevent ist bereits durchgeplant und ich würde euch gerne wieder virtuell mit auf einen abenteuerlichen Trail nehmen. Dieses Mal möchte ich das als Challenge organisieren und für Leipziger Sportvereine und die NCL-Stiftung ( Forschung für an Demenz erkrankter Kinder) Spenden einsammeln. Deshalb könnt ihr mich nur auf meinem neuen Blog „PCT2020.home.blog“ verfolgen. Ich würde mich wahnsinnig darüber freuen, wenn ihr mich dabei tatkräftig unterstützt. euer Udo 🐻

neuer Blog- Zugang PCT 2020.home. blog

22.06 zurück ins beste Deutschland aller Zeiten

Letzte Nacht im Freien auf dem Boden geschlafen, heute im Bett 🛌. Habe ich da einen Unterschied gemerkt?! , draußen war es nicht so stickig. Die erträumten 5 Sterne mit allem drum herum waren diesem Hotel offenbar vor Jahren abhanden gekommen. Dabei reichte das Frühstück nicht mal annähernd an das Frühstück auf dem Trail heran. Für jeden von uns: 1 Brötchen 1 Stück Butter, ein Löffel Marmelade, ein Glas Saft und eine Tasse Kaffee. Unbekümmert bedienten wir uns an den vor unseren Augen abgedeckten Nachschub, was beim Besitzer einen regelrechten Tobsuchtsanfall auslöste. Hätte er eine Weidenrute, würde diese auf unseren Fingern tanzen( Schulzeit 1940).

warten auf den Bus

Mit dem Bus zurück nach Bastia ( zum Laufen hatten wir keine Lust), noch einen schönen Kaffee im Restaurant von gestern und ab zum Flughafen. Wir tauschten uns das gemeinsam Erlebte intensiv aus und stellten fest, es war so ein denkwürdig nachhaltiges gemeinsames Erlebnis, was sich tief in unseren Köpfen eingelagert hat. Ideen für nächstes Jahr gibt es bereits. Eure drei Muskeltiere 🐻🦊🐰. Dezember 2024

Bär, Fuchs und Hase ( stark, schlau und schnell )
Good Bey

21.06 Vizzavona nach Bastia

Manchmal geht’s in die Hose. Gegen Mitternacht verschleierte sich der Himmel und beschwor Regen herauf. Ich schnappte überhastet meine Habseligkeiten und quartierte mich unter dem Schleppdach einer Outdoorküche ein. Es war eine staubige Angelegenheit und musste aufpassen, daß nicht noch andere Hiker auf diese Idee kamen und mich, der sich bereits ausgiebig auf dem staubigen Boden wälzte, übersahen. Demzufolge war ich aller Stunden wach und musste den Feinstaub öfters aus meinem Mund mit Wasser ausspülen. B&M bekamen von meinem Leid überhaupt nichts mit, oder doch und freuten sich insgeheim über mein Missgeschick☹️. Nein, wir haben uns doch alle toll lieb.

mein Schlafplatz vor dem Regen

Wir rappelten uns langsam auf, verstauten alles, was wir sicher nicht mehr benötigten tief in die Rucksäcke und organisierten uns zum Abschluss noch ein typisches Hikerfrühstück.

Tortilios, Käse, Salami, Nudossi und Aufbrühkaffe

Das wir gleich mit der Inselbahn zurück in die Zivilisation gebeamt werden sollten, war doch etwas deprimierend und die Gesichter von B&M strahlten eine gewisse Grillichkeit aus. Und was heißt eigentlich zivilisiert?? Ich denke hier oben in den Bergen geht es weit zivilisierter zu als da unten, wo sich Menschen unterschiedlichster Couleur und Gesinnung nicht immer ,GRÜN‘ sind. Da Oben stellt die Natur für Flora und Fauna die Regeln auf. Da gibt es nur Schwarz oder Weiß und GRÜN wird maximal geduldet🌵.

war’s das nun ☹️

Wir warteten am Bahnsteig, als endlich schnaufend, wie ein feuerspeiender zahnloser Drache, die Bimmel aus der langen dunklen Höhle zum Vorschein kam. Gemütlich ratterten wir durch die abwechslungsreiche korsische Landschaft und der eine oder andere von uns fand dabei zu seiner inneren Ruhe, welche er sichtlich unverblümt seiner Umwelt darbot.

einfach fertch 😴

In den sieben Tagen, wo ich mich wie ein rührender Vater um die zwei Rakker gekümmert habe, durch alle Unwegsamkeiten der korsischen Wildnis verantwortungsvoll führte, war meine Energie aufgebraucht. Dankbarkeit sieht anders aus 🍾. Gegen Mittag fuhren wir in Bastia ein. Checkten ab, welches Restaurant uns in dieser Aufmachung Einlass gewähren würde und uns nicht als Landstreicher abstempelte. Sollten wir uns danach die Altstadt anschauen oder erst mal eine Bleibe für die Nacht in der Nähe des Strandes suchen 👀. Die zwei möglichen Zeltplätze lagen außerhalb Bastia, aber was sind für uns schon 5 km, hatten ja schwere 100 Bergkilometer in den Knochen 🦴. Entweder waren dadurch unsere Sinne nicht mehr recht geschärft, oder befanden uns bereits in der Dehydrierungsphase. Demotiviert schlürften wir über den heißen stinkenden Asphalt und hofften auf Erlösung. Hier an der Steilküste luden wenige Hotels zum Verweilen ein. Wow, war das ein Glücksgriff, ein ganzes Hotel für uns alleine, mit Pool, direktem Zugang und suboptimalen Blick aufs Mittelmeer. Wir schauten uns vor Begeisterung in die Augen, endlich mal fürstlich verwöhnen lassen, Schlemmern bis zum Umfallen und die Krönung, eine Ganzkörpermassage☀️. Vor Erschöpfung fielen wir in die himmlischen Betten und Sekunden später erwachten wir im Traumland. Im Gegensatz zur grünen Transformation glückte uns die himmlische in kürzester Zeit und ohne Nebenwirkung.

mindestens 5 Sterne
im Traumland
am Ende ist das Lachen zurück

Glücklicher als zuvor konnten wir nun den Nachmittag mit Schwimmen und anderen Quatsch gestalten. Nach dem Abendessen, bevorzugt in einem anderen Restaurant, zog der Sonnenuntergang unsere Blicke in seinen Bann und begleitet uns in den Schlaf.

morgen geht’s Heme

Gute Nacht 🐻

20.06 Refuge de I‘Onda nach Vizzavona

Guten Morgen ihr Faultiere zu Hause 🐻, habt ihr genauso bescheuert geschlafen wie wir? Na ja, ich habe mir die ganze Nacht Gedanken gemacht, wie ich mit B&M den Trail erfolgreich beenden kann. Als Reaktion bekam ich nur ein intensives Schnarchen von Mathias zurück. Bis jetzt bescherte uns der Trail keine größere Handicaps, ausser das ein Zelt verloren ging und Mathias Wanderschuhe den Geist aufgegeben hatten und die neuen Schuhe ihm Schwierigkeiten bereiteten. Man kann den GR 20 auch in Sneaker 👟 laufen, stimmst Mathias 👍. Hoffentlich geht das gut. Der heutige Trip wird uns durch die Mitte Korsikas, bis zur kleinen Gemeinde Vizzavona führen. Hier gibt es ein Restaurant, ein Hotel, Zeltplatz, eine Schmalspurbahn, welche die Städte Ajaccio und Bastia verbindet. Dabei fährt die Bahn knapp 4 Kilometer durch einen Tunnel welcher 1880 in 9 Jahre, eigentlich per Handarbeit geschlagen wurde. Das Wetter ähnelte dem von gestern und schien sich nicht ändern zu wollen. Unser Frühstück fiel etwas üppiger und zeitlich länger aus als die letzten Tage. Ich drängte B&M zum Aufbruch, denn die heutigen 27 Kilometer oder mehr wären notwendig, um doch noch Conca zu erreichen.

Papa macht Frühstück für die jungen Wilden 👍

7:00 Uhr lies ich die zwei Wilden von der Leine los und schon schnüffelten Beiden nach dem richtigen Weg 😊. Irgendwas stimmt mit denen nicht? So engagiert und tatkräftig waren sie ja bis dato noch gar nicht in Erscheinung getreten. Wussten B&M nicht, dass es erst mal 600 Höhenmeter bis zur Crete de Muratello( 2064m) steil nach oben geht ☹️ und einige Felsblöcke wieder überwunden werden mussten! Ich lies sie einfach ihre Erfahrung machen, was zählt denn schon die Aussagen eines alten weißhaarigen Mannes, der erst Anfang des Jahres den TA auf Neuseeland gewandert war 💪. Vielleicht war auch meine gestrige Aussage so verfänglich, das sich der heutige Aufstieg lohnt, da wir von da oben grandiose Blicke über die Felslandschaft erhaschen und beim langen steilen Abstieg ins Agnone Tal in die eine oder andere Gumpe abtauchen könnten. Sollten sie doch ihre Hörner abstoßen😊.

ist doch nicht so lustig
noch sind die zwei Wilden vor mir

Bevor wir den versprochenen Ausblick über die Berge Korsikas konsumieren durften, schraubte sich der Weg kurz und unbarmherzig in den Himmel. Wenn jetzt noch strahlend blauer Himmel wäre, würden unsere Empfindungen und Sinne vermutlich in eine andere Dimension katapultiert sein. War es aber nicht ☹️. So nahmen wir die eigentlich zum Greifen nahe liegenden Gipfel des Monte d‘ Oro und San Petrone als gegeben hin. Auf der Bocca Muratello (2120 m) verschnauften wir nur kurz und freuten uns auf den nun nur noch absteigenden Weg ( zu früh ? )

Die Trailverantwortlichen verzichteten hier bewusst fast gänzlich auf das Instandsetzen der Wege und beliessen lieber diese in ihrer eigenen Form. So bestritten wir unter dem Ächzen unserer Knie die steilen felsigen Abschnitte sichtbar in kurzen Sprüngen oder lieber schräg und serpentienenhähnlich. Charakteristisch für dieses Gebiet war, dass über den eigentlichen griffigen Felsen viele kleine gelöste Kieselsteine lagen, die keinen echten Kontakt zum Untergrund zuließen. Bei geringer Konzentration saß man schnell mal sehr schmerzhaft auf dem PO, oder schürfte sich die Haut von den Händen. Sprachlos ist man, wenn hier Wanderer mit Sneaker, der Marke ‚Mathias’ 👍unterwegs sind☹️. Weiter unten waren die Felsen durch den noch vor kurzem hier tätigen Gletscher ( der Klimawandel vor 1,5 Mill. Jahren hat ihm sichtlich zugesetzt) so glatt geschliffen, dass es bei Trockenheit ein schnelles Vorankommen ermöglichte, aber bei Nässe mehr einer Rutschpartie glich.

Irgendwann wurde der Pfad wieder besser. Man lief durch Erlengebüsch und etwas tiefer durch wohlriechenden Buchenwald.

Ab nun konnte ich B&M wieder ihrem eigenen Schicksal überlassen. An der Pont de Tortetto (1140 m) gingen wir unsere eigenen Wege, mit der Sicherheit, dass wir uns Stunden später in Vizzavona bei einem kühlen Bier und korsischen Schinken wieder vereinigen durften. Ein Sprung von der Brücke ins blaue Loch trauten wir uns nicht, da uns die Wasseroberfläche die Sicht in die Tiefe der Gumpe verschwimmen ließ. Bekanntlich läuft es sich nicht so gut mit einem Loch im Kopf 😊.

einen kühnen Sprung wagten wir nicht

Badewetter war es heute wahrlich nicht. Am herabstürzenden Bergbach, reihten sich in loser Folge, in ihrer Form und Größe verschiedenste Gumpen auf, welche vergebens auf Badegäste warteten. Bis auf eine. Am Rande der Gumpe saßen wunderschöne Bergfeen, die eine wässrig berauschende Zeremonie veranstalteten und so jeden vorbei kommenden Hiker in ihren Bann zogen. Auch ich konnte mich nicht wehren, riss meine gesamten Klamotten herunter und sprang in meiner natürlichsten Erscheinung in die Gumpe und wähnte mich im Kreise der Feen 🧚. Beim Auftauchen spürte ich, das Wasser war Arschkalt, die Feen waren plötzlich verschwunden, ich war ganz allein. Wenn der Sauerstoff fehlt kann es passieren, man sieht eine Fatamorgana. Ich wischte mir das Wasser aus den Augen 👀 und erblickte am Rande zwei seltsame Gestalten, keine Feen, mehr Rumpelstilzchen ähnelt. Nochmals wischte ich meine Äuglein aus und erkannte ernüchternd, es war B&M☹️. Im Angesicht der Beiden wurde ich brutal in die Realität zurückgeworfen.

meine Feen-Gumpe

Trotzdem glich die Aktion wie ein Bad im Jungbrunnen. So zog ich relativ schnell an den vor sich hinschleichenden Bert und Mathias vorbei und genoss im großen Stiel die einzigartige Natur. Alle drei Komponenten ( Wasser, Fels und Bäume) konstruierten eine „wonderful area“.

Der Bach gab die Richtung nach Vizzavona vor und bestimmte auch das Profil nach unten. Da waren wir uns Drei einig, den Weg umgekehrt hätten wir nicht laufen wollen, da er vor Anstrengung nicht zu überbieten war. Am Ende des alpinen Abstiegs, direkt an einer Brücke befand sich für die Tagestouristen ein kleiner Kiosk und die Gelegenheit für mich eine Cola zu trinken. Die Jungs müssen ja gleich kommen. Langsam wurde mir kalt und das Warten hatte ein Ende. 45 min später traf ich in Vizzavona ein, lief gleich zu dem Restaurant, in welchem ich 2019 tollen Käse und Schinken kaufte und hoffte auf ein schnelles Ankommen der zwei Wilden 😊. Nach und nach stellten wir die vollzählige Anwesenheit fest und entschieden uns für ein fürstliches Mahl, bestehend aus Käse, Schinken, Tomaten, Milch, Kaffee und Baguette. Unser junge dänischer Freund, welcher uns schon einige Tage begleitete wurde herzlichst eingeladen.

Schmatz-Schmatz
es hat sich gelohnt

Gesättigt diskutierten wir über den weiteren Verlauf. Es war bereits 13:00 Uhr und der nächste Abschnitt bis zur Refuge de Capannelle betrüge 16 km, mit dem Vorteil, daß wir nicht mehr so viele Höhenmeter bewältigen mussten. Es ging lange hin und her, es gab ein für und wieder. Wir werden den gesamten Trail definitiv nicht schaffen. Wenn wir weiter gehen würden, wäre eine späterer Ausstieg zwar möglich, aber wir könnten auf Grund der Verkehrslage keine schnelle Rückkehr zum Flughafen garantieren. Und nur bis zur Refuge und morgen zurück nach Vizzavona bringt auch keine Punkte. Für mich stellte sich nicht unbedingt die Frage ob oder nicht, hatte ja 2019 den gesamten Trail abgelaufen und bin 2025, dann mit Alina das dritte Mal auf dem Trail. Mir war es wichtig, dass B&M mit dem vorzeitigen Abbruch kein Problem hatten. Sie waren der Meinung, dass es bis dato ein unvergesslich, emotionales und beeindruckendes Erlebnis war. Lieber sollten wir den Tag hier auf dem Zeltplatz ausklingen lassen und morgen eine abenteuerliche Reise mit der Schmalspurbahn bis nach Bastia unternehmen. Der Zeltplatz war um diese Zeit kaum belegt und die Duschen frei. Mathias stellte sein Zelt auf, Bert huschte in ein Mietzelt und ich zog es vor unter freiem Himmel zu schlafen. Zum Abendessen verschlug es uns wieder ins nahegelegene Restaurant und wir ließen den tollen Tag in Ruhe ausklingen.

der letzte Abschnitt für uns auf dem GR 20

Der Tag hat uns trotzdem 3600 kcal gekostet. Gute Nacht 🐰🦊🐻

19.06 Refuge de Manganu nach Refuge de I‘ Onda über Refuge de Petra Piana

Der gestrige doch sehr ruhige Tagesablauf verhalf unserer Körper in einem gewissen stabilen Zustand hinein zu manövrieren. Die Nacht war angenehm, nur das ich in den Morgenstunden die Zelttür aufschlug um nicht in dem vermieften Zelt zu ersticken. Der Tag kündigte sich sehr mürrisch an und verweigerte uns so einen großartigen Sonnenaufgang zu erleben. Es sollte heute die schönste Etappe auf dem GR 20 sein, vor allem geprägt durch den prachtvollen Höhenwanderweg zwischen der Breche de Capitello und dem COL de Rinoso. Damit die Hiker das nicht so märchenhaft romantisch gestalten, hatten die Götter, vorher einen gewaltigen Steinhaufen vor unzähligen von Jahrtausenden hier aufgeschüttet und so für komplizierte steile Hänge, scharfkantiges Gestein, tosende Winde und einen mit viel Mut zu überwindenden Kamin gesorgt 💪. Schon bei meiner ersten Begehung 2019 zog ich meinen Hut vor dem Ehrgeiz, Entschlossenheit und Kämpferherz der Frauen die sich hier durchquälten ( ich meine die Frauen über 40)😊. Mathias blieb bis auf die letzte Sekunde im Zelt um ja nicht vorher unnötig Energie zu verschwenden. Morgentoilette, Frühstück 🥣 und Klamotten gerichtet und pünktlich 06:00 Uhr standen wir vor der nächsten Herausforderung und die hatte es bekanntlich in sich 💪. Sofort ging es richtig steil , 820 Höhenmeter über loses Geröll mit wenig Standfestigkeit auf die Breche de Capitello (2220 m).

na macht schon

Hier war es für uns unausweichlich, das jeder sein eigenes Tempo finden musste. Ich werde dann oben auf die Zwei warten. Unsere Blicke rotierten zwischen Untergrund und den Breche( Pass) um einer Verletzung zu entgehen. Natürlich war der Blick nach oben etwas zermürbend, da sich jeder Schritt gefühlt in Zeitlupe ereignete. Die meisten Hiker mussten des öfteren eine Verschnaufpause einlegen und so war der Weg frei für uns ( hört sich überheblich an,war es auch 😊).Einige Pausen schoben wir schon wegen der hier dünnen Luft ein. Nur in diesem Moment konnte man ruhig die zwei Linsen im Kopf über das ansprechende Gelände schweifen lassen 👀. Leider schaffte es die Sonne nicht so richtig den Durchbruch, um ein Bilderbuchwetter zu zaubern. Nicht nur wir schafften es unter diesen porösen Bedingungen bis zum heutigen höchsten Punkt, auch einige zarte Pflänzchen versuchten ihr Köpfchen gen Sonne ☀️ zu strecken um ihr Dasein zu dokumentieren🪻.

unschuldig und behutsam

Bereits nach 90 Minuten stand ich oben am Pass und wartete auf meine Mäuschen B+M.

Laut Wegweiser benötigt man dafür 2,5 Stunden. Mach ich irgendwie was falsch? Bei kräftigen Sonnenschein hätte ich geniale Eindrücke von den Bergen und den tiefer gelegenen Bergseen in meinem Kopf ab speichern können. So musste ich mich sicherheitshalber vor dem kalten Wind hinter einigen große Felsen verstecken um nicht auszukühlen. Als wir da so oben standen, fühlten wir uns wie Eindringlinge in eine malerische Welt, die eigentlich gar nicht gestört werden wollte.

wieder vereint

Schnell noch ein Schluck Wasser und einen Fruchtriegel um über das kleine Schneefeld zu springen. Auf dem Weg nach unten stießen wir auf den zweizügigen Kamin ( schräge Schlucht worüber ein Felsen 🪨 lag) durch den wir uns mit dem Rucksack zwängten. Wenn du natürlich noch dazu einen dicken PO hast, wird es sehr schwierig und brauchst Hilfe 😊

sollte ich es wagen?
geschmeidig sieht anders aus ☀️
beim Bert klemmt es massiv

Es war ein „beklemmender“ Abstieg 😊 mit genügenden blöden Kommentaren. Bert sollte sich ein Beispiel am Weihnachtsmann nehmen, der muss das mit seinem wesentlich größeren „ Sack“ unzählige Male mehr bewältigen. So richtig akrobatisch sah es schließlich bei keinem von uns aus. Bis zur Bocca Muzzella (2052 m) stolperten wir des Öfteren über grob, sehr wackeligen Untergrund und bestaunten die teils künstlerische Darbietung der verschieden geformten Felsfiguren. Jeder konnte darin eine andere Erscheinung, ob Tier oder Fabelwesen hineininterpretieren.

Zipfelmütze?
Blick auf den Capitellosee

Nach diesem hübschen Kraftakt beruhigten sich die Anforderung. Ein Gruppe vor mir blockierten ständig meinen Bemühungen sie zu überholen. Es war auch nicht so einfach, denn es mussten nun große Felsplatten und hohe Absätze überwunden werden, bzw. war der Weg von mannshohen Büschen eingefasst um schließlich doch auf dem COL de Rinoso (2170 m) anzukommen.

Truewood zeigt Schwäche ?😊

Den höchsten Punkt erreichten wir ein paar Minuten später, Bocca Muzzella (2206 m), um nun einen brutalen Abstieg hinab zur Refuge de Petra Piana (1842 m) zu meistern.

Refuge de Petra Piana

11:30 turtelte ich hier in die typisch korsische Hütte ein. Gleichzeitig kroch ein verführerischer Duft aus der Küche in meine Nase. Ja, nach dem Energieverlust musste etwas anders her als Powerriegel. Omelett mit viel Schinken hieß das Zauberwort.

High-End Küche

Nach der willkommenen Pause mussten wir uns entscheiden, ob wir den alpinen Weg oder doch hinab durch das Maganello Tal zur Refuge de I‘Onda (1431 m) schlendern wollten. Obwohl der Weg durch das Tal mehr Höhenmeter abverlangte, lag der einstimmige Tenor auf dieser Route. Zumal erwarteten uns hier herrliche Gumpen zur Entspannung und Abkühlung.

Das momentane Wetter war für beide Strecken nicht ideal. Sogleich ging es wieder über Stock und Stein hinab auf 1250 m, wo der Weg neben sehr großen glatt geschliffenen Felsplatten über die das Wasser spielerisch fröhlich hüpfte verlief. Selbst einen kalten idyllischen Wasserfall ließen wir links liegen.

Glatt wie ein Kinderpopo

Wir legten uns auf die Platten und träumten vor uns hin, und beobachtende 👀 heimlich die Tierwelt.

der war bestimmt 3 Meter lang ( oder waren es Zentimeter) jedenfalls riesig 😊

Einer der schönsten Bergeries befand ich, war die „de Tolla“, welche mich bereits 2019 in ihrem Bann gezogen hatte und auf die wir in Kürze stoßen sollten. Überschwänglich erzählte ich B&M davon, um sie unbedingt zu einer Einkehr zu bewegen.

Natur pur

Den hier selbst gemachte Proviant, wie Schinken, Käse und Brot stopften wir in Windeseile in uns hinein und passten auf, dass der Andere sich ja nicht ein größeres Stück abschnitt 😊. Obwohl, auch hier geltet das Gesetz des Stärkeren 💪. Wir blieben aber friedlich, hatten wir doch noch einen gemeinsamen Anstieg bis zur Refuge de I‘Onda zu bewältigen.

der zweite Durchgang

Mit vollen Bäuchen betraten wir den Trail um uns zuversichtlich 700 Meter weiter in eine geniale Gumpe plumpsen zu lassen. Das Ausziehen war niemals ein Problem, aber das Anziehen sah in der Regel sehr behindert aus. Die Klamotten waren steif vor Dreck und rutschten nur zögerlich auf der Haut an die vorgesehenen Stellen.

einladend
hoffe uns schaut jemand zu😊

Nach der Abkühlung bewegten wir uns im schmalen Grottaccia-Tal langweilend bergaufwärts. Das Waldgebiet hielt nun wahrlich nichts aufregendes für uns bereit. Mit stupiden Minen 🤨 sprangen wir über die beiden letzten Bäche und erreichten die Refuge nach 8 Stunden Laufzeit, 1558 Höhenmeter, 22 km und verloren dabei ca. 5000 kcal. Zwei große Biere verschwanden schnell in unseren Kehlen um kurz danach halb besoffen unsere Plätze auf dem eingezäunten Campingplatz einzunehmen. Auch heute beteiligten wir uns am köstlich korsischen Gemeinschaftsschmaus 🍿. Beim abendlichen Briefing machte sich eine bissige Ohnmacht bereit, dass wir wahrscheinlich den Trail nicht in der vorgesehenen Zeit schaffen würden ☹️. Bis dato hatten wir nicht mal die Hälfte des Trails geschafft und eigentlich nur noch 2 1/2 Tage Zeit. Obwohl die härtesten Teilstrecken nun hinter uns lagen, machte sich ein unterschwellige Resignation bemerkbar. Ich hatte schon 2019 das Erlebnis den GR 20 komplett zu wandern, aber mir würde es wehtun, wenn Mathias und Bert nicht das Abenteuer vollenden könnten.

unsere heutige Bleibe
Mathias kann immer noch nicht sein Zelt ordentlich aufbauen ☹️
eine tolle und sehr anstrengende Route

Irgendwann verkrochen wir uns in die Zelte und träumten wild vor uns hin 👍. Gute Nacht

18.06 das Zentrum der korsischen Berge

von Refuge Couttulu du i Mori über Castellu du Verghio nach Refuge de Manganu .

Mathias ist wie ein kleines Kind 👦, nicht aufstehen wollen, aber nuckeln 👍

Wir kommen einfach nicht früher in die Puschen . 07:15 Uhr. Eigentlich ist es bei diesen Temperaturen viel zu spät den ersten Schritt auf den Trail zu setze. Die heutigen Etappen werden wieder unter der unverschämt einprasselnden Sonne, der wir nun mit Sicherheit unsere schnörkellosen Körper gnadenlos ausliefern müssen absolvieren☀️.Sicher , oder besser Wunsch ist, dass das heutige Profil keine Extreme bereit hält💪.💭 Nach dem spartanischen Frühstück ging es endlich los 💪, natürlich in die falsche Richtung ☹️. Da sind wir schon drei halbstarke Wanderer und trotzdem passiert sowas. Einmal mit Profis wandern, dass wäre mein innerer Wunsch, aber ich konnte es mir nicht so richtig aussuchen. Auf alle Fälle habe ich bis dato mit den zwei jungen Hüpfern richtig viel Spaß. Ihr würdet sicherlich mal Mäuschen spielen wie wir uns hier so verhalten-wie kleine Jungs 🏋️‍♀️. Aber was erwartet man von einem Rechtsanwalt, Versicherungsmakler und einem VW Mitarbeiter, wenn man sie bei trocken Brot und Wasser in der Wildnis aussetzt. Das artet dann im puren Überlebenskampf aus 🐻.

dahinten die zwei kleinen Zwerge, könnten Bert und Mathias sein 😊

Der Weg schlängelte sich nun über einen ausgetretenen kargen Bergrücken nochmals leicht in die Höhe um von da oben einen wunderschönen Blick zum Meer freizugeben. Da es nun nach der Bocca Lonca( 1890 m) nur noch bergab, ins Golo Tal führte konnte ich die Zwei alleine lassen und meinen forschen Schritt aufnehmen. Dabei ließ ich mich von verschiedensten Eindrücken, welche mir die Natur unentgeltlich darbot intensiv begeistern. Links und rechts die aufsteigenden Felsformation, dazwischen suchte sich ein kleiner Bergbach seinen Weg ins Tal und huschte ab und zu über die selbst, durch seine ständige Bewegung glattgeschliffene Felsen um sich in einer der vielen Gumpen zu ergießen. Diese wiederum luden uns vogelfreie Vagabunden zu einem kühlen Bad ein. Schnell waren die wohlriechenden Klamotten ( Duftnote ,Puma,) abgestreift und unverzüglich drangsalierten uns kräftige Berggeister, welche sich in den Gumpen versteckten um uns mit neuer magischer Energie zu versorgen. Diese Energie hielt uns dann wirklich ca. 30 min. auf einem hohen Niveau.

die Berggeister nehmen Besitz von mir 🐻
nach dem Erfrischungsbad, er strotzt nun vor purer Kraft 💪

Gemeinsam liefen wir durch ein kleines mit alten Kiefern kühlendes Tal, bis uns eine Brücke über den Golo führte. Zeit für ein Fotoshooting.

Schattenspender alte Kiefer

fotogen sieht anders aus

Weiter durch das immer enger werdende Tal schlängelten wir uns der Bergerie de Rundule hinab. Total beeindruckend und entspannend kamen wir bereits 50 min. später fröhlich zum zweiten Frühstück an. Die Sonne ☀️ zeigte uns ihre hitzigen Strahlen, welche uns wie übermächtige Tentakel zu greifen versuchten. Schnell drängten wir uns unter die Sonnensegel, welche großzügig an verschiedenen Stützen verknotet waren. Omelett, Cola und Kaffee waren angesagt. Ein junger Hiker schlief, mit dem Kopf auf dem Tisch sichtbar einen märchenhaften Traum, bis der Rettungshubschrauber unter orkanartigen Getöse und sandsturmähnlichen Wirbel direkt neben uns zur Landung ansetzte. Der Hiker erwachte schreckhaft und wurde langsam zum Hubschrauber gebracht ☹️. Jetzt verstanden wir, so ein Trail kann auch mal ganz schnell zu Ende sein. Diese Situation erinnerte mich sofort an die Serie‘ Die Bergretter‘, aber nicht so kitschig aber realistischer. Gute Besserung für den Mann. Zum Abschluss stopften wir die süßen Melonenteile 🍉 in unseren ausgetrockneten Schnäbel, schlängelten uns an einem Pferdetrack welcher die Hütte mit frischem Proviant versorgte vorbei und freuten uns wieder auf dem Trail zu sein.

sehen wir uns ähnlich ?
wir hoffen, den brauchen wir nie 👍

Der jetzige Weg bis Castellu di Verghio( 1404 m) war echt keine Herausforderung. Bis zum Hotel/ Restaurant zeigte das Profil eher kaum merklich einen Höhenunterschied von 4 Meter an. Also beste Gelegenheit mal die Äuglein 👀 vom Boden unbekümmert in die Natur schweifen zu lassen.

Die Bäumchen am Wegesrand spendeten zu unserem Wohlbefinden noch vereinzelt Schatten. 50 min später stampften wir ins Hotel, schleckerten in Verbindung mit Cola, Kaffee ein großes Eis. Zu Mathias Glück wurden einige Outdoor Sachen, wie Wanderschuhe zum Kauf dargeboten. Seine jetzigen hätten die nächsten 10 km nicht überstanden. Eilfertig wechselt er die Treter und versuchte nun unser Trio anzuführen. Nach kurzer Zeit wuchs bei ihm allerdings die Einsicht, dass dafür nicht nur neue Schuhe entscheidend und notwendig sind, so dass er sich reumütig wieder in unsere Formation einreihte 😊👍.

das ist ein Kälbchen und noch Mathias ☀️

Bitte alles nicht so ernst nehmen,was ich hier so schreibe. Wir sind wirklich eine verrückt tolle Seilschaft und haben riesig Spaß. , veräpplen uns gerne gegenseitig aber motivieren uns für die bevorstehenden Aktivitäten gemeinsam, nach dem Motto: Alle für Einen und Einer für alle 😊.

sieht nicht nach einem harten Trail aus 😊
wer nimmt auch solch ausgelatschte Botten auf dem härtesten Trail Europas mit ☹️

Von Castellu di Verghio bis zur Refuge de Manganu sollten wir nun noch ca. 16 km laufen, um dort unser Nachtlager aufschlagen zu können. Mit neuen Schuhen eine Kleinigkeit. Bewundernswert war der Teil des Trails allemal, nicht nur weil viele Bäume 🌲 durch den ständigen Wind eigensinnig geformt wurden, sondern die Landschaft für die vielen Hiker gute Bedingungen anbot. Keine überstürzenden Kletterpassagen, zerklüftete Untergründe oder das Gefühl zu haben, deine Oberschenkelmuskelatur wäre durch Pudding ersetzt worden 😊. Bevor wir von Bocca San Petru 400 Höhenmeter auf den Bocca a Reta ( 1883 m)stiegen, ging es 40 min einen gediegenen Waldweg hinab. Bei einem kurzer Halt an der kleinen Kappele, San Petro hatten wir das Gefühl von einem spirituellen Duft eingehüllt zu werden. Sie forderte die hier ankommenden Pilger regelrecht auf, ihre Wünsche, Sehnsüchte oder auch Probleme an dieser Stelle abzuladen, mit der Hoffnung auf eine Antwort. Für uns lautete die Antwort: lauft um Gottes Willen in Frieden weiter ☀️.

Kappel San Petro

Je höher wir stiegen, umso schöner öffnete sich die Sichtweite in Richtung Paglia Orba und Monte Cinto. Auf dem heutigen höchsten Punkt, Bocca a Reta (1883 m) angekommen, vermisste ich meine jungen Mithiker👀. Wo sind sie denn geblieben? Spätestens unten am größten See, Lac Nino, würde ich auf sie warten. Hier konnte man endlich wieder aus einer Miniquelle frisches Wasser schöpfen. Der Boden unter den Füßen änderte sich auf Grund des Sees vom niveauloser Felslandschaft in einen grasbewachsenen morastigen sumpfigen Boden. Da überall Getier ( Rinder, Pferde) herumlungerten und wenn man sich auf den schwer erkennbaren Weg bewegte, war das Risiko in irgendeinem Loch zu versinken gleich 0👍. Was für ein abenteuerliches Wandergebiet. Der See strahlte so eine innere Ruhe und Stille, dass das Gefühl aufkam, wie ein Luftkissenboot über den feuchten Grasboden zu schweben. Mehrmals überfiel einen der Eindruck, man ist eher in schottischer Landschaft als in den korsischen Bergen.

Die Bergeries des Inzeccche war noch um diese Zeit geschlossen, aber kurz danach, konnte ich mich im kalten Wasser des Tavignano so richtig austoben um dem Körper und Geist einen Kälteschock zu verpassen. An der Bocca d. Acqua Ciarennte machte ich nochmals eine kleine Cola Pause und hoffte Bert und Mathias würden auflaufen.

die Beiden nehmen das nicht so ernst 😦
warum nicht mal ein kühlendes Bad

Ab nun war es bis zur Refuge de Manganu nur noch ein Kinderspiel. Noch einen kleinen Anstieg, eine langgezogene Kurve, der Wald lichtete sich und eine große mit Gras überzogene, durch menschliche Wesen, Kühe, Pferde, ein altes Steinhaus und viele kleine Zelte bestückte Fläche lag eingesäumt von kleineren Bergrücken vor uns. Meine Aufmerksamkeit und Gier nach zwei großen Biere 🍻 ergab sich aus meinem Überlebensinstinkt☀️. Natürlich übertreibe ich maßlos. Nicht die Strecke war anstrengend, sondern die Sonne ☀️versuchte die ganze Zeit die restliche Flüssigkeit aus unserem Körper heraus zu saugen. Etwas später turtelten die Zwei direkt an der Biertränke ein. Geschafft für heute. Zufrieden bestellen wir das korsische Abendmahl und richteten uns gesittet in den Mietzelten ein.

der heutige Tag

Nach 27 km, 4700 kcal und 7h 30 min. konnte nun getrost die Nacht einbrechen. Eure drei Muske(l)tiere. 🧑🏼‍🦽‍➡️🧑🏼‍🦯🏃🏽‍➡️

17.06 Der ultimative Kick

heute geht es richtig zu Sache

rechtzeitig fanden wir uns zu dem tollen Frühstück ein und genossen dies in vollen Zügen. Die heutigen zwei Abschnitte führten uns mit jedem Schritt an die Grenzen der Belastbarkeit, nicht nur weil wir heute den höchsten Punkt des Trail‘s , den Pointe des Eboulis ( 2607 m) überschritten, sondern auch die Streckenführung nebst Profil trugen dazu bei. Meine Befürchtung, dass Mathias mit größeren physischen Schwierigkeiten zu kämpfen hätte, bewahrheitete sich glücklicherweise nicht. Meine Einschätzung basierte auf dem gestrigen Tag, da wir sahen, dass Mathias am ganzen Körper zitterte und sich nur langsam beruhigen konnte, obwohl es sehr warm war☀️.

wilde Natur

07:00 Uhr stiefelten wir gut gelaunt in Richtung Refuge Tighiettu los. Es galt mal eben so mit vollem Magen 1280 Höhenmeter aufzusteigen und nach einer kleinen Erholungsphase 1020 m wieder abzusteigen. Dazwischen waren einige Kletterstellen, Restschnee und loses Geröll zu überwinden👍. Diese Unwegsamkeiten und bizarre Natur bildeten die Merkmale und den Rahmen der einzigartigen Landschaft.

der Aufstieg

Je höher wir kamen, wurde die Luft dünner, das Trinkwasser weniger, die Pausen länger, das Atmen kürzer,dafür schneller und der unbeugsame Wille zu kämpfen größer. Die grandiosen Bilder und Momente waren jedoch der verdiente Lohn für diese Strapazen. Das letzte Stück bis hoch zum Pointe des Eboulis hatte zu meiner Freude ☹️noch einig Schneefelder zu bieten, welche ich sicher und problemlos überquerte. 10.05 Uhr konnte ich bereits meinen Rucksack 🎒 auf dem höchsten Punkt fallen lassen und die wundervolle Bergluft in Ruhe einatmen. Überrascht war ich allerdings, dass der Gipfel um diese Zeit bereits mit unzähligen Wanderern übersät war. Nur meine zwei Junghiker fehlten noch ☹️. Die warmen Sonnenstrahlen, welche ungehindert auf meinen nun gestählten Körper trafen verursachten ein angenehmes Kribbeln in der Muskulatur und trugen zur schnellen Entspannung bei. Wie so oft, musste ich etwas länger auf meine Nachhut warten (40 min),

40 min später 😊 und wo ist Mathias?

Ehrlich gesagt, ich war innerlich mit meinen Mitstreitern sehr zufrieden, was das Durchhaltevermögen, die Schnelligkeit und die Einstellung zu diesen Herausforderungen anbelangten👍.

sie wissen nicht was sie tun 😊

Natürlich verweilten wir noch einige Zeit hier oben auf dem Gipfel und genossen inbrünstig die zauberhafte Inselwelt. Die Gipfelbesteigung auf den höchsten Berg, den Monte Cinto, lehnten wir jedoch ab und konzentrierten uns lieber auf den nun beginnenden Abstieg über die Bocca Crucetta( 2482 m) hinab zur der Refuge Tighiettu( 1683 m).

Das Stückchen bis Bocca Crucetta vereinte so einiges was man sich auf einer Bergtour wünscht. Von imposanten Aussichten, anspruchsvolle Pfade, die wir nur im Schritttempo bewältigen und körperlich Unversehrtheit😊. Der folgende Weg zeigte nun nur noch bergab und war im lockeren Tempo zu bewältigen, dachten wir. Einzig, was uns beunruhigte, war der Rettungshubschrauber, welcher über unseren Köpfen nach einem akzeptablen Landeplatz suchte. Gut das wir uns nicht direkt angesprochen fühlten, aber es mahnte uns weiterhin ständig unsere volle Aufmerksamkeit auf den Weg zu richten. Oben auf dem Weg zur Bocca Crucetta gab es schon die eine oder andere Möglichkeit sich außer Gefecht zu setzen. Wenig Trittfläche, scharfkantig gefalteter Felsen und die intensive Sonne ☀️ erwies sich heute nicht als Freund der mutigen Hiker. 14:00 erreichten wir die Refuge Tighiettu und unsere Sinne waren ab jetzt nur noch auf drei Dinge gerichtet: 1. Trinken, trinken und trinken 😊. 2. Essen, angebracht war ein Omelett. 3. ein ausgiebiges Bad in der mit kühlenden Wasser gefüllten Gumpe. Nun fühlten wir uns wieder stark genug, um das heutige Ziel, die Refuge Ciuttulu di Mori auf 1991 m anzugehen.

wohlverdient💪

Die nun folgenden 6,6 km werden als besonders schöne Etappe beschrieben. Die Wanderung führt um die Königin der korsischen Bergwelt, die Paglia Orba, das Matterhorn Korsikas herum. Bei den vorherrschenden Temperaturen zogen wir bereits nach 30 min es vor, an der Bergerie de Ballone( 1440 m) nochmals in eine kühle Gumpe zu springen. Sollten wir lieber hier, an so einem herrlichen Ort unser einziges Zelt aufstellen, oder uns doch zum Bocca di Foggiale ( 1962 m) hochquälen? Lieber noch etwas quälen als erholen meinten meine jungen Mitschüler 😊. Und so hüpften wir wieder in unsere schweißdurchtränkten und wohlriechenden Klamotten. Die Bergerie ließen wir unbehelligt rechts liegen und genossen lieber den abwechslungsreichen Weg durch einen lichten Kiefernwald und den atemberaubenden Blick auf das Matterhorn Korsikas. Langsam bewegten wir uns in die Höhe. Nicht das es nun sehr anstrengend wurde ( für mich jedenfalls nicht), aber irgendwie mussten wir doch sehr aufpassen, damit wir nicht durch die vielen kleinen Steinchen ins Rutschen gerieten.

kleine Pause

Wenn man das Bild so betrachtet, könnte der Eindruck entstehen, dass ich ja klar schneller sein musste als Bert und Mathias, da ich scheinbar ohne Rucksack wandere😊💪. Diesen Eindruck stelle ich nun mal richtig! Da ich oft auf die jungen Kerle einige Zeit warten muss, lohnt es sich meistens den Rucksack abzunehmen ☀️👍. Manchmal hatten sie auch keine Lust mehr sich diesen Strapazen zu widmen. ( siehe nächstes Foto)

das ist die Auffassung vom anstrengenden Wandern🥾

So schaffen wir den Trail nimmer 😊. 18:30 erreichten wir die Bocca die Foggiale ( 1962 m) und es eröffnete uns einen beruhigenden Blick über dieses Gebiet. Im Norden war der Paglia Orba(2525 m), in Nordwesten der Capu Tafunatu, im Osten schauten wir über das Niellu und im Süden sah man das obere Golo Tal.

in dieser Höhe schmeckt die Coke besonders 😊

19:30 Uhr, nach 18 km, 2078 Höhenmeter und 5986 kcal.erreichten wir die Refuge Ciuttulu. Wir organisierten einen Zeltplatz, mieteten ein Zweimannzelt und buchten noch zum Abendessen ein wohlschmeckendes Menü. Da wir spät dran waren, mussten wir noch einige Zeit auf unser Essen warten. Nach einer halben Stunde erlaubten wir uns nachzufragen, mit der Bestätigung, dass der knochige und knorrige Koch uns vergessen hatte. Kurze Zeit später stellte man uns Brot, Suppe und ein Schüssel Makkaroni auf den Tisch. Lecker 😋. Ich befand, dass wir zu wenig Makkaronis bekommen hatten und erklärte dem Nachbartisch, das sie eigentlich unser Menü bekommen hätten und deshalb einige Kellen abgeben sollten. 10 min später stellte es sich aber als fehlerhaft heraus. Habe ich wahrscheinlich das Französisch falsch interpretiert 😊.?? Wir waren jedenfalls mehr als gesättigt und schlichen uns, gefühlt wie der Wolf von den sieben Geißlein in unsere Zelte.

Ein toller und anstrengender Tag geht zu Ende . Gute Nacht 🐻

der heutige Abschnitt

16.06. Zunehmende Herausforderungen

die Nacht war auch ohne Zelt sehr mild und veranlasste uns 05:00 Uhr aufzustehen. Die ersten Hiker verliessen das Gelände bereits 04:00 Uhr. Das hatte ich schon 2019 festgestellt, dass im Gegensatz zu anderen Trail‘s sich viele sehr früh auf den Weg machten. Ich denke, es hängt mit den vielen Höhenmetern zusammen, welche täglich zu bewältigen sind. Nach dem Frühstück suchte ich nochmals das Gebiet ab, aber es änderte nichts daran, das Zelt ⛺️ war verschwunden. Dieser Verlust nagte nicht so sehr im Gehirn, wie der gestrige Taxi-Preis☹️. Der Vorteil lag nämlich auf der Hand, mein Rucksack war nun 2 kg leichter 😊.

ein Zelt für Drei💪
hier stand unser 2-Zelt ☹️

07:15 Uhr setzten Mathias und Bert ( ich trampelte bereits 45 min auf der Stelle☹️) endlich ihre Beinchen auf den Trail. Heute wollten( mussten) wir mindestens 2 Etappen bewältigen, wenn wir den vorgeschlagenen Zeitplan einhalten wollten. Bis zur Refuge de Carrozzu waren es nur 7,3 km, die dafür notwendig Zeit sollte 7,30 h betragen. Dieses Verhältnis deutete darauf hin, dass es ein sehr schweres Stück Arbeit werden würde. Weniger der Aufstieg war das Problem, sondern der langsam steile Abstieg.

Haut-Asco Ski-Gebiet das heutige Ziel
unser Guide Udo 🐻

Bis zur Bergerie La Mandriaccia( 1460 m) schlenderten wir wie normale Touristen, locker, fröhlich, ungezwungen und bewundernden die ursprüngliche, bereits sonnendurchflutete Bergatmosphäre. Spätestens jetzt schienen wir Drei auf dem traumhaften GR 20 angekommen zu sein. Wir rochen förmlich die bevorstehenden Herausforderungen im Körper und Geist und unser Respekt gegenüber dieser riesigen Steinmassen hüpfte nochmals auf ein höheres Level 😊. Der Weg wurde nun nicht nur steiler, sondern auch wesentlicher steiniger. Um die fantastische Naturpracht zu genießen und im Bild festzuhalten, war es besser ein paar Sekunden stehen zu bleiben, da die Gefahr umzuknicken, oder zu stürzen zu groß wäre. Bis zum Bocca di Piscisghia(1950 m) stampfen und kletterten wir durch ein eindrucksvolles Hochgebirge, immer etwas bergauf und ab, teilweise durch Ketten gesichert und überwanden einen kleinen Kamin bis hin zum Bocca di I‘Innominata( 1912 m). Dieser Abschnitt ist zwar sehr abenteuerlich, aber nicht ungefährlich.

sieht nicht steil aus, es war steil
so schwierig sieht es doch nicht aus 😊

Vom COL d‘ Avartoli (1898 m) hatten wir auf Grund des tollen Wetters nochmals einen herrlichen Rundblick.

noch zeigen sie ein ahnungsloses Lächeln 😀

Ab nun ging es bis zur Refuge de Carrozzu ziemlich steil ab und unsere Knie wurden erstmals auf Herz und Nieren geprüft. 11:30 Uhr trudelte ich in der Refuge ein und wartete auf meine jungen Mitstreiter, die sich erstaunlich noch in einer guten Verfassung präsentierten. Obwohl es nur einen Weg zur Refuge gab, verlief sich unser Neuling „ Mathias „ gleich mal und trottete als Letzter zum Mittagessen ein. Um den nun anstehenden strengen Aufstieg, 800 Höhenmeter auf 2,5 km zu überstehen verschlangen wir jeder ein Omelett und einige Energieriegel 💪. 15 min später, beim überqueren eines Baches kam es uns doch in den Sinn, nochmals eine Badepause einzulegen und somit unsere heißen Körper herab zu kühlen. Es war grandios.

wie kleine Kinder

Die Überquerung des Baches erfolgte über eine berühmte Hängebrücke (war jetzt nicht so besonders) und der Weg verlief talaufwärts über schräg liegende Felsplatten. Gut, das es trocken war, bei Regen verwandelt sich dieser Untergrund sicher in eine schmierigen Angelegenheit. Das heutige Ziel, Haut- Asco war nur noch 4,5 km entfernt, aber dieses hatte es in sich ☹️. Bis zum Lac de la Muvrella(1840 m) , in den man leider nicht baden darf war der Aufstieg noch ertragbar. Aber das letzte Stück, bis zum Bocca di a Muvrella(2025 m) war die heutige große Herausforderung. Wie immer wirst du für die Schinderei mit fürstlichen Ausblicken auf die korsischen Berge belohnt, wie zB. den höchsten Berg Korsikas, den Monte Cinto ( 2706 m).

Ich durfte mich auf den Gipfeln immer über eine längere Pause erfreuen, da meine beiden Mitstreiter in der Regel 1/2 h später eintrafen😊. Der Abstieg war in der Folge überhaupt kein Genus und sorgte nicht für Erholung. Das Gefühl in den Oberschenkelmuskeln entsprach eher einer Tortur, wenn einer mit Nadeln hineinstechen würde, ganz zu schweigen von den Kniegelenken. Aber warum sollten wir jammern, wir haben doch gewusst, was auf uns zukommt ( zumindest mir war das klar). Als ich ca 17:00 eintraf, flossen gleich zwei Coca Cola den ausgetrockneten Schlund hinab, baute auf einen der Zeltplätze das 1 Zelt auf mietete ein 2 Zelt, welche bereits aufgebaut waren und für Heiker, die kein Zelt mitschleppen wollten bereit standen. Nach und nach fanden sich Bert und Mathias mit einem Lächeln über alle vier Backen,trotz der Strapazen, auf dem Zeltplatz ein. Ich erklärte Beiden, wenn wir hier zelten, müssten wir auch in dem Restaurant zu Abend und Frühstück essen, da dieser dem Restaurant gehörte. Also zogen wir wie Vagabunden ins Restaurant, bekamen für 49,-€ pro Person ein tolles Abendmahl und ein vielseitiges Frühstück und waren uns sehr einig, dass es ein perfekter, spannender und spektakulärer Wandertag war. Nach 16,3 km, 7:30 min, Aufstieg 1750 m, Abstieg 1880 m und 6330 kcal ging der Tag zur Neige. Gute Nacht 🐻

Skigebiet Haut-Asco und Zeltplatz
die haben‘s nicht eilig ☀️

Korsika mit wahren Freunden 15.06-22.06.2024

nun ist bereits wieder ein Jahr vergangen, aber die Eindrücke des Peak of Balkan sind in unseren Erinnerungen immer noch hellwach. Lange Zeit vor dem Te Araroa stand fest, dass Bert und ich dieses Jahr den schwierigsten und zugleich schönsten europäischen Trail, den GR 20 laufen werden. Da ich bereits diesen im August 2019 gelaufen war, gestaltete sich die Planung und Vorbereitung unspektakulär. Bert erzählte ich vom GR 20 die tollsten Dinge und malte alles in rosaroten Farben, so dass er überzeugt war, diesen unbedingt erleben zu müssen😊. Vor lauter innerer Freude und Ungeduld teilte er dieses seinen Freunden mit und erregte große Aufmerksamkeit, mit dem Resultat, dass sich Matthias uns unbedingt anschließen wollte. Auch mein ständiger Hinweis, dass es sehr hart werden würde hielt ihn nicht ab sich uns anzuschließen. So nahmen wir zu Dritt diese Herausforderung an. Für die 180 KM hatte ich nur 7 Tage geplant, dh ich hatte mich verplant ☹️ und uns deshalb sehr unter Zeitdruck gestellt. Vom Flughafen Bastia nach Calenzana nahmen wir ein Taxi und erlebten unseren ersten Schock, für die 90 KM löhnten wir einfach so 360.-€ und wir waren erst mal richtig satt☹️, In Calenzana kauften wir noch einige Lebensmittel und 15:30 Uhr ging es dann endlich los. Von 280 Meter auf 1485 Meter hoch, stellte sich als erste wahre Prüfung heraus. Jetzt mussten die zwei jungen Burschen ( 50) Farbe bekennen. Haben sich Bert und Mathias ordentlich vorbereitet, oder dachten sie den alten Mann so im Vorbeigehen abschütteln zu können 😊. Alle Wasserflaschen wurden nochmals gefüllt und der Anstieg ins Gebirge begann unweigerlich mit dem Verlust an vielen Kalorien, welche wir hoffentlich jeden Abend durch ein tolles Hüttenmenu wieder ausgleichen können. Eigentlich wollten wir einen einfacheren Weg am ersten Tag bis zu dritten Hütte laufen, aber die Jungs wollten auf dem richtigen GR 20 bleiben und mussten sich somit den nun abnutzenden Anstrengungen für Muskulatur und Gelenke anfreunden. Bereits nach einer Stunde wechselten wir den sanften und von Grün gesäumten Weg auf den nun mit vielen Steinen übersäten und sehr karg bewachsenen Stolperfad hinauf zum Bocca u Salto ( 1250 m). Auf dem schroffen felsigen Untergrund schraubten wir uns kraftvoll, teilweise in Kletterposition in die Höhe. So richtige Erholungsphasen waren Mangelware, was uns aber nicht wesentlich zusetzte. Den anvisierten Zeltplatz (Refuge d’ Ortu 1570 m) erreichten wir durstig 19:30 Uhr. Erstaunt stellten wir fest, dass kaum noch akzeptable freie Plätze vorhanden waren. Wir beschlossen zuerst die Zelte ( 1- Zelt und ein 2-Zelt ) aufzubauen um dann in Ruhe das Abendessen zu zelebrieren. Mittlerweile brach die Nacht herein, werteten den windigen Tag aus und schnappten letztendlich unsere Rucksäcke um in den verdienten Schlaf zu fallen. Die Lichtkegel unserer Taschenlampen konnten nur das 1 – Zelt ausmachen. An dem Punkt, wo das 2- Zelt stand, gähnte eine Leere☹️. Bis auf einen Hering war der Platz so sauber wie geleckt. Der stürmische Wind hat gute Arbeit geleistet. Kurzerhand schliefen wir unter einem Terrassendach und gewöhnten uns schon mal an das Cowboycamping in den nächsten Tagen. Nach den ersten 15 km und 5 h Laufzeit fielen wir noch sehr vergnügt in eine schöne Welt. Gute Nacht 🐻

09.03 die Zeit nach dem Abenteuer

Vom Zeitpunkt an, wo ich den TA laufen mochte, bis zum Start zog es sich über die dreifache Zeit hin und nun ist er nach acht Wochen schon zu Ende. Wie viele Hiker, sehnte ich in der letzten Woche auch das Ende des Trails herbei. Nach so einer langen Reise möchte man einfach fertig werden und freut sich schon auf das Erreichen des angestrebten Ziels. Auch meine Befürchtung, dass ich mich mit der Zeit verkalkuliert hatte traf deshalb nicht ein, weil ich einige Straßenabschnitte gehitscht war und so zwölf Tage früher in Bluff ankam. Die Frage für mich war, buche ich den Flug um, oder mache ich jetzt zwölf Tage Urlaub und schaue mir die neuseeländische Landschaft ganz in Ruhe an, ohne vom Ehrgeiz gepackt zu sein. Um möglichst viele Aktivitäten zu erleben, entschied ich mich lieber das Vulkangebiet, rund um Taupo und Rotorua zu erkunden. Schnell buchte ich einen Flug von Invercargill nach Auckland, um dann mit dem Bus in den National Park Tongariro, auf der Nordinsel zurückzukehren. Dort hatte ich ein Hostel und den Alpine Crossing ( Vulkanüberquerung, welche eigentlich Teil des TA‘s ist, den ich aber vor fünf Wochen wetterbedingt ausgelassen hatte) gebucht. Mit einer Wandergruppe spazierte ich sehr gemütlich den Vulkan hinauf, trug aber meinen Rucksack trotzdem halbleere mit. Der heftige Wind und Nebel ließen an dem heutigen Tag erst in letzter Minute eine Überquerung zu. Die letzte Eruption war im Jahr 2012. Überall dampfte es noch aus einer Anzahl von Öffnungen und verbreitete einen intensiven schwefligen Gestank. Da die Truppe mehr als langsam war, nahm ich mein eigenes Tempo auf und stürzte, so wie ich es gewohnt war, den Parkplatz entgegen. Unser Guide, Chris war davon überhaupt nicht begeistert und zählte mich entsprechend an ☹️. Jedenfalls war es eine lockere aber sehr interessante Wanderung.

für den Vulkan gerüstet
steht eine Explosion bevor?

Zum Abendessen traf ich mich noch mit Anja, sie machte einen Rundreise und wir vereinbarten, dass sie mich morgen früh nach Taupo, mein nächster Aufenthaltsort mitnehmen könnte. So war die Frage, wie ich dort hinkomme auch gelöst. Wir verabschiedeten uns bereits am Mittag des folgenden Tages bei einem Kaffee und ich schaute mir unverzüglich die Vorbereitungen für den Ironman World Championship, welcher am Samstag hier stattfinden sollte an. Mein Triathlonherz schlug freudig auf und niedrer. Das war eine riesige Überraschung für mich, einen Ironman Wettkampf mal live zu erleben 😊💪. Meine hier geplante Aktivitäten verschob ich sodann einen Tag nach hinten. Der Startschuss fiel für die Profis 07:50 Uhr und ich befand mich bereits unter den vielen Zuschauern und hatte das Gefühl, unmittelbar an diesem Ereignis teilzunehmen 😊☀️. Wie elektrisiert rannte ich von einer zur anderen Ecke, um ja nichts zu verpassen.

mit der grünen Kappe bin ich 😊👍
die Siegerin C. Sodaro 8:40:07 h USA

Welche Zeit hätten ich denn erreicht? Der Sieger in meiner Altersklasse, 65-69 Kaiht Paker NZ benötige 12:23:42 h, vom Gefühl wäre das mein Bereich 😊. Aber vom Sprinttriathlon, was mein momentanes Betätigungsfeld ist, zum IRONMAN trennen mich Welten. Mit jeder fortgeschrittenen Stunde des IRONMAN stieg die Stimmung an der Strecke. Nach über 4:00 h trafen die ersten Athleten über den halben IRONMAN unter dem Jubel der Zuschauer ein. Noch vier weitere Stunden mussten wir warten, bevor der erste Profi über die Ziellinie lief ☹️. Da konnte ich erstmal getrost Kaffee trinken und Mittag essen. Gegen 16:00 Uhr stieg die Spannung unter den zahlreichen Zuschauern auf ein Höchstmaß, was sich in einer tollen Atmosphäre und Stimmung zeigte.

supi Stimmung
Maoris beim Startschuss

Als Besitzer eines nun aktuellen IRONMAN Shirt, hüpfte ich, noch emotional erfasst, gegen Mitternacht in mein Bett und in mir arbeitete theoretisch schon die eigene Vorbereitung auf solch ein Event😊. Für morgen hatte ich ein harmloses Event gebucht. Beginnend mit einer Segeltörn zu einem in Stein gehauenes Bild der Maoris, verbunden mit einer Schwimmeinlage im klaren Lake Taupo. Das Wasser ist hier so klar und sauber, das man es einfach trinken kann. Am Nachmittag schlich ich einige Stunden durch die hiesigen Outdoor Geschäfte 😊💪, um mich mit diversen Dingen erfolgreich einzudecken.

Maori Steinbild
endlich mal wieder schwimmen

Montag, der 04.03. Die letzte Station meines Urlaubs ( der Trail war für mich Arbeit😊) stand nun an und begrüßte mich mit einem Dauerregen. Da der Bus nach Rotorua erst nachmittags für, hatte ich noch genügend Zeit ausgiebig Kaffee zu trinken und geschützt vor dem Regen unter einem Baum zu schlafen😊.

Regen in Hülle und Fülle ☹️

Ein Frau trat an mich heran und fragte, ob alles okay wäre und ob sie mich mitnehmen könnte👍. 16:00 Uhr traf ich in Rotorua ein und suchte sofort mein Hostel auf. Alles hatte so geklappt, wie ich es erwartet hatte. In den kommenden drei Tagen wollte ich noch so viele Dinge wie möglich erleben. Eine Vielzahl von Events wurden angeboten. Ich buchte Zwei pro Tag und war sehr gespannt, was mich so erwarten würde. Den Stadtrundgang absolviere ich auf eigene Faust und freute mich auf den abendlichen Besuch eines Maori Dorfs. Hier wurde ich mit den Sitten und Bräuchen vertraut gemacht, durfte bei deren Tänzen zuschauen und bei dem abschließenden speziellen maorischen Abendessen teilnehmen. War wirklich köstlich und vielfältig.

Maori
sehr reichhaltig und köstlich

Für den nächsten Tag hatte ich ein slithering – Abenteuer und für den Abend eine Kajak Tour durch die Glühwürmchen Höhlen gebucht. Slithering bedeutet, du legst dich auf ein Bord, an den Füßen Schwimmflossen und dann rauschst du einfach einen wilden Canyon mit Stromschnellen und Wasserfällen hinunter. Leider wurde diese Aktion kurzfristig abgesagt☹️. Zufälliger Weise wartete ein Auto vor dem Hostel, um einige Touris zum Vulkan auf dem Mt Tarawera zu fahren. Wir sprachen kurz und schon war ich ein Teilnehmer dieser Expedition. Im Jahr 1886 explodierte dieser Berg und teilte ihn in zwei Hälften. Die Caldera durchwanderten wir, wobei der sehr steile Abstieg durch lockeres Asche/ Steingemisch nicht ganz einfach war.

Caldera
hinab ins Tal

Für die am Abend anvisierte Kajak Tour stellten in sich optimale äußere Bedingungen ein. Sternenhimmel, Windstille und in den Höhlen viele kleine leuchtende Würmchen, in welche wir teilweise hineinfahren konnten.

die größte und hellste Höhle

Gegen Mitternacht ging ein hochinteressanter Tag zu Ende. Der Donnerstag stand ganz im Zeichen eines Wildwasser Raftings💪. Zu Sechst bildeten wir eine Crow und bekamen einen sehr erfahrenen Guide, Hudson als Kapitän, der uns sicher durch das aufgepeitschte Wasser und die Stromschnellen manövrieren sollte. Immerhin stürzten sich die Wassermassen tosend den Fluss hinab und überwanden insgesamt 14 Stromschnellen und drei Wasserfälle. Wir meisterten den Tutea Wasserfall, den weltweit höchsten befahrbaren Wasserfall mit 7 Metern Höhe. Das Schlauchboot wurde dabei samt Besatzung komplett unter Wasser gedrückt und mit dem Atmen, bzw. mit der Orientierung war es für einige Sekunden vorbei 😊. Ein Gaudi der Extraklasse.( Bilder werden nachgereicht). Nach 2,5 Stunden war das Spektakel vorbei. Manche Boote verloren in den Fluten kurzzeitig ihrer Besatzungen, welche aber alle diese ungewöhnliche Situationen lächelnd überstanden. Danach hatte ich mir ein deftiges Mittagessen verdient und auch gegönnt 👍. Den Nachmittag nutzte ich zum schlafen und um den nächsten und letzten aktiven Tag auf Neuseeland zu planen.

zweiter von rechts 🐻
harmlos 😊

Meine Wahl fiel auf das Waimangu Vulcanic Valley. Das Tal liegt vor dem Berg Tarawera, ein schlafender Vulkan ( war ich ja vor zwei Tagen), welcher am 10.06.1886 ausbrach und und alles zerstörte. In den Jahren 1900-1904 war hier der größte Geysir der Welt aktiv, wobei vier Touristen getötet wurden und 1917 brach der Bratpfannensee aus und zerstörte ein Wohnhaus. Dieses Tal ist deshalb so interessant, weil man hier die Entstehung der Erde hautnah erleben und beobachten kann. Überall steigen aus den Kraterseen heiße dampfende Wolken auf und heißes sprudelndes Wasser wird unter blubbernden Geräuschen aus kleinen Schlünden in die Höhe katapultiert. Der Bratpfannensee😊 zb. fliest mit einer Temperatur von 50 Grad und 110 Liter pro Sekunde ab. Aber der Inferno Krater See, wenn er in bestimmten Zyklen gefüllt ist, erhitzt sich sogar auf 80 Grad. Im ersten Moment wirkte auf mich alles so unrealistisch und künstlich geformt, wie die Kulisse zum Film „ Herr der Ringe „. Nein, es war Realität, was hier die Natur über tausende von Jahren erschaffen hatte. Ich konnte nur noch über diese Naturwunder staunen und war happy, dass ich mir zum Abschluss so ein überwältigendes Erlebnis ausgewählt hatte.

sah es im Jahr 1917 so aus?
Südliche Krater
Smaragd Krater
Schlund

Gegen Nachmittag traf ich wieder im Hostel ein und war mit dem Packen beschäftigt. Am 09.03 , 07:30 Uhr setze ich mich in den Bus nach Auckland Flughafen, um nach 10 intensiven Wochen wieder in Richtung Heimat zu fliegen. Wohlbehalten landete ich am 11.03 12:00 Uhr in Leipzig☹️. Um die Frage vorweg zu beantworten, im Juni werde ich nochmals den GR 20, auf Korsika, den schönsten und schwierigsten Trail Europas laufen , aber nur 179 km 🐻💪. Bis dahin bleibt alle gesund und wer Lust hat mit auf den GR 20 zu kommen, meldet euch bitte bei mir.

25.02 Das Ende des TA

am Ende des TA extra für mich

die letzten 33 Kilometer wollte jeder für sich alleine in seiner eigenen Blase, welche sich über die Wochen gebildet hatte laufen. So startete ich bereits 07:00 Uhr, um die Gewissheit zu haben, mich nicht mit anderen Hikern messen zu müssen und rechtzeitig in Invercargill zurück zu sein. Fast die gesamte Strecke verlief an der Straße entlang, was mich heute keineswegs störte. In den paar Stunden zeigte sich das Wetter nochmals in all seinen Fassetten, von trüb, sonnig, windig, bis regnerisch, so zusagen im Zeitraffer der letzten 9 Wochen. Das für die emotionalste Phase, die letzte Etappe, nur die Straße und keine andere Alternative möglich gewesen war, bedauerte ich schon. Da läufst du 3000 km( ich nur 2400km) von Cap Reinga nach Bluff und wirst am Ende mit der langweiligsten Etappe belohnt ☹️. Natürlich habe ich über die 5 Stunden ein Smileygesicht ausgestrahlt und war auch happy den Trail heute beenden zu können, aber ein Gefühl der mittlerweile ‚Routine’ wollte nicht aus meinen Kopf. Auf dem Weg nach Bluff versuchte ich den gesamten Trail nochmals vor meinen Augen wie einen Film ablaufen zu lassen. Erst da wurde mir bewusst, dass ich wieder unwahrscheinlich viele besondere und unterschiedliche Erfahrungen gesammelt hatte, die ich überhaupt nicht mehr so richtig aufzuzählen vermochte. Zumal der TA gegenüber meiner bisherigen Trails andere Ansprüche in Richtung Organisation, Planung, Schwierigkeiten, Profil und Motivation stellte. Es ging mit der brutalen Sonne los, später öfters Regen, Organisation einer fünftägigen Kanutour, weil es kaum eine andere Möglichkeit gab, ständiges River Crossing durch tiefe Flüsse mit starker Strömung, durchlaufen von sumpfigen Grasland und die beschwerlich zu überwindenden matschigen Wege in den Regenwäldern.
Ich hatte mich anfangs mit dem TA sehr schwer getan und sogar ans Aufhören gedacht, aber ich habe den Trail meinen zwei Freunden, Roberto und und Uwe gewidmet und mir gesagt, dass ich deshalb nicht aufhören kann und bis zum Ende kämpfen werde und mein Abenteuer ging nun positiv für mich zu Ende. Die Zwei sind auch Kämpfertypen und ihr Abenteuer sollte hoffentlich auch so ausgehen wie meins. Obwohl ich alles selbst in der Hand hatte, versuchte ich einen Haufen Energie und Ausdauer für den ungleichen Kampf gegen den Krebs Beiden mit auf dem Weg zu geben. Ich drücke fester als fest die Daumen und das auch auf dessen langen Weg am Ende sie oben auf stehen und jubeln können. Plötzlich erschien vor mir, wie aus dem Nichts ein riesiger Regenbogen 🌈. Ich schaute mir unglaubwürdig den Himmel an, als ob er mich aufforderte durch dieses riesige bunte und vielversprechende Tor gehen zu müssen. Wenn ich das täte, würden meine Freunde wieder gesund und ich löste damit meine Versprechen ein. Der Regenbogen zeigte sich noch mehrmals und vermittele mir so einen väterlichen Eindruck, du schaffst das 💪. Die letzten 5 Kilometer führten doch noch über einen kleinen Hügel und dann weiter an der Küste entlang und der Trail war für mich Geschichte. Auf einem Felsvorsprung, mit herrlicher Sicht auf den Ozean packte ich meine Sektflasche aus und nahm einen kräftigen Schluck. Eine junge Trailrunnerin bat ich ein Erinnerungsfoto von mir zu machen. Es war verrückt☀️, Jenny aus dem Erzgebirge. Wir tranken gemeinsam ( ich 2/3)die Flasche Sekt aus und vereinbarten, dass sie mich anschließend mit ihrem Auto nach Invercargill mitnimmt😊. Sie war Leistungssportlerin im Skilaufen und studiert in Innsbruck Jura. Halb besoffen rannte ich dann zum Parkplatz und war bereits 14:00 Uhr wieder in Invercargill. So endete mein Abenteuer Te Araroa auf Neuseeland. 🇳🇿 Erst jetzt trat eine gewisse innere Genugtuung und Ruhe ein. 😊☀️👍🐻🐻🐻🐻🐻🐻🐻🐻🐻🐻🐻🐻🐻🐻🇳🇿

Nun galt es die nächsten 10 Tage, bis zum Rückflug zu planen. Im Raum stand der Rückflug nach Auckland und von dort aus eventuell weiter nach Cap Reinga( Beginn des Trails), oder nach Taupo in den Nationalpark. Mal schauen 👀 Gute Nacht 🐻

im Hintergrund das Ziel Bluff
noch 5 Kilometer
2400 Kilometer
der Sekt steht bereit
eine Ausnahme
Jenny

24.02 ein lange Strandwanderung

bevor es an den Strand ging, ließen wir uns zu einem besonderen Frühstück in einer Bakery hinreißen. Da gab es richtigen selbst gemachten Kuchen 🍰 und Brot und in der Regel haben diese nur bis 15:00 Uhr auf. Im Gegensatz zum Rucksack war heute der Magen voll, sonst ist es immer umgekehrt.Weiter Faktoren für den heutigen gesunden und angenehmen Verlauf versprach der bewölkte Himmel, ein von hinten seitlich schiebender Wind und natürlich ein fester, schier unendlicher Sandstrand. Sage und schreibe, 20 Kilometer Sandstrand, außer zwei Hiker keine Leute unterwegs, dafür unsagbar malerische Natur. Das heißt, rechts der tosende Ozean und links Sanddünen☹️.Da musste ich mich anstrengen dem etwas abzugewinnen. Die ersten zwei Kilometer war das sicher toll, aber danach Monotonie pur👍. Deshalb sehnten wir die in 15 km vorausgesagte River Crossing ( die Letzte) als heutiges und einzigartiges Abenteuer herbei. Da wir im Schnitt bei 5,8 km/h lagen, kamen wir noch rechtzeitig nach 3 1/2 h am Fluss an. Das war soweit von Bedeutung, da wir es hier mit Ebbe und Flut zu tun hatten und eine Durchquerung nach dem Mittag an dieser Stelle nicht mehr stattfinden konnte, bzw sollte. Schuhe und Strümpfe aus, die kurze Hose hochgekrempelt und schon war ich zwischen den zwei Kräften, der Fluss wollte ins Meer und das Meer drückte in die Flussmündung gefangen. Wenn du zeitig kommst, reicht das Wasser nur bis zur Wade. Bei mir rechte es bereits bis zum , was sich zwischen den Beinen befindet 😊. Nachdem ich untenrum so einigermaßen trocken war, kündigte sich von oben Regenschauer an. Der Trail führte uns endlich beim Oreti Beach vom Strand weg , in Richtung unseres heutigen Ziels, Invercargill,. Wirklich zufällig standen wir in einem guten Restaurant, mit sehr gutem Essen und überbrückten so den Regenschauer. 15:30 Uhr bezogen wir nach 32 Kilometern unsere Herberge im Centum von Invercargill. Hier checkte ich mich für drei Tage ein. Was dann folgte, ist ja klar. Heute war es ein unwiderstehlich einfacher und uninteressanter Tag. Nennen wir ihn einfach den ‚vorletzten Tag, auf dem Weg nach Bluff. Leider kann ich seit zwei Wochen nicht mit aufgezeichneten Daten dienen, da sich meine Uhr nicht mehr aufladen lässt und somit ich nicht mit absolvierten Höhenmeter, verbrauchten kcal, oder genau gelaufenen Kilometer prahlen kann. Wir überleben das 💪. Gute Nacht 🐻

guten Morgen
Kirche von Riverton
in der Bakery
sieht so ein toller Strand aus?
riesige Meerespflanzen
durch Ebbe und Flut an den Strand gespült
River Crossing
Geschafft
der hat es nicht geschafft 😊

23.02 nun wird alles gut 😊

ich habe wunderbar in der alten Hütte geschlafen. Hier haust soviel Geschichte drin, dass man bestimmt mehrere Bücher voll schreiben könnte. Durch die großen Ritze konnte ich sehr gut die Außenwelt beobachten. Damit die Kälte nicht ganz ungehindert in die Hütte drang, waren die größten Ritze mit alten Säcken verhangenen, damit meine ich nicht mich😊. Rein in die nassen Schuhe und im guten Glauben, dass die gestrige Schlammschlacht die Letzte wäre, ging’s hinab in die Ebene. Bis nach Bluff wird es keine größere Erhebungen mehr geben👍. Die nächste historische Hütte, Turnbull‘s Hut war nur 5 Kilometer entfernt und wartete mit einer Überraschung bereits auf uns. Bis dahin hieß es wieder sich durch den Schlamm kämpfen und im Kopf klar zubleiben. Bereits der Gedanke, dass uns ein Trailmagic mit bereitgestellten Bier, Cola, Süßigkeiten und Obst beglücken wollte, ließ uns förmlich über den Matsch fliegen. An der Hütte standen wirklich mehrere Kühlboxen mit den angesagten verführerischen Gaben, mitten im Schlamm. Wir stürzten uns gesittet wie wilde Tier auf die Kisten und prosteten uns mit einem großen Schluck aus der Dose zu. Als Zugabe freute ich mich über eine Dose Red Bull ( soll ja einem Flügel verleihen )😊. Das nach der Hütte der Weg besser wurde, hing augenscheinlich damit zusammen, dass wieder öfters kleine Bäche den Weg ins Tal sich bahnten und somit für trockenere Wege sorgten. Auffallend zeigten sich im Boden von Menschenhand geschlagene tiefe akkurate Gräben👀, welche teilweise von Farnen und Bäumen überwuchert wurden. Vor ca. 50 Kilometern hatte ich auf einem Schild gelesen, dass hier Mitte des letzten Jahrhunderts durch chinesische Arbeiter nach Gold gebuddelt wurde. Die damaligen Bedingungen mussten unmenschlich gewesen sein. Zum Abtransport der Gesteinsmassen wurde sogar eine Eisenbahn, welche komplett auf Holzschienen führ eingesetzt. Unglaublich 💪. Verschlammt wie wir waren, konnte wir nicht in Richtung Colac Bay weiter laufen, denn dort wartete ein Restaurantbesuch auf uns. Die würden uns gewiss hochkantig hinaus werfen. Zum Glück stießen wir am Ende des Regenwaldes auf einen kleinen Fluss, in dem wir den an uns anhaftenden Schlamm abspülen konnten. So trauten wir uns zurück in die Zivilisation. Noch ein paar große Schritte auf der Straße und die letzten anstrengenden Tage waren vergessen. In unseren Vorstellungen saßen wir bereits am Tisch und verspeisten einen riesengroßen Burger. Ein Humpen Bier rundete die Sache ab. Die Realität folgte wenig später wirklich👍☀️. So wie Max und Moritz kamen wir uns vor, aber mit in die Sonne zu legen konnten wir uns noch nicht leisten. 12 Kilometer Straße bis zum heutigen Campingplatz in Riverton lagen noch vor uns. Eine Herausforderung stellte diese Tatsache nicht mehr an uns, waren wir doch an härtere Bedingungen gewöhnt. Zum Tagesausklang folgten die üblichen Dinge, Zelt aufbauen, Wäsche waschen, Einkaufen und gut zu Abend essen 😊. Für die nächsten zwei Tage blieben nun nur noch 65 entspannte Kilometer übrig. Gute Nacht 🐻.

Tunbull‘s Hut
das erste Mal erlebe ich TrailMagic
die Bierkiste wird geplündert
Goldgräberstimmung
fröhlich sahen die nicht aus
das habe ich mir verdient
nach Riverton kommt nur noch Invercargill und Bluff ( 65 km)
hoffentlich geht es gu
früher hat man hier Gold gewaschen 👍

22.02 Schlammschlacht

die zwei Heiker hatten noch genug von gestern und beschlossen noch einen Tag sich in der „gemütlichen Hütte „ auszuruhen. Wir aber machten uns auf den Weg, vielleicht in unser Unheil? Das von ihnen gezeigte Video versprach auf alle Fälle viel Spaß ☹️. Die ersten 10 km beeindruckten uns besonders durch die weitläufigen Gehege für Rehe , den durchgeführten Kahlschlag eines Teils des Waldes und den anschließenden Eukalyptusbäumen. Das Halten von Wild konnte ich nachvollziehen, warum ein Teil des Waldes gerodet wurde nicht. Vielleicht hat sich die Monokultur nicht bewährt. Für mich war es ein einziger eukalyptischer Rausch und ich sog die freigesetzten Ingredienzen tief durch die Nase ein. Also, nicht nur der Geruch der Pinen vernebelt meine Sinne, nun auch noch Eukalyptus 😊. Der Spaß hörte dennoch auf und ich musste mich wieder voll dem nun schwereren Teil des Trails zuwenden, der eine Menge an Spannung und Matsch versprach💪. Wir tauchten auf einem schmalen Pfad ab, in den wunderbaren von Kobolden und anderen Geistern bewohnten Regenwald. Genau dort, wo der meiste Morast lag, schlängelte sich der Pfad um 700 Höhenmeter hinauf.

nicht in der Mitte laufen 😊

Es blieb nicht aus, dass ich öfters in den Schlamassel geriet und meine Unterschenkel mit einer Schlammpackung beglückte. Lange Beine und eine gewisse Gelenkigkeit waren von großem Vorteil. Ein uns entgegenkommender Hiker zeigte uns, wie tief man auch im Regenwald wortwörtlich sinken kann. Der arme Kerl. Wie hat er es geschafft sich aus dem Schmotter alleine zu befreien ☹️. Drei harte Stunden steckten in unserem Körper, als wir den Gipfel erreichten und mit einem festen bergabführenden Weg belohnt wurden 👍, bevor der nächste Anstieg auf uns zukam, welcher dem Ersteren glich. Irgendwann mussten doch die Unannehmlichkeiten aufhören, in der Ferne war doch der Ozean bereits zu sehen, so dachte ich. Mittlerweile hatten wir den ersten Teil des Regenwaldes verlassen und liefen über eine moralisch zermürbende, wohl nicht endende Hochebene. Nur noch 2 Kilometer und wir könnten uns gemütlich in der Martin’s Hut einfinden. Das ist die erste und älteste Hütte ( im Jahre 1905 erbaut) auf dem gesamten Trail. Die einfache Bauweise, ganz in Holz überzeugte durch ihre Funktionalität und Einfachheit. Wie so oft, unterschätze ich die letzten Kilometer. Die hielten meistens noch kleine Überraschungen für uns bereit. Es ging nochmals richtig steil in knöcheltiefen Schlamm bergab. Gut, dass es in den letzten Tagen geregnet hatte und das Wasserfass noch halbvoll war und wir uns einer Grundsäuberung zuführen konnten. Ich sammelte etwas trockenes Holz, um ein bisschen Wohlempfinden in die kleine Hütte zu schaffen. Gelungen ist es mir aber nicht ☹️. Nach 32 Kilometer beendet wir ohne größere Verletzungen diese Schlammschlacht. Gute Nacht 🐻

sind alle für Bernhard 👍
Eukalyptuswald
der Longwood Forest Track ist nichts für Tagesausflügler
hier wohnen einige Kobolde drin
hoffentlich naht bald das Ende
Mutig
der erste Gipfel ist erklommen
oh, der Ozean ist bereits zu sehen
ein Wirrwarr
Hochebene
bin mit der Nase an einem Dornenbusch hängen geblieben
so kann es auch ausgehen, der arme Kerl
die Chance hier nicht hinein zu geraten ist gering
Ein bisschen Freude gibt’s doch noch
Udo auf weiter Flur
die älteste Hütte auf dem Trail, die Martin‘s Hut
das Innenleben

21.02. Es wird ein gemütlicher Tag

im Grunde genommen, wissen wir, wie der bevorstehende Tag aussieht und auf was wir uns einstellen bzw. einlassen müssen. Die Trail App und Kommentare von anderen Hiker helfen uns bei der Planung. Bevor wir uns von der Birchwood Station verabschiedeten, machten wir noch Bilder vor der Schafherde, welche heute ihre Wolle verlieren werden. Unklare war, ob man uns von den Schafen unterscheiden könnte 😊.

ein schwarzes ( hier in blau) Schaf 🐑 gibt es überall 👍

Die Herausforderung an unsere heutigen psychischen und physischen Stärke lag bis auf die 450 Höhenmeter nicht sehr hoch. Nur das letzte Stück hatte es knüppeldicke in den Beinen. Mein Oberkörper lag stellenweise parallel zum Hang, dadurch konnte ich nicht die Füße komplett aufsetzen und der Ruf nach einer Sauerstoffflasche wurde immer reeller 😊. Erstaunlicherweise erholten wir uns von dieser heftigen Zwischeneinlage schnell und strebten unverzüglich nach unten zur Merriview Hut. Mach 30 schnellen Kilometern richteten wir uns schließlich häuslich ein um das anstehende Abendessen zu zelebrieren. Nudeln mit Tunfisch 👍. Später kamen doch noch zwei Day- Hiker aus der entgegengesetzten Richtung und berichteten von ihren sehr schlammigen Erlebnissen, was ja auch an ihren verkrusteten Beinen ersichtlich war. Ob das alles so stimmt, was sie sagten, werden wir morgen ja am eigenen Leibe erfahren.

bin ich nicht ein Held
Konfortabel

20.02 Farmers Land

nun regnet es doch öfters als mir lieb wäre. Nicht nur die Sandfliegen nervten mich unwahrscheinlich, sondern auch der einsetzende Regen und Sturm. Bereits um Mitternacht stand das Zelt unter Wasser☹️, was ich allerdings selbst verschuldet hatte. Schlau, wie ich war, legte ich beim Zeltaufbau mal eine Folie unters Zelt, die dann das Regenwasser ins Zelt weiterführt☹️. Auf meiner Luftmatratze kam ich mir vor, wie auf einer Insel. 08:00 Uhr klärte sich der himmlische Schleier etwas auf und Abmarsch war angesagt. Der heutige Abschnitt stand unter besonderer Hoheit und versprach einen Einblick in den sehr harten aufopferungsvollen Farmeralltag. Nicht immer ist es möglich den Trail über staatliches Land zu führen. Oft müssen die Farmer um Erlaubnis gebeten werden, dass wir über ihr Land laufen dürfen. Das Gute, die Wege sind ganz passabel, da diese auch durch landwirtschaftliche Geräte genutzt werden, aber du darfst nur ausnahmslos diese vorgegebenen Wege nutzen und keine anderen Aktivitäten, wie Zelten, Lagerfeuer oder Angeln betreiben. Die Kühe, Schafe oder Rehe sollten nicht durch uns gestört werden. Trotzdem lässt es sich nicht vermeiden, dass du durch diesen Herden durchlaufen musst. Der heutige Weg war irgendwie besonders, da er 28 km über privates Gelände des größten Farmers von Neuseeland führte👍. Schafe und Kühe wohin du schautest, grüne satte Wiesen, kleine Flüsse durchzogen dieses Gebiet und unter der lächelnden Sonne ein begnadete Ruhe. Das Laufen machte einfach nur Spaß. Mit strapaziösen Auf.-u. Anstiegen hatte ich heute nichts zu tun. Schnellfüßig erreichte ich die Punkte, die gerade mir noch so weit entfernt vorkamen. Da ist es auch nicht so ärgerlich, wenn man ein paar Kilometer in die verkehrte Richtung gelaufen ist ☹️. Nach den letzten anstrengenden Tagen war diese kraftlose Beanspruchung überfällig und die Natur beherrschte heute mehr als denn je meine Wahrnehmungen. Die Konzentration auf Wurzeln, Steine, Äste, Wasserlöcher oder steile Wege, wie meistens war jedoch nicht gefragt. Die Sicht reichte bis zum Horizont und das Wetter trug zum Wohlbefinden bei. Ab und zu wurde ich beim Überqueren von Weidezäunen mit Spannung/ Energie versorgt😊, die eigentlich für die Tiere bestimmt war. Das Pinkeln am Weidezaun sollte man besser unterlassen ☹️. 15:00 Uhr stiegen wir über den letzten Zaun des Farmers und steuerten die heutige Hütte, Birchwood Station, an. Als Erstes wurden die von der Nacht noch total nassen Klamotten in die Sonne gelegt und mir selbst ein kleines Nickerchen in der Sonne verordnet. Für den Abend stand dennoch ein außergewöhnliches Erlebnis bevor😊. Sahra, eine junge Farmerin, konnten wir anrufen, sie bereitete bei sich zu Hause selbstgemachte Pizzen vor und brachte diese zusammen mit Bier und frischen Eiern im Auto zur Hütte. Bevor sie kam, rief sie an, dass wir den elektrischen Pizzaofen, welcher an der Hütte stand anzustellen sollten. Es es war perfekt. Selbstgemachte Pizza, kaltes Bier, ein krönender Abschluss des beeindruckenden Tages. Danach sprach ich noch mit dem Besitzer der anliegenden Schafsfarm über deren Tätigkeiten, und das sie auch Arbeitskräfte benötigen. Ich bot ihm an, nächste Jahr mit Tine zurück zukommen und ich bei freier Kost und Logis beim Schafscheren helfen würde 😊👍. Beide mussten wir lachen. Vollkommen mit dem Tag zufrieden, hüpfte ich in die Koje. Gute Nacht 🐻

Guten Morgen lieber Tag
nicht nur die Wege wachsen zu 😊
Farmerland
Idyllisch
für Körper und Geist pure Entspannung
wir sind mit Udo Bär 🐻 ganz zufrieden

19.02 es geht noch kompakter

so wie ich gestern Abend von einem Regenbogen belohnt wurde, begrüßte mich am morgen ein neuer Regenbogen 🌈., was mag das nur schönes bedeuten. 08:00 Uhr ging es auf die Reise. Der Regen hatte glücklicherweise nachgelassen und ich konnte die nächste Etappe, zur Telfort Campsite , 27 km angehen. Insgeheim hoffte ich noch auf Sonnenschein, so dass sich das heutige Übel besser ertragen ließe. Der heutige Weg würde sich besonders durch Schlamm, glitschigen Untergrund, Flussdurchquerungen und um einen 600 Höhenmeter zu erklimmenden Berg ( 1047 m) hervorheben. Eigentlich passt da nichts zusammen☹️. Es wird der letzte Berg über 1000 m sein😊. Was für eine Genugtuung. Kurz vor dem matschigen Aufstieg stopfte ich mich mit Tortillas, bestrichen mit viel Nutella voll, um das zu benötigende Potential abzurufen. Bis zur Baumgrenze hinauf verlief alles nach Plan, fast jede sumpfige und nicht gerade appetitlich reichende Vertiefungen konnte ich aus dem Weg gehen. Trotzdem ging von mir ein übelster vermoderter Geruch aus. Ich bin mir sicher, es handelte sich nicht um meinen Verwesungsprozess. Hier blieb ich mal an Ästen hängen, da stolperte ich über Baumstämme und meine Schienbeine waren mehr rot vom Blut, als braun gebrannt von der Sonne. Das klare kalte Wasser verschaffte da schnell Abhilfe. Wenn du dann auf dem Gipfel stehst, vergisst du die Müßigkeit und ergötzt dich des Anblickes von oben über die wunderbare Landschaft. Da jeweils ab Mittag der kalte Wind kräftig zunahm, verweilte ich nicht sehr lange da oben. Der windige steile Abstieg, teilweise auf einem Grad entlang, forderte von mir eine hohe Aufmerksamkeit, um nicht vom Weg gefegt zu werden. Pünktlich 15:00 Uhr ( ja, war sehr früh) befand ich mich bereits auf dem Campingplatz und baute meine eigenen vier Wände auf. Eine halbe Stunde später trafen dann auch André und Michael ein. Da der Wind hier im Tal genauso stark und kalt durch die Gegend beließ, verkrochen wir uns alle lieber in den Zelten und waren über den heutigen Ausgang, trotz aller Widrigkeiten sehr zufrieden👍. Bereits vor dem Schlafen fegte eine Regenguss den anderen über uns hinweg und ich merkte, dass an verschiedenen Stellen Wasser ins Zelt drückte. Ich lag aber auf der Isomatte, eingehüllt im Schlafsack etwas auf dem Trockenen 😊. Nun werde ich die letzten Kilometer auf diesem Trail, zusammen mit André in Ruhe herunter laufen und mein Tempo drosseln. Ob ich nun einen Tag früher oder später in Bluff bin, ist mir egal. Ich möchte die letzten Tage unbeschwert genießen ( gut, ein paar kräftezehrende Aktionen stehen noch bevor) und merke, dass diese Art zu laufen sehr angenehmer und stressfreier ist( pro Tag zwischen 25 und 30 Kilometer), als mein eigentliches Tempo. Gute Nacht 🐻

Begrüßung durch einen morgendlicher Regenbogen
die Sicht in die andere Richtung
Optimismus pur
mehr Regenwald
ein Beispiel vom Kampf gegen den Morast
putzig
Mittagspause an der Lower Wayraki Hut
auf dem Gipfel angekommen
es geht bergab 😊
Rundumschau
meine heutige Übernachtung

18.02 es muss weitergehen, auch wenn es sehr schlammig wird

ich stand noch unter dem Milford Sound Spektakel, als ich heute Morgen meine Sachen für die nächsten fünf Tage packte. So lange werde ich in der Wildnis verschwunden sein. Ein schneller Hitsch wird mich umgehend auf den Trail zurückbringen. So war der Plan. 8:00 Uhr stellte ich mich zum Abholen an die Straße. Zum Sonntagmorgen war schon reger Verkehr und dachte, in 30 min. bin ich weg. Aber keiner hielt an☹️. Die älteren Leute fuhren wahrscheinlich in die Kirche 😊 und die vielen Asiaten schenkten mir nicht mal einen Blick. Nach einer Stunde gesellte sich André aus den Niederlanden zu mir und gemeinsam hielten wir nun unsere Däumchen in die Höhe👍. Nach zwei Stunde n legten wir eine Kaffeepause in der Tankstelle ein und Frustrationen machte sich breit. Nun gesellten sich noch drei andere Hiker dazu, was uns garantiert nicht gefiel. Nach 2:30 Stunden hielt endlich ein Farmer und nahm uns ein Stück mit. Für die restlichen 20 km hielt sogleich ein deutscher Hiker und unser Laune stieg sofort über 100%😊. Der Café Kiosk hatte auch bereits auf, aber wir verzichten darauf und liefen 11:30 Uhr los. Zwischendurch nahm uns noch ein Frau ein paar Kilometer bis zur nächsten Hütte mit. Unsere Zielhütte sollte heute die Aparima Hut in 23 km sein. Mit der getankten Energie der letzten Tage kletterten wir den Weg in einer fröhlichen Lockerheit hinauf. Hier und da war der Weg durch das herabfließende Wasser etwas schmierig, aber wir standen sicher auf der Linie. Einige Heiker kamen uns mit schmuddeligen Schuhen und Hosen entgegen und klärten uns über den weiteren Zustand des Weges auf. Die letzten 10 km sprangen wir mehr von einer Seite des Weges auf die andere, um ja nicht in den Morast zu versinken. Es klappt nicht immer. Du denkst, auf diese Stelle kannst du treten und im nächsten Moment versinkt du bis zum Knöchel, oder mehr in der Pampe☹️. Aber die nächste kleine Flussüberquerung lies in der Regel nicht lange auf sich warten und im nu war alles für fünf Minuten sauber. Bei steilen Anstiegen kam noch die Gefahr dazu rücklings hinunter zu rutschen. Davon blieb ich zu meiner Überraschung verschont. 18:00 Uhr kamen wir etwas verschmutzt und stinkend an der Hütte an. Da hier nur Michael ( junger deutscher) war, beschlossen alle nicht im Zelt, sondern in der Hütte zu schlafen. Schnell stürmte ich noch an mein Buffet ( Nudeln mit Tunfisch, M&M Bonbons und ein paar Riegel) um für morgen reichlich Energy zu tanken. Zeit um über sinnliche Dinge des Lebens war keine Zeit, da ich all meine Sinne auf die natürlichen Begebenheit richten musste. Für die tägliche Anstrengung wurde ich noch mit einem abendlichen Regenbogen belohnt. Gute Nacht 🐻

der Weg zum Schlamm
noch geht es
hier komme ich nicht heil durch
gleich versinkt André bis zu Hüfte
jetzt hat es mich erwischt
ich hasse das hohe Gras, du siehst die Schlammlöcher nicht
die letzten heutigen Meter
endlich zu Hause 😊.

17.02 Milford Sound

Te Anau und der Milford Sound haben in erster Linie nichts mit dem TA zu tun, ausser, dass man im Supermarkt Essen für die nächsten fünf Tage kaufen muss. Aber Te Anau ist der Ausgangspunkt für einen Trip zu den 120 km entfernen Milford Sound. Ist so etwas wie die Fjorde in Norwegen. Ich hatte mich auf 9:00 Uhr zur Bootsfahrt eingestellt und bin deshalb schon um 08:00 Ur Information gegangen. Dort wurde mir mitgeteilt dass das es sich um eine Rundfahrt auf dem hiesigen See handeln würde und nichts mit dem Milford Sound zu tun hätte. Der Bus dahin würde 9:50 losfahren und gegen 17:00 Uhr zurückkommen. Die Preis läge bei 315 NZ Dollar. Ja, dahin wollte ich unbedingt und buchte ein Ticket. In Ruhe konnte ich noch einen Kaffee trinken und dann ging für mich eine überwältigende Fahrt los. Schon die Busfahrt war ein reines Highlight. Bequem konnte ich die ganzen Naturerscheinungen, wie wuchtige empor ragende Berge, teils mit Schnee oder sogar mit Gletschern bedeckt und die vielen Wasserfälle betrachten. Die Berglandschaft machte einen so gewaltigen Eindruck auf mich, so dass ich mich von dieser Erdrückend fühlte. Mehr wie ein Zwerg, der gegen diese Riesen nichts ausrichten konnte, aber trotzdem unaufhaltsam in ihr Reich vordrang. Einige Stopps nutzen wir, um das Panorama zu genießen oder im Mirrow See die sich auf der Wasseroberfläche spiegelnden Berge zu betrachten. Bis vor einigen Jahren hätte noch die Fahrt ein jähes Ende genommen, da eine riesige Felswand die Weiterfahrt versperrte. Der Mensch hat aber einfach einen 1200 m langen Tunnel ins Massiv geschlagen und schon konnte die rasante Fahrt weiter gehen. Nach zweistündiger Fahrt wechselten wir aufs Boot und umschifften den Milford Sound, wo James Cook so 1769 an Land ging. Das so etwas spektakuläres, wie den Milford Sound die Erde hervorbrachte ist für mich unbegreiflich. Um dieses Naturereignis besser ins Bild zu setzen, fehlte heute leider die Sonne. Am besten ihr fliegt selbst nach Neuseeland und sammelt eure Eindrücke. Das kann ich euch unbedingt empfehlen. Meine Emotionen habe ich in Bildern festgehalten. Schaut sie euch einfach an😊. Die Busfahrt zurück nach Te Anau war dementsprechend sehr ruhig, jeder versuchte das Erlebte für sich zu verarbeiten. 17:30 Uhr stieg ich aus dem Bus, erledigte noch ein paar Einkäufe und freute mich auf meinem Burger. Ein super toller unvergesslicher Tag nahm somit einen krönenden Abschluss. Gute Nacht 🐻

die Route
der Tag beginnt
der erste Stopp
Mirrow See
unser Boot
an den steilsten Orten ist es grün
einige Badegäste 😊
hier wird man ja nass
der Tunnel
live ☀️

16.02 Gras, Binsen und Sumpfdotterblumen

für heute habe ich mir einiges vorgenommen, da ich nach Möglichkeit heute Abend in Te Anau eintreffen möchte , um eventuell noch für den morgigen Tag ein Adventure zu buchen. Das Wetter schien wenigstens Gutes zu verheißen. Die erste Hängebrücke führte mich zugleich auf die andere Seite des Sees und in den Wald hinein. Bis zur nächsten Hängebrücke lief es sich wunderbar, aber dann wurde es in den höheren Lagen sehr unbequem. Umgestürzte Bäume, schlechte Wege und ständiges auf und ab machten mir das Leben etwas schwerer. Die Carays Hut ließ ich links liegen und machte mich auf, das vor mir liegende flache Gelände zu durchqueren. Das war eine extreme Herausforderung, die ich bis dato noch auf keinen Trail erlebt hatte. Der feste Weg endete und bestand ab nun insbesondere aus Wasser, hüfthohen Gras, Binsen, Sumpfdotterblumen und Wasser ☹️. Es war kaum möglich vernünftig vorwärts zu kommen. Immer wieder sackte ich bis zu den Knien oder sogar zu Hüfte in irgendwelche Wasserlöcher ein, welche ich durch das dichte Gras kaum sah. Bisschen Spaß machte es trotzdem. Wie so oft stand auch ein River crossing an, vor welchem ich Tage zuvor aufmerksam gemacht wurde. Alles was beim Fallen nass werden konnte, verschwand in Plastiktüten und ganz oben im Rucksack. Das war gut so, da die Strömung sehr stark und der Fluss doch bis zur Hüfte reichte. Sehr unsicher setzte ich ein Bein vor das andere und hatte das Gefühl, durch die Strömung den festen Boden zu verlieren. Ging aber alles gut 😊.

ich hatte die Hosen ganz schön voll 😊

Lange konnte ich mich nicht damit beschäftigen und weiter ging’s. Schwierig war es die Markierungen durch das hohe Gras zu finden. Nach 34 km machte ich die erste Pause und war mir sicher das ich es bis Te Anau schaffen würde. Nun verlor sich der Weg für mich. Egal ob ich nach links, rechts oder gerade aus ging, überall war nur noch Wasser. Wo muss ich nun lang? Nach 1/2 h hin und her, entschloss ich mich durch den Fluss auf die andere Seite zu wechseln, was sich als richtig erwies. Nun erblickte ich auch die Markierungen auf dieser Seite und ab nun konnte ich auf einer Schotterstraße laufen. Nach 4 km hielt ein Farmer LKW und fragte mich, ob lieber laufen oder mitfahren möchte. Auf der Ladefläche war ein großer Käfig, in welchem sich drei Hunde befanden und meiner Ansicht nach andere Tiere. Ach nein, es waren drei Hiker, die ich gestern getroffen hatte. Gemeinsam führen wir bis zu einer Kreuzung, wo sich ein kleines Wohnwagen Cafe befand und von dem ich nach Te Anau hitschen konnte. Schnell trank ich hier 2 richtige Cola‘s und bevor ich meinen Rucksack abgelegt hatte, hielt bereits ein Belgier und nahm mich bis Te Anau mit. Eine Übernachtung war nicht einfach zu bekommen, aber für mein Zelt reichte es dennoch. Schnell noch einkaufen und beim Italiener essen und schon war der etwas anders geartete Tag vorbei. Nach 50 km war so was von happy 👍😊. Morgen geht’s dann von hier aus in den Milford Sound. Gute Nacht 🐻

aufpassen, es wird nass
alles sumpfig
die erste Pause heute
Te Anau
hoffe das Wetter ist morgen besser

15.02 Regen ohne Ende

ab 04:00 fing es mit regnen an☹️ und nichts war mit 07:00 Uhr los ☹️. Ein Stunde später konnte ich den heutigen Tag beginnen, aber nicht genießen.

es geht los 👍

Was wird das für ein Tag? Das Streckenprofil gab mindestens 50 km her, aber der Regen wird es zu verhindern wissen. Mittlerweile hatte ich den Wald verlassen und als Dankeschön machte der Himmel noch mehr seine Pforten auf. Nicht das nur der Regen zunahm, nein, die Temperaturen wollten nicht über 10 Grad steigen. Bei diesem bescheuerten Wetter, konnte ich nicht an schönere Dinge denken. Nach 13 km schnaufte ich mal kurz in der Taipo Hut durch, um ein kleines Frühstückt einzulegen. Im Wechsel hörte es mal kurz auf zu regnen um gleich danach noch heftiger zurückzukehren. Mittlerweile lief ich auf einen älteren Hiker auf und wir setzen den Regentag gemeinsam fort. Ich konnte den Eindruck nicht los werden, dass jeder von uns den anderen zeigen wollte, dass er der Schnellere ist. Deshalb einigten wir uns ohne Worte, dass jeder mal die Führung übernimmt. So sind eben kleine verspielte Jungs. Das Zusammenspiel lief hervorragend und die Regenkilometer summierten sich schnell. Es ging auf einem wasserüberfluteden guten Weg sehr lange leicht bergab, mitten über eine unendliche Graslandschaft. Von Genießen keine spür☹️. Ich glaube, jeder wollte nur sein heutiges Etappeziel schell erreichen. Nach weiteren 14 km erreichten wir die Boundary Hut. Mein Partner schaut mich fragend an, so wie, wollen wir hier halten oder weiter. Ich zeigte in Richtung weiter und ohne zu zögern oder ähnliches liessen wir die Hütte links liegen. Jetzt waren wir offensichtlich wirklich ein eingespieltes Team 😊. Unsere Schrittgeschwindigkeit ließ nicht nach, auch wenn nun der Weg durch den Dauerregen mit großen Pfützen überzogen wurde. Es gab keine große Überlegung, wie man diese umgehen könnte, einfach durch war die Devise. Zeit zum Plaudern gab es nicht. Durch das Regencape, des Regens und des Windes verstand man nichts.Unaufhaltsam näherten wir uns der Careys Hut, wo bereits ein kleines Feuer den Raum wärmte und sich auch ausreichend Hiker aufhielten. Mein Partner beschloss zu bleiben und ich setzte meinen Weg fort. Nur noch 12 km bis zum nächsten Campground 😊. Den wollte ich unbedingt erreichen, um morgen Abend doch noch in Te Anau anzukommen. Heikeer hatten mir erzählt, ich müsste unbedingt den Milford Sound mir anschauen. Ich überlegte nicht lange und nahm mir das vor. Nach meiner Berechnung hätte ich schon noch Zeit für eine andere Aktion, als nur den Trail zu laufen. Jetzt musste ich erst einmal noch ewig und alleine am See, North Mavora Lake, entlang pilgern um schnellstmöglich das Camp zu erreichen. Zumindest der Regen kam zum Erliegen und ganz weit hinten schielte sehr bedacht mit einem Auge die Sonne durch die Wolken. Ich fand direkt am See für meine noch nasse Zelt, unter einer Baumgruppe ein windgeschütztes trockenes Plätzchen. Die 42 km, fast im Sprint, haben genügend Energie verzehrt, so dass ich keine Lust mehr hatte, mir eine warme Mahlzeit zu zubereiten. Solches Wetter muss ich nicht jeden Tag haben, war aber unter den heutigen Bedingungen mit dem heutigen Ausgang ( 5784 kcal) mehr als zufrieden. Gute Nacht 🐻

ein eher trauriger Tag
bei Sonnenschein, sicher eine tolle Landschaft
mein heutiger Partner
Die Marker sind wichtig ( zwei weiße Stäbe voraus
Vespern im trockenen
sollte ich etwa den Fluss durchqueren müssen?
der See am regenlosen abendlichen Himmel 😊

14.02 auf nach Queenstown

die zwei deutschen Jungs hatten mich darauf hingewiesen, dass sie morgen früh mit dem Bus nach Queenstown fahren würden. Die Idee übernahm ich und buchte noch Mitternacht ein Ticket. Da brauchte ich nicht auf einen Hitsch zu warten und konnte entspannt im Bus sitzen. 10.00 Uhr nahm mich der Busfahrer mit auf die Reise. Mein Plan war, kurz einen Kaffee in Queenstown zu trinken und dann gleich weiter, da ich so schnell wie möglich zurück auf den Trail wollte. Die Stadt war mir unsympathisch, ein Gewusel, nur Geschäfte, Restaurants und Hotels. Der Hafen hat mich auch nicht gepackt, so dass ich mir nur einen Bananenshake kaufte und mich demonstrativ an die Straße stellte. Da der offizielle Weg des TA in Queenstown endete und erst auf der anderen Seite des Sees weiter ging, waren alle Hiker gezwungen einen großen Umweg über Glenorchy, weiter nach Greenstown, rund um den See zu machen. Für diese Strecke von 15 km, hatte ich vier Stunden eingeplant und mich total verplant☹️. Es waren nämlich 55 km👀. Wie konnte das mir nur passieren? Diese Strecke hitschen alle Hiker. Die Umgehungstrecken sind nicht in der Gesamtestrecke des TA enthalten. Diese kommen immer noch dazu ☹️. Nach 10 Minuten hielt Ben, ein junger belgischer Hiker an und lud mich in sein alten Wagen ein. Er macht verschiedene kurze Trails auf ganz Neuseeland und ist deshalb schon einige Monate hier. Er offerierte mir, dass er bis kurz vor dem Einstieg zum TA fahren würde und mich aber noch dort absetzen könnte. Da sagte ich nicht nein. In Glenorchy, lud ich ihn noch zum Kaffee ein und 15:00 Uhr war ich wirklich schon auf dem Trail 😊👍. Bis zur ersten Hütte, Greenstown Hut,wollte ich noch die 14 km Lauf. Es ging super und schnell durch den Wald und ich konnte mein Zelt 17:30 Uhr bereits aufbauen. Für den morgigen Tag war schlechtes Wetter angesagt. Mal sehen. In der Hütte traf ich eine Schweizer Familie, die mit ihren drei Kindern (schulpflichtig) ein Jahr Neuseeland machten. Die Kids waren dafür freigestellt und freuten sich natürlich. Für mich gab es zu Abend Nudelsuppe, lecker. Nach einem sehr zufriedenen Tag sage ich gute Nacht 🐻

eine schöne Hütte
Queenstown
der Hafen
Ferienwohnungen
Schotterstraße zum Trail
geschafft für heute
ein ordentlicher Weg 😊
sieht gut aus
Duschen ist gratis
Brückenansicht
endlich ist sie zu sehen

12 -13.02 Pause in Wanaka

heute und morgen kann ich ohne Stress und Kilometer die lebensfrohe Stadt am gleichnamigen See erkunden. Das Schnüffeln in den verschiedenen Outdoor Läden macht schon Spaß und ist verführerisch. Ich muss mich zurückhalten ! Ein paar neue Socken sind notwendig, da sich meine Lieblingsstrümpfe nach 1000 Kilometern langsam auflösen und das Gas geht auch zur Neige. Alles andere muss durchhalten. Ich testete die verschiedenen Restaurants, Kaffees und den Supermarkt auf Qualität und Quantität 😊, schleppte so einige verführerisch süße Dinge, Milch und was der Körper wollte zurück auf den Zeltplatz. Verkroch mich zum Mittagsschlaf in mein Zelt und wiederholte diesen Vormittagsablauf auch am Nachmittag. Für das Abendessen hatte ich mir einen Mexikaner ausgesucht. Alle Leutchen sind sehr freundlich und genießen den in keiner Weise hektischen Tag. Blog nachschreiben beanspruchte viel Zeit, welche ich mir mit leckeren Milchshakes versüßte. Oft hörte ich deutschsprachigen Unterhaltungen zu oder beteiligte mich. Ist schon erstaunlich, wie viele Deutsche hier auf unterschiedlicher Art und Weise ihren Urlaub verbringen. Eigentlich wollte ich heute (13.02) weitere nach Queenstown, aber dort eine Unterkunft zu bekommen war nicht möglich, so daß ich hier einen Tag länger bleiben werde und erst am Mittwoch gen Queenstown aufbreche. Essen dürfte ich genügend eingekauft haben und freue mich schon auf den schweren Rucksacks☹️. Gute Nacht 🐻

eine eigen kreierte Gemüsepfanne👍
der Bart ist ab, aber die Haare bleiben so
Gute Nacht 🌙

11.02 auf nach Wanaka

die Hütte war die Beste bis dato. Da ich aller 2 h aufstehen musste, hätte ich lieber das Schlafen im Zelt vorgezogen. Zum Frühstück bestrich ich meine Tortillas mit viel Nutella, was mein Körper gefälligst in pure Energie verwandelt sollte, denn ich wollte unbedingt heute in Wānaka ankommen. Der Streckenverlauf versprach zumindest keine großen Überraschungen und bestand gleich zu Beginn auf einen 1200 m Abstieg, hinab zum Lake Häwea. Der als Serpentinen angelegte Weg wurde dadurch an seiner Steilheit entschärft und ich konnte so meine Knie schonen. Bis nach Lake Häwea war es nur noch ein Katzensprung. Die Komponenten : Berge, Himmel, Wasser und die menschlich erschaffene Bauwerke bildeten eine fabelhafte Kulisse ab und standen im gegenseitigen Einklang. So sieht Nachhaltigkeit aus. Für die Biker wurde der Weg hervorragend präsentiert, wovon wir Hiker ebenfalls maximal profitierten. Ständig musste ich mein Schritttempo auf dieser Hochgeschwindigkeitsstrecke reduzieren, um nicht ins Rennen zu verfallen. Anvisiert war nun die wärmstens empfohlene Bäckerei in Lake Häwea. Ein Liter Milch war natürlich Pflicht. Danach begrüßte mich der sehr schön angelegte Häwea River Track zur weiteren Rastlosigkeit. Immer am Fluss, im Schatten der Bäume entlang, genoss ich diesen Abschnitt. Die Zwei mir entgegenkommenden Hiker ( NOBO) klärten mich darüber auf, das es in Albert Town einen super Bäcker gäbe und dieser 14:00 Uhr schließen würde. Das war doch mal eine Ansage, wo es sich lohnte noch vor 14:00 Uhr anzukommen. Für die knapp 10 km benötigte ich 90 min und belohnte mich nochmals, innerhalb von 2 h mit Kaffee und Kuchen 🍰. Ich war einfach im Flow 😊. 14:30 begann heute für mich der schönste 13 km lange River Track. Nochmals erfuhr ich eine Steigerung, was die Natur so zu bieten hatte. Der Fluss stach mit seinem türkisfarbenen Wasser so farbintensiv in die Augen, wie ich das nur von Seen her kannte. Mehrere Kanutouristen nutzten das tolle Wetter zum Paddeln und ließen sich von der Strömung einfach mitreißen, was man dem freudigen Jubelschreien entnehmen konnte. Selbst Hunde mit ihren Herrchen stellten sich diesen Herausforderungen, ohne ins Wasser zu stürzen. Alles fühlte sich so friedlich und selbstverständlich an. Heute säumten mehrfach große Pinen den Trail und versprühten den berauschenden Duft, welchen ich besonders genoss. Eigentlich war ich länger Zeit nicht mehr Baden ☹️. und der River zog ständig an mir, um mich ins Wasser zu locken. Lange blieb ich standhaft, aber auch einer der älteste und schnellsten Hiker wurde schwach und stürzte sich übermütig in dieses Türkis. Eine Wonne für alle Körperteile 😊👍. Hier am Ufer tummelten sich die Menschen und sogar Wasservögel wollten diesem Trubel begegnen. Das Laufen geriet zur Nebensache da ich so viele Dinge sah und Eindrücke sammeln konnte. Nur noch zwei oder drei Kurven und Wanaka war in Sichtweite. 16:00 Uhr konnte ich wohlverdient ein kühles Bier bestellen. Ein Bett oder Standplatz fürs Zelt bekam ich nicht so wirklich in den Hostel, aber der Zeltplatz nahm mich gerne auf. Wanaka ist ein sehr feines Städtchen gelegen direkt am Lake Wanaka, sauber, toll gepflegt, exklusive Häuser und hat alles was man benötigt. Ich richtete mich auf dem Campground häuslich ein und erkundigte anschließend die Stadt. Diese heutigen 40 Kilometer waren was Besonderes. Nun werde ich hier zwei Tage verweilen und meinen Körper der Wiederherstellung zuführen💪😊. Los geht’s mit einem mexikanischen Restaurant. Gute Nacht 🐻

Bey, Bey Hütte
ohne Aussage
sie will nicht so recht
meine Begleiter
es ist nicht so schlimm wie ich aussehe 😊
Lake Häwea
an Klasse kaum zu überbieten
immer leicht abwärts
welche Farbe hat nun der Fluss
ich ( Udo Bär) werde beobachtet
wer hat das dahin geworfen
so kalt ist es auch wieder nicht ☹️
sind diese zu kaufen?
Lake Wanaka

10.02 River Crossing

bis nach Lake Hawea (48 km) wollte ich heute kommen. Davor lagen allerdings noch 2 Berge und das River Crossing war auch noch angesagt. Den erste Berg mit 950 Höhenmeter, auf einem idealen breiten Weg erreichte ich bereits nach 2 Stunden und war sehr entspannt. Die Landschaft glich im wesentlichen denen, die ich so die letzten zwei Tage durchstreifte und die Tierwelt in diesen rauen Umgebung schien der liebe Gott vergessen zu haben. Vielleicht hatte der heutige starke Wind alles Lebendige weggepustet☹️. Ich fegte über den Gipfel, Martha Saddle (1687 m) ohne Pause hinweg und merkte sobald an meinen Knien und Oberschenkel, das es rasant auf einer Schotterpiste nach unten geht. Das Gefälle war nun so gut, dass ich ums „Rennen „ nicht drum herum kam und Meter für Meter den Abstand zum Ziel verkürzte. Bei all dieser Geschwindigkeit hatte ich den Blick auf das Wesentliche nicht verloren, sondern hielt in Abständen inne um auch diese landschaftlich gänzlich anders geartete Darstellung der Natur zu bewundern. Also ich flog mehr der Top Timaru Hut entgegen, wo ich gleichzeitig Frühstück und Vesper machte. Jetzt rückte das River Crossing immer näher und ich ließ lieber zwei Heiker voraus gehen. Ich hatte keine Ahnung, wo dieser beginnen, bzw enden sollte. Meine Strategie ging leider nicht auf, da ich beim besten Willen nicht so langsam laufen konnte. Wenn es nach unten geht, landet man unweigerlich an einem Flussbett, welches überquert oder wie heute als bessere Alternative zum normalen Weg genutzt werden kann. Die innere Spannung stieg mit jedem Schritt, den ich ins Flussbett setzte. Es war so, wie alle Hiker erzählten und sicher 99,9% auch es taten. Der reguläre Weg führte einen mehr durch Dickicht, immer hoch und runter, je nachdem wie sich der Fluss nach unten schlängelte und ist sehr anstrengend. Hingegen lief ich im Fluss immer etwas bergabwärts und musste keine Höhenunterschiede ausgleichen. War ich richtig? Die frisch in den Ufersand getretenen Spuren verrieten mir den Weg und ich beruhigte mich. So etwas hatte ich auf meinen Trails auch noch nicht erlebt und genoss dieses schmale Tal mit dem sanft hinabrauschenden Fluss. Das kalte Wasser wirkte auf meine Füße wie eine Therapie, zur Stärkung der Muskulatur und Durchblutung. Es machte einfach ein riesigen Spaß 😊. Durch ständige Hindernisse, wie zB. Felsvorsprünge, Steilwände oder Stromschnellen wurde ich gezwungen, die Uferseiten in Minutentakt zu wechseln☀️. Leise dachte ich, man, habe ich doch meine Schüssel zum Auswaschen von Goldnuggets vergessen!😊. So muss es sich vor 100 Jahren angefühlt haben. Je weiter ich nach unten lief, nahm die Strömung und Tiefe durch das enger werdende Tal an Fahrt zu und für mich unberechenbarer. Des öfteren war ich nun gezwungen riskant über Felsvorsprünge zu klettern, um dann weiter den Spuren zu folgen. Meine Augen 👀 mussten an diesen Stellen besonders jeden Stepp vorausschauend betrachten, um nicht abzustürzen. Dadurch übersah ich alles was sich in Kopfhohe befand, aber ich merkte es sehr schmerzhaft, wenn ich an einem großen Ast davor donnerte☹️. Der einsetzende Regen machte das Weiterlaufen auf den glitschigen Steinen zu einer unerwünschten Rutschpartie ohne Folgen für mich👍. Langsam empfand ich es unheimlich, hoffentlich verpass ich nicht den Ausstieg und warum treffe ich auf keinen Hiker? Zu meiner Beruhigung lief ich endlich auf einen Hiker auf und atmete tief durch. Gemeinsam erwischten wir rechtzeitig den Ausstieg und gleichzeitig den heutigen letzten Aufstieg zum Breast Hill ( 1568 m). Das River Crossing hatte seine Zeit benötigt, aber der Aufstieg, durch seine Härte noch mehr. An einer steilen Position merkte ich, dass ich einen vorgetäuschten ( vielleicht durch Tiere) Pfad folgte und wollte diesen zurück. Leider hatte ich keine richtige Orientierung mehr und irrte in diesem felsigen Gebiet herum. Hier versperrte mir eine Felswand und dort ein tiefer Abgrund das Weitergehen. Nach 10 min kraftraubender und umherstreuender Ahnungslosigkeit fand ich auf den TA zurück☹️. 16:00 erreichte ich für eine kleine Pause die Stodys Hut auf einer Höhe von 1077 m. Die Hütte war bereits voll und die nassen Klamotten hingen zum trocknen überall in der kleinen Behausung. Hier will ich nicht bleiben ☹️. Bis zur nächsten Hütte sind es nur noch 12,5 km und das ist doch zu realisieren. Der Regen hatte just aufgehört und die Sonne begleitete meinen weiteren Aufstieg. Die nächste Hütte , Pakituhi Hut, sollte sehr neu ( 2011) sein, aber war in meiner App auch nicht zu sehen. Ein breiter grasbewachsener Fahrweg, genutzt für den Transport von Schafen führte nun fast bis zum Gipfel hinauf und erleichterte mir sichtlich den Aufstieg. Die rundum Aussicht auf die angrenzenden Berge und Seen sah ich als meine verdiente Belohnung an. Von hier aus konnte ich die Hütte und auch Lake Häwea sehen, schätze aber optimistisch ein, dass heute an der Hütte Schluss ist. Da es wieder mit regnen begann, zog ich es nach 44 km , 2768 Höhenmeter und Energieverbrauch von 7752 kcal vor, in der warmen Hütte zu schlafen. Erleichtert träumte ich nur noch vom morgigen Café Besuch 😊. Gute Nacht 🐻

sieht doch easy aus
Gute Morgenstimmung
ein einsamer Fels
meine Rennstrecke
das River Crossing kann beginnen
ich bin schwer beeindruckt
der Häwea Lake ist schon zu sehen
die Rundschau vom Top☀️
darunter schaffe ich es leider nicht mehr
kurz vor der Hütte

09.02 auf nüchternen Magen 1000 Höhenmeter

der Platz war doch nicht windgeschützt und das Zelt wurde ordentlich durchgeschüttelt. 07:00 Uhr rappelte ich mich auf die bevorstehenden 1000 Höhenmeter, danach sollte es entspannter verlaufen. Im Gegensatz zu meiner Annahme von gestern, führte mich der Weg auf eine andere, angenehmere Route nach oben und ärgerte mich über mich selbst, dass ich gestern die Situation falsch eingeschätzt hatte. Nachdem ich den angenehmen Radweg in Richtung Wald verließ, begleiteten mich ungehindert unzählige kleine Wasserläufe und viele Wurzeln bis nach oben. Die letzten Tage, traf ich nur auf Heiker, die den Trail NOBO ( Richtung Nord)und nicht wie ich SOBO( Richtung Süd) liefen. Der Vorteil für mich war dabei, sie konnten mir sagen, was ich noch zu erwarten hätte. So auch ein Amerikaner, der mich auf eine größere Durchquerung eines großen Flusses vorbereitete. Bis dahin durfte ich einige Zeit über ein karges Plateau laufen, um diese Art von Natur in vollen Zügen zu erleben und zu spüren. Kniehohe Yuccapflanzen versperrten mir oft den Weg und deren Spitzen drangen schmerzvoll in meine Waden ein. Schuhe und Strümpfe färbten sich dabei mit rötlicher Farbe, die ich als mein Blut identifizierte ( hoffentlich entzünden sich die Einstiche nicht. Ich will aber nicht über so eine Lappalie reden, wir wissen ja, dass das Leben richtig brutal zuschlagen kann ☹️). Stärkste Gesundheitsgrüsse nach Leipzig ☀️☀️☀️. Bis fast zum Gipfel konnte ich im kühlen Wald laufen, das sollten sich aber bis zum heutigen Abend nicht wiederholen. Trotzdem fand ich das wüstenhafte Dasein sehr interessant. Selbst wenn ich die unterschiedlichen Augenblicke wahrgenommen hatte, sahen diese aus einer anderen Perspektive, ein paar Meter weiter doch interessanter und noch spektakulärer aus. Eine im Gras sitzende junge deutsche Hikerin erschrak mich schon, da ich in meine Gedanken verwickelt war und mit ihr nicht gerechnet hatte. Auch sie, wie andere Hiker, meinte, wir könnten auch Deutsch sprechen. Ich schaute sie überrascht an und fragte wieso sie darauf käme, ein Germany Man zu sein. Ja, das hört man am Akzent 👀. Das habe ich bestimmt nun das vierte Mal gesagt bekommen. Für mich war dies immer eine gute Gelegenheit meine Fragen inhaltlich eigennützig zu verstehen und meine Schlussfolgerungen für die nächsten Schritte zu ziehen. Morgen würde das Wetter schlecht und ich sollte so viele Kilometer laufen als möglich, da ich wahrscheinlich morgen das River Crossing erleben werde und dies bei schlechtem Wetter sehr unangenehm sein könnte. Ich beendete höflich das Gespräch und verschwand in Richtung Tal. Es lief wunderbar und plötzlich und endlich tauchte der Ahauriri River auf👀, welcher mir als schwierig überwindbar angekündigt war. Es ging zwar steil nach unten und die Strömung sah enorm aus, wiederum scheinbar mit einer kalkulierbaren Tiefe. Auf der anderen Seite stellte sich durch das jahrelange Auswaschen des Ufers eine 20 Meter hohe Wand auf. Das ganze elektronische Equipment packte ich hoch in den Rucksack und bündelte meine Kräfte. Das Erklimmen der Wand stellte nicht unbedingt eine Herausforderung dar und weiter ging es unbeschwert über Kuh.- u. Schafsweiden. Hier sah die Situation schon anders aus, stellten sich doch drei Bullen in den Weg und scharten mit ihren Beinen eine Menge Staub auf. Diese Situation kannte ich bereits vom Arizona Trail und umging lieber dieser Herausforderung. Auch heute war meine Zielsetzung nicht zu erreichen und zog es vor, bei der nächsten Hütte zu übernachten. Der Weg war super leicht begehbar und meine trüben Augen 👀 erblickten in einiger Entfernung die kleine Hütte, welche ich allerdings nicht auf der App gesehen hatte. Ich stieß die Tür auf und niemand begrüßt mich ☹️. Ich hatte die Hütte, mit 5 Betten für mich alleine. Nur ein wildes Gesumme und Fiepen war unterm Dach zu hören. Ich las im Trailbuch, dass es Wespen sein. Da ich heute mehrfach darauf hingewiesen wurde, dass mit Regen zu rechnen wäre, wollte ich das Zelt nicht draußen aufbauen und entschied mich dies auch wegen der Wespen in der Hütte aufzustellen. Nach und nach trudelten doch noch einige Hiker ein, die sich daran nicht störten. Nach 43 km beendete ich den Tag. Gute Nacht 🐻

gleich der erste Hammer
hier geht’s hinauf
nur noch ein Stück
ist eben Natur
schöner Weg

Mittagspausen auf dem Abstieg
nur noch hinunter, durch und hoch River Durchquerung
bin doch richtig
führt mich der Weg zur Hütte
nach 43 km geschafft
ein Zelt für Innen 😊👍

08.02 wunderbare Natur und die Sonne prasselt

ich musste 07:00 Uhr vom Zeltplatz verschwunden sein. Gestern Abend war keine Anmeldung mehr möglich und heute Morgen noch bezahlen, wollte ich aber auch nicht mehr. Also schell weg 😊. Ich weiß jetzt was ihr denkt 😊. Zum Abschied besuchte ich noch ein Kaffee und verschwand in die Natur. Obwohl der Weg die ersten Schritte wieder neben der Straße verlief, machte mir das heute nichts aus. In der Ferne sich auftürmende Berge sorgen für genügend Abwechslung. Nach einigen Kilometer querte ich den Lake Ruataniwha, wo an dieser Stelle eine große Lachszucht inklusive Verkauf betrieben wurde. Mir lief bereits das Wasser im Munde zusammen, und mein Budget gab eine große Portion her, nur er hatte noch geschlossen☹️. Immer oberhalb des Sees entlang, kaum gebremst durch irgendwelche Auf.- oder Abstiege, ergötzte ich mich an dem fröhlich blauen Farbenspiel der Sonne mit der glatten Wasseroberfläche. Diese sinnlichen Momente verstärkten die auf der anderen Seite emporragenden Berge, welche wiederum durch das Jahrhundertlange herabprasselnde Regenwasser gezeichnet waren. Heute war mir mal wieder nach Hikerhasche, aber kein Einziger war vor mir zu sehen, oder kam mir entgegen. Für die Abwechslung sorgten die Kaninchen mit ihren lustigen Versteckspielen und ein paar Angler. Der See zog sich in die Länge und bildete idealerweise sehr gute Trainingsbedingungen für einen Ruderachter der mit einer Eleganz und Leichtigkeit durch die Crew praktisch lautlose über die Wasseroberfläche flog. Sie gewannen bei den olympischen Sommerspielen 2021 nicht überraschend auch die Goldmedaille👍. Die Sonne prasselte mittlerweile gnadenlos und ungebremst auf mich ein, behinderte mich jedoch nicht, mein Tempo hochzuhalten. 13:30 Uhr legte ich an der Locked Hut, gelegen am nächsten See, Lake Ohau, meine erste Pause ein. Wie weit würde ich noch kommen? Schaff ich noch den bevorstehenden Anstieg? Nach weiteren 10 km zollte ich dem hohen Tempo und der Hitze Tribut und baute das Zelt windgeschützt am Ufer auf. Nicht einmal Lust hatte ich die 2 km bis zu einer Lodge noch zu laufen. Alles im allem war es heute eine rundum schöne Tour😊, wobei ich mich sehr wohler gefühlt habe. Gute Nacht 👀

dorthin muss ich 😊
heute bin ich fröhlich
Lachsfarm
der Olympiasieger
das begeistert mich
heute leichter Weg
Ohau River
Lake Ohau
Mali
vom herabstürzenden Wasser gezeichnet
mein Zeltplatz
für heute genug
Gute Nacht

07.02. die letzten 600 km😊

bevor ich die letzten 600 km in Angriff nehmen kann, war die Frage, wie komme ich nach Lake Tacapo und wie lange brauche ich für die ca. 240 km. Ich surfte gestern Abend noch ein bisschen und fand eine Direktverbindung zwischen Christchurch und Lake Tacapo. Der Bus würde mich innerhalb von 4 Stunden bequem, sicher,entspannt und ohne umsteigen dorthin bringen. Ich würde auch nicht ewig in der Sonne oder Regnen auf einen Hitsch warten müssen und buchte noch schnell ein Ticket und konnte den Abend sorgenfrei ausklingen lassen. Das Geld war gut investiert 👍. Der Trip über Christchurch und wieder zurück erwies sich als besonderer Schachzug meiner Planung. Zwischen Arthur Pass und Lake Tecapo hörte der Trail zweimal einfach in der Wildnis auf. Der Grund, durch ein größeres Gebiet schlängelten sich zwei riesige und breiter Flüsse, die für alle Hiker, sollten sie es dennoch probieren, ein sehr hohe Gefahr für Leib und Seele darstellten. Ich wollte auf keinen Fall diese Herausforderung annehmen. Bereits auf der Nordinsel hatte mich diese Situation beschäftigt und ich grübelte nach einer Lösung. In der Hiker Community schwebten zwei Vorschläge, der eine war, man umgeht dieses Gebiet einfach, benötigt aber dafür drei Tage mehr, oder man organisiert einen Shuttlebus, mit dem man diese zwei Flüsse umfahren konnte und bezahlt 180 NL Dollar und spart sich drei Tage. Ich hätte nicht gewusst, ob ich das alles auf englisch organisieren können. 8:30 Uhr stieg ich demzufolge in einen Fernbus ein und setzte mich neben eine junge kanadische Frau. Sie hieß Julia, 25 Jahre, Ernährungsberaterin und hat einen chinesischen Freund. Ich glaube, wir quetschten fast die ganze Fahrt. 12:30 Uhr verließen wir den Bus und zum Abschied gab es ein Foto und gemeinsames Kaffeetrinken😊. In Christchurch hatte ich bereits genügend Essen eingekauft und konnte mich mit dem schweren Rucksack auf die Strecke machen. Mir schwebten noch ca. 15-20 km vor um dann irgendwo ein Plätzchen für das Zelt zu finden. Ein starker Wind blies heftig von der Seite und die Sonne knallte unbarmherzig auf den Asphalt. Nach 3,5 Stunden, immer an einem großen langweiligen Kanal entlang, verlor ich den Biss und schaute nach einer Alternative. In der Ferne sah ich bereits den Higway und hoffte auf einen kleinen Hitsch, um diesen Kanal zu umgehen. Ein junger Kerl hielt auch zu gleich an, machte in seinem übervollen Auto, Ski, Skateboard, Kletterausrüstung, Mountainbike und Essensreste für mich Platz und düsten nach Twizel, ein kleines Städtchen wunderbar gelegen. Als ich im Restaurant ein Bier trank, gesellte sich Maik, ein junger deutscher Hiker aus Sachsen Anhalt zu mir und er erzählte mir seine Geschichten vom Trail. Ich muss schon sagen, ein total verrückter Typ. Ein Kerl wie ein Baum, trägt einen riesigen schweren Rucksack, hatte in den Bergen einen Helikopter Hitsch gemacht, normalerweise macht man das ja per Auto und begnügt sich mit 20 km per Tag. Nach dem Burger Essen suchte ich den Campingplatz auf um gediegen den Tag ausklingen zu lassen. Gute Nacht 🐻

das Busticket ist Save
die kanadische Julia
in ab geht es auf die Reise
wird bestimmt langweilig
das Blaue ist keine Straße 👍
toll eintönig
Maik, verrückt
Twizel

05 und 06.02 eine göttliche Familie

gegen natürliche Gewalten und kampfbereite Mistviehcher sollte ich es in der Nacht aufnehmen. Die Ersteren duldete ich kampflos und ließ den Regen auf mein Zelt und Boden prasseln, das ohrenbetäubende Getöse des Flusses erduldete ich großzügig, aber das Opossum ließ sich nach meinem Gewaltschrei nicht mehr blicken und die tausende von Sandfliegen untersagte ich das Eindringen in meine Schlafkabine 💪. Diesen Kampf führte ich heroischer und erfolgreicher als die Treffen mit den Klapperschlangen und Bären auf dem PCT 😊😊😊. 07:00 Uhr war kaum Motorengeräusche auf dem Highway zu hören, trotzdem begann ich zügig meine nassen Utensilien in die entsprechenden Säcke zu stopfen und stellte mich wie ein verlorener Sohn am Rande des Highways auf. Die nächsten zwei Stunden hieß es nun zu hoffen und die Sandfliegen abzuwehren. Nach 45 Minuten erschien plötzlich eine hübsche junge Hikerin( natürlich eine Französin) um mit mir zum Pass zu hitschen. Damit stieg für mich auch die Chance scheller mitgenommen zu werden 😊🌹, was sich nach 10 Minuten auch bestätigt. Ein Kleinbus hielt und der Fahrer nahm uns ohne große Worte auf. alle Insassen, darunter 6 Kinder waren ziemlich einheitlich gekleidet und lies mich zur Einsicht kommen, dass sie etwas Sektenartiges ausstrahlten. Bis zum Pass kam es zwischen uns zu keiner Konversation. Die Französin stieg aus und ich sollte mich auf den Beifahrersitz setzen. Im Laufe der Fahrt löste sich das geheimnisvolle Rätsel um diese Familie. Sie gehörten einer christlichen Community an, mit eigener Schule, Farm, usw. und er war Pfarrer ( englischen Namen habe ich vergessen, so Plammer oä.) in dieser Community. Deshalb hatten alle eine Art Uniform, blaue Hose mit weißem Hemd an, natürlich aus Schafswolle. Jones , mitte 50, hatte mit seiner Frau insgesamt 11 Kinder 👀. Das nenne ich eine stolze Produktion👍. Die Kleinste 2 und der Älteste 28 Jahre. Die 1 1/2 stündige Fahrt entwickelt sich zu einem interessanten und lockeren Erfahrungsaustausch. Er fragte des öfteren, ob ich an Gott glaube und warum nicht. Die zunehmende Migration von arabischen Menschen lehnte er kategorisch ab, da sie nicht den christlichen Glauben und deren Gemeinschaft akzeptieren. Er fuhr mich sogar bis auf den von ihm ausgewählten Campingplatz. Das nenne ich mal Nächstenliebe. Ich bedankte mich für die aufopferungsvolle und hilfreiche Unterstützung und checkte ein. Ich hätte nicht gedacht, dass ich in einem Ritt so schnell hier in Christchurch mein Zelt aufschlagen könnte, immerhin waren es ca. eine Strecke von 130 km !👍und für mich eine tolle Erfahrung. Ich besuchte ein großes Einkaufszentrum und später ließ ich mich in einem Restaurant nieder.

06.02

Mit dem Bus ging es nach dem Aufstehen zum Frühstücken und Shoppen in das Center. Ich schaute mir die sehr moderne Innenstadt an, welche nur aus modernen Einkaufsstraßen bestand. Vielleicht war das auch die Ursache und das Resultat des 2011 ausgebrochenen Erdbeben. Nur ein Gebäude, die Kathedrale, wurde immer noch rekonstruiert. Andere alte Gebäude waren nicht zu sehen . Auf YouTube könnt ihr euch dazu einige Videos anschauen. Im Gegensatz zu Wellington wirkte Christchurch auf mich kühl und zurückhaltend. Einen Abstecher hier her war für mich lohnenswert und ich finde sogar an der jetzigen Mischung von ein paar Tagen auf dem Trail und City Tour sehr konstruktiv und lohnenswert☀️. Morgen werde ich dann versuchen nach Lake Tecapo zu hitschen, was sich bestimmt auf Grund der langen Strecke als kein leichtes Unterfangen darstellt. Ich lasse es mir mal nun so richtig schmecken und sage gute Nacht 🐻

Arthur Pass
die Fahrt nach Christchurch
Campground
Mahnmal für die gefallenen Soldaten im I Weltkrieg
Blick auf die Einkaufsstraßen
City Tour historisch
Kneipen Tour
alt und neu zusammen
die zerstörte Kathedrale vom Erdbeben 2011
The Pea. Christchurch Conventions Center

04.02. ein richtiger Tagesablauf

ich war froh, dass mich die Hütte gestern Abend so herzlich aufgenommen hatte. Außerhalb war es auch nicht möglich mein Zelt aufzubauen. Wenn ein zweiter Hiker gekommen wäre, wäre es ziemlich eng in der Blechbüchse geworden. Nach fünf Tagen Schaffer ich es mal pünktlich 07:00 Uhr auf dem Trail zu stehen. Ein kurzes Frühstück und machte mich lebensfroh an die Arbeit. Heute hatte ich mir vorgenommen, bis zur Upper Deception Hut zu laufen, immerhin stolze 45 km, damit ich morgen relativ schnell zum Arthur’s Pass käme. Das Streckenprofil sah auf dem ersten Blick ziemlich so aus wie gestern. Ich konnte beim Laufen im Tal eine längere Zeit unbeschwert die Natur beobachten und genießen, bevor ich zum Haper Pass (962 Meter) über unwegsamen und schlammigen Waldboden aufstieg. Obwohl es mal nicht regnete, schoss das Wasser immer noch in Hülle und Fülle aus allen Ritzen und Löchern den Weg hinab. Es war zwecklos dieser willenlosen Natur auszuweichen☹️. Das Vorankommen in diesem dunklen, mysteriösen, aber märchenhaft anmutenden Gefilde beeindruckte mich überzeugend. Hier müssten doch die neuseeländischen Geister und Zwergengestalten hausen? 350 Höhenmeter bis zum Haper Pass stellt in meinen Gedanken kein großes Problem dar. Die Realität holt mich ständig auf den Boden der Tatsachen zurück☹️ und war happy nach2 h auf dem Pass zu stehen. Jetzt waren wieder die wackligen Knie und die schwabbelige Oberschenkelmuskelatur gefordert. Ohne zu bremsen jagte ich dem freundlicheren Tal entgegen. Beidseitig des Tals flossen unendlich viele kleinere und größere Flüsschen in die zwei großen klaren River👍. Ich ahnte schon, dass mich irgendwann im Auslauf des Tals einige gefährliche Durchquerungen erwarteten. Die bildliche Vorstellung war für mich hartgesottenen Hiker bedenklich und ungemütlich. Das Zählen der heutigen Flussdurchquerungen hatte ich bereits aufgegeben, es mussten an die 50 gewesen sein und die Chance trocken darüber zu gelangen war gleich Null ☹️. Also einfach sehr bedacht und vorsichtig durch. Die Strömung, die Steine und die Tiefe konnten mich nicht aufhalten. Nur die letzte Durchquerung war gefährlich. Sicherheitshalber packte ich das Handy in einen Plastikbeutel hoch oben in den Rucksack, sollte ich doch stürzen wäre mein wichtigstes Hilfsmittel, mit der Trail App gesichert. Bis zur Hüfte reichte bereits die Flut und die heftige Strömung hinderte mich die Schritte und die Stöcker kontrolliert zu setzen. Wie machen das bloß die Frauen, die etwas kleiner und nicht so kräftig sind? Ich ziehe den Hut. Erleichtert kletterte ich die Böschung hinauf und konnte den Weg, nun mit nasser Hose und Slip fortsetzen. Noch 15 Kilometer und in 3 Stunden zur Hütte könnte ich an der Hütte sein. Aber der Trail schreibt seine eigenen Gesetze. Die Flüsse verhindern ein entsprechendes Weiterlaufen im Tal. Ständig musste ich bergauf und bergab laufen, oder der Weg war einfach weggespült worden, so dass mein Zeitplan kaum zu realisieren war. Ich hatte gerade eine Strecke mit mannshohen stacheligen Büschen verlassen und betrachtete bedenklich meine zerstochenen Beine, als sich der Regen zurück meldete. Nur noch 10 km bergauf ☹️. Es war mittlerweile 16:45 Uhr und beschloss mein Zelt direkt an einer Brücke anm Highway zum Arthur Pass aufzuschlagen. Ich könnte ja morgen die 20 km von hier zum Pass hitschen. Drei junge Hiker ner die Brücke und erzählten mir, dass sie 3 Tage im Christchurch waren um nun wieder auf den Trail zurückzukehren. Die Vorstellung das gleiche zu tun gefiel mir so sehr, dass ich festlegte, morgen früh nach Christchurch zu hitschen und die Beine mal wieder baumeln zu lassen😊☀️. Dr Tag war hochinteressant und erforderte außergewöhnliche Mut und kein Zögern von mir 👍☀️. Ich muss mich auch mal selber loben💪. Gute Nacht 🐻

beginnt ein normaler Tag ?
mein Lieblingstal
märchenhaft und schlammig
hie müssen die Geister wohnen
Wasser ist kein Problem
bis zum Ende muss ich
mehr als hinein fallen geht nicht 😊
das Ziel fest im Auge
sieht harmlos aus 😊
Ende des Tages

03.02 24 Stunden Regen reichen doch

das erste Mal, dass ich in einer Hütte übernachte. Im Zelt fühle ich mich wesentlich wohler und freier. Die Vernunft hat bei mir gesiegt und meine Klamotten sind wieder trocken 👍. Der heftige Dauerregen zwang uns in der Hütte zu bleiben und den Start bis auf weiteres zu verschieben.09:00 Uhr entschied sich der Niederländer loszulegen. Warum sollte ich jetzt noch warten? Zusehend verabschiedet sich der Regen, aber das Gras schüttelte seine Wassertropfen bei jeder Berührung über die Schuhe und Strümpfe. Außerdem stand die Graslandschaft unter Wasser und der Waldweg war glitschiger und aufgeweicht als die Tage zuvor. Nicht selten versank ich bis zu den Knöcheln im Morast, was aber nicht so schlimm war, denn die nächsten Pfützen säuberten anschließend wieder Schuhe und Socken ☹️. Sobald ich im Wald war, hatte ich keine große Gelegenheit die Natur zu bestaunen, musste ich doch die Augen mit eine konzentrierten Starre auf den Boden werfen um nicht von den teilweise schmalen und steilen Pfad abzuschmieren, was mit Sicherheit die Beendigung des Trails nach sich gezogen hätte. Am meisten machte die körperliche Fortbewegung auf der Graslandschaft Spaß, da es kaum größere Höhenunterschiede gab und somit schnell voran kam. Von solch einer natürlich entstandenen Landschaftform bin ich noch nie so überwältigt gewesen. Ein sehr langes Tal, in der Regel links und rechts des Weges zwei tosende breite Flüsse die sich kraftvoll weiter ins Tal stürzten und alles mitrissen was sich in den Weg stellte und alles flankiert von beidseitigen Berggruppen. Da hier keine nennenswerten Tier leben konnte ich mich hauptsächlich auf diese Kulisse fokussieren. Die Flussüberquerungen waren teilweise durch Hängebrücken stressfrei, obwohl ich das immer unangenehm befand oder ich konnte von Stein zu Stein hüpfen. Spektakulär war hingegen eine Hängebrücke, welche nur aus dem Laufseil und zwei Handseilen bestand. Das erzeugte ein heftiges Kribbeln im Bauch👍. Nach 3 Stunden hatte ich die Hot Pools erreicht, wo man sich zur Entspannung in 35 Crad warmes Wasser, welches einfach vom Berg herunter läuft, legen kann. Aber bevor dudich da hineinlegst, haben dich die Millionen von Sandfliegen zerbissen. Also suchte ich schnell zu meiner eigenen Sicherheit das Weite. Zu zeitig kam ich an der Hurunui No 3 Hut an, in der bereits das Feuerchen knisterte, machte eine kleine Lunchpause und zog weiter. Die übernächste Hütte sollte für mich das Tageszeit darstellen. Der einsetzende Regen setzte meinen Vorhaben eine abruptes Ende und nach 37 km trat ich voller Erwartung in die Cameron Hütte ein. Sie war super einfach, aus Blech, von den vier Betten konnte man nur eins benutzen, die anderen 3 hatten keine Liegefläche mehr, der Kamin war nicht funktionsfähig und ich musste die Hütte nur mit einer neugierigen Maus teilen😊. Das verwies auf puren Luxus und morgen früh wieder in die nassen Klamotten zu hüpfen. Mit dem Wenigen war ich so alleine richtig glücklich, hatte ich doch einen tollen Tag erlebt. Nun verabschiedete ich mich ins Traumland und hoffe meiner Family und Freunden geht’s zu Hause gut. Gute Nacht 🐻

besser wird es nicht, also los
ein bisschen Schnee stört mich nicht ☹️
leider zu kalt
ein wunderschönes Tal und ich kann es alleine genießen
noch steckt genug Energie in der schlaffen Körper ☀️
hier kommst du nicht ohne Hängebrücke hinüber
viel zu breit und tief
Infotafel
Hot Pool
spektakuläre Hängebrücke
meine heutige Hütte
nur noch ein bisschen Bettgestell
Wohlfühloase sieht anders aus
einfache Route

02.02 die nächsten Etappen

wach war ich schon lange, da mir das eventuelle Geschehen von heute durch den Kopf ging und ich eigentlich keine Eile hatte auf den Trail zu kommen. Leider fing es kurz vor 06:00 Uhr etwas an zu nieseln und dachte, schnell alles noch halbwegs zusammenpacken und ab wie ein Landstreicher auf die Straße😊. Als ich 07:00 Uhr auf der Straße stand, war die kleine Stadt noch im Tiefschlaf, nichts rührendes passierte und ich huschte in die kleine Bäckerei zum Kaffee ein. Das dürfte doch ein guter Start für den ungewissen Tag sein. Der Einzige auf der Straße war ich und der Regen war mein Begleiter. Unter einem großen Baum fand ich etwas Schutz, anstatt einen Hitsch zum Startpunkt ‚Boyle to Arthur Pass‘☹️. Von den drei vorbeifahrenden Autos hielt eine ältere Camperin spontan an und wollte mir helfen. Da wir aber unterschiedlicher Ansicht waren, wo Osten und West ist, zog ich es lieber vor auf das nächste Auto zu warten. 5 Minuten später hielt ein Mann an und ich hievte mich mit all meinen Krempel in das schöne Auto. Na, wer hielt an? , ein Franzose😊. Er , 44 Jahre,Elektroingenieur mit eigener Firma macht seit einigen Jahren für 5 Wochen alleine auf Neuseeland Urlaub, um seine große Leidenschaft, dem flying fisching nachzugehen. Hier würden dafür die besten Plätze auf der ganzen Welt sein. Unser Fahrt war sehr kurzweilig und interessant, obwohl sie 1 Stunde dauerte. Leider hatte der Regen zugenommen und das Wetter verkündete einen hässlichen Tag. Ich stieg am genannten Punkt aus und machte somit für drei Heiker Platz die in die Stadt hitchen wollten. Ich hätte noch einige Kilometer mitfahren können, aber das wäre zu eng geworden. So lief ich bei Regen, zwar mit Regencape los, war aber nach 5 min bereits durchweicht. Die neuen Schuhe wirkten auf der Straße wie Siebenmeilenstiefel 👍. Trotz schweren Rucksacks war ich in 2 Stunden 12,3 km gelaufen, als ich feststellte, dass ich am richtigen Einstieg vorbei gelaufen bin. Ein Auto hielt einfach an und der Fahrer half mir bei der Orientierung. Gottseidank musste ich nur einige Meter zurück und ins unbekannte Gelände hineinspringen. Der Weg war sehr gut präsentiert und meine gute Laune konnte auch nicht vom Dauerregen gebremst werden. Nur die Sicht war zum piepen. Nun war ich wieder direkt auf dem TA. Kaum andere Hiker begegnete ich, und wenn, dann machte es mir beim Überholen immer große Freude deren erschrockene Gesichter zu sehen. Obwohl ich erst 10:00 Uhr auf den Trail springen konnte, schaffte ich es nach 33 km in die Hope Kiwi Lodge einzutreten. Einige Hiker hatten bereits den Ofen angeworfen, welcher eine behagliche Wärme ausstrahlte. Die nassen Klamotten wurden zum trocknen aufgehangen und eine köstliche Suppe zubereitet. Hier traf ich auf den Schweizer Martin, von den ich bereits gehört hatte. Er sah wirklich wie Jesus aus und war mit seinen 39 Jahren bereits berufsunfähig ( hat da irgendwie etwas gedeichselt)und tingelt einfach durch die Welt. Läuft auch mal gern den Weg barfuß. Gegen Abend hörte der Regen mal kurz auf und ließ die Sonne ein paar Minuten auf das schöne Fleckchen Erde scheinen. Die dadurch einzigartige entstehende Kombination von Sonne, Licht, Landschaft und Feuchtigkeit projizierte einen super Regenbogen 🌈 vor dem Berg , der als Hintergrund diente. Wir waren alle in dessen Bann gezogen. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich so nah einen kompletten Regenbogen gesehen zu haben. Er war nur ein Steinwurf entfernt, zum greifen nah. Für die Nacht war weiterhin Regen und in den höheren Lagen Schnee angesagt. Und das im Sommer. Mit mir sehr zufrieden huschten ich in mein Schlafsack. Die Südinsel ist bis dato eine tolle Wanderidylle. Gute Nacht 🐻

es geht los Bylo to Arthur Pass
ohne Worte
12.3 km Straße ☹️
muss ich den Fluss durchqueren?
eine Hut ( Hütte)
der Regen füllt den Fluss auf😊
diese Hängebrücken hasse ich
nur noch Matschwege
einmalig und beeindruckend genial
der heutige Weg

01.02 Hitsch Tag zum Trail

für heute hatte ich zwei Optionen wieder zurück auf den Trail zu gelangen. So starte ich ohne große Sorge dieses Unterfangen. Das Problem war jeweils ein sehr langer Anfahrtsweg☹️. Vielleicht komme ich gegen Nachmittag am Traileinstieg an. Ich favorisierte die längere Strecke, da diese eine sehr stark befahrene Bundesstraße war und somit die größere Chance bestand mitgenommen zu werden. Kaum war ich aus Nelson heraus und schon hielt ein freundlicher ältere Mann seinen Flitzer an und setzte mich in der nächsten Stadt ab. Die Fahrt war soweit interessant, da ich nun weiß, dass aus dieser Gegend sehr guter Wein kommt. Das wird dann in ein paar Wochen zu Hause getestet. Eine halbe Stunde später nahm mich eine hübsche Französin in ihrem abgewrackten Auto einige km mit. Sie war ca. ein Jahr hier und suchte mal wieder Arbeit um das Lotterleben zu finanzieren. So hatte ich die nächste Stadt erreicht. Zwei Hikerinen ( auch Französinnen, liefen den TA von Süd nach Nord) standen bereits an der Straße und versuchten ein Auto anzuhalten. Ich war hier mal Gendleman und verabschiedete mich in ein Café. Schnell wurden sie mitgenommen und ich konnte ihren Platz einnehmen. Dazu kam es aber nicht, da mich ein LKW Fahrer ansprach, wohin ich wollte und mich sofort bat einzusteigen. Supi😊. Es würde eine sehr lange Fahrt und zwischendurch half ich mit den LKW bei verschiedenen Farmer zu entladen💪. Die Fahrt war dann in Murchison zu Ende. Die Sonne knallte voll auf meine Gestalt, aber keiner hatte Erbarmen mich mitzunehmen. Es war mittlerweile 15:00 Uhr und ich verschwand frustriert in ein Café. Nach 90 Minuten hielt endlich eine junge Frau die mich mitnehmen wollte. Wohin sollte den die Fahrt gehen? , war die Frage. Ich sagte nach Greymoth oder nach Reefton und sie meinte, sie wohne in Reefton😊👍. Das war meine zweite Option, da diese Strecke etwas kürzer war. Sie ist im Sport beschäftigt.16:00 Uhr verabschiedeten wir uns in Reefton und ich besuchte zugleich den Supermarkt 😊.Ich hatte nun eingesehen, dass ich heute es nicht mehr zum Trail schaffe und ließ mich auf dem hiesigen Campingplatz nieder und versuche morgen Früh die restliche Strecke zu hitschen. Gute Nacht 🐻

meine Schlafstelle in Nelson
eine mögliche Route zum Trail
mein LKW
Reefton eine alte Kohlestadt
hier schmeckt das Bier recht ordentlich
die alte Schmiede

30 – 31. 01 Nelson, eine Stadt am Meer

der Tag begann sehr behutsam, da wir keine Eile hatten . 9:30 Uhr starteten wir gemeinsam in Richtung Nelson. Bis zu einer Biker Base waren es nur 11 km und von dort hofften wir einen Hitsch nach Nelson zubekommen. Ich meinte zu dem Zweien, dass es wohl heute zum Wochenende damit klappen würde. Sie klärten mich sofort auf, dass wir heute bereits Dienstag hätten. Ich hatte überhaupt keine Zeitgefühl mehr. Wir kämpften uns entlang an einem glasklaren, sich durch die Schluchten zwängenden Fluss. Natürlich ging es leicht bergab, mussten aber ständig hoch und runter, da es keinen richtigen Wanderweg gab. Mit dem straffen Tempo, was die Beiden vorgaben, war ich leicht gefordert, aber gleichzeitig für meine Muskulatur entspannten. Ich kann doch etwas langsamer 👍. Was die Zwei schon alles in ihrem Alter (27 Jahre) erlebt haben ist schon unglaublich. Wendi hatte vor einem 3/4 Jahr ihren Job gekündigt und Gregori letzte Jahre das Studium beendet. Nach 3 1/2 Stunden erreichten wir den Biker Parkplatz und außer zwei verlassen Jeep‘s war nichts zu sehen. Also Schotterstraße laufen und hoffen. Nach 10 km vernahm ich ein bekanntes, aber hier in der Einsamkeit unglaubwürdiges Motorengeräusch. Tatsächlich tauchte von hinten ein Auto auf und ließ uns vor Freude hinein springen. Nun stellten wir fest, das wir bis zur nächsten Stadt noch drei Stunden laufen hätten müssen ☹️. Aber alles fügte sich zu unseren Gunsten. Der Fahrer ließ uns in der kleinen Stadt aussteigen, da er eigentlich keinen mitnehmen durfte ( in der USA genauso) und wir nahmen den Bus bis nach Nelson. Wir verabschiedeten uns und ich suchte mir gen 18: 00 eine Bleibe. Das erste Hotel bot mir einen Preis an, dass mir das Herz stehen blieb. Nicht weit davon entdeckte ich einen Packpacker , in dem ich einchecken wollte. Die nette Dame meinte aber das sie vollkommen ausgebucht sein☹️. Ich meinte, ich würde einfach mein Zelt im Garten aufstellen und sie sagte zu. Das nenne ich eine Punktlandung. Dusche , Küche und jeden Abend 20:00 gibt es hier selbst gemachten Blaubeerenpudding mit Eis frei. Dann huschte ich noch schnell ins Center um einen großen Burger zu verschlingen und verschaffte mir einen Überblick, wo ich morgen meine Einkäufe tätigen kann. Gute Nacht 🐻. Nelson ist eine alte niedliche, sauberer und lebenslustige Stadt. Der heutige Tag stand ganz im Zeichen von Shopping 😊. Neue Schuhe, einen neuen Stock und einen Adapter habe ich bekommen. Die Auswahl war sehr überschaubar aber ich bin zufrieden. Hoffe das die Schuhe die restlichen Kilometer halten. Ein deftiges Frühstück gönnte ich mir nach dem Besuch des Strandes bzw des Meeres. Ich habe nichts von Beiden gesehen und watschelte enttäuscht mit mein Beutelchen ins Zentrum zurück. Dann ging’s ans Blog schreiben, wo ich immer noch damit beschäftigt bin. Mein Wunsch, zu Abend eine Pizza zu essen erfüllt ich mir mit Freude, zumal ich beim verschlingen an Roberto denken mussten in der Hoffnung, dass es bald eine positive Antwort für ihn gibt.Noch bin ich mir unschlüssig, an welcher Stelle ich morgen auf de TA wieder einsteigen werde. Übrigens, der Blaubeerenpudding mit Eis hat köstlich gemundet. Gute Nacht 🐻

Nelson Center
das Meer ( ist gerade mal weg )
Blaubeerenpudding mit Eis
meine Pizza

29.01 es geht an die Substanz

warum kann man nicht mal versuchen vernünftig zu schlafen ☹️. Selbst das Beknabbere eines kleinen Unholdes am Zelt riss mich aus dem Halbschlaf. Hatte ich doch mein zugeschraubtes Nutellaglas davor stehen gelassen. Komisch, der Dieb verschwand schnurstracks mit dem Deckel davon😊. Dieser blieb verschollen. Heute standen fünf unterschiedliche Gipfel auf dem Programm, die es galt zu erklimmen, dazu kam, dass der Grad der Schwierigkeit nochmals um einiges höher gesetzt war. Mit Andy gemeinsam gingen wir das Vorhaben an. Für die 500 Höhenmeter auf drei Kilometer benötigen wir nur zwei statt der angegebenen vier Stunden. Nach dem verlassen der Baumgrenze, unterstützt durch das heutige fabelhafte Wetter, konnten wir diese einmalig Landschaft weitreichend nur bestaunen. Die nächsten Gipfel waren in der Folge, dass wir nun nicht wieder erst ins Tal laufen mussten, sondern immer auf einen höheren Niveau leichter zu bezwingen. Andy konnte mir überraschend nicht mehr folgen und vor allem, wenn es steil bergab über gefährlichen Schotter ging, riss der Kontakt ab. Gestern hatte ich doch noch Mühe ihm zu folgen!. Es waren heute meine Bedingungen, auf die ich die ersten Wochen vergeblich gehofft hatte. Auf das Mittagessen freute ich mich schon, denn die zur Auswahl stehende Nudelsuppe ( hatte nur eine Sorte 😊) erzeugte bereits ein Geschmackevent im Munde, was dann auch so in der Realität eintraf. Ich schleuderte meinen Rucksack auf den Rücken, verabschiedete mich von den anderen Hikern und war guter Dinge, die nächste, oder sogar die übernächste Hütte zu erreichen. Entgegen meiner Vorstellung, war ich nach dem Mittagessen total von der Rolle und schlich förmlich die letzten Kilometer, obwohl es wirklich steil bergabwärts ging, der Mid Wairoa Hut entgegen. Diese lag romantisch an einem Fluss, der an dieser Stelle so eine Art Pool bildete und alle Hiker regelrecht ins Wasser zog. Mich natürlich auch. Der Dreck und der Schweiß blätterte regelrecht vom Körper und ich stieg wie neugeboren aus dem heiligen Wasser. In Ruhe überprüfte ich meine Ausrüstung und stellte fest, ich brauche dringend neue Schuhe , Stöcke bei einem war die Spitze oben im Gebirge auf dem sehr steinigen Weg abgebrochen und den Adapterstecker hatte ich ja im Picton vergessen. Ohne diesen konnte ich ja kein Gerät mehr laden. Was wäre zu tun?? Neben mir bauten ein deutsches Pärchen ihr Zelt auf und wir kamen schnell ins Gequatschte. Sie kamen aus Aachen und waren schon 1/2 Jahre auf Neuseeland unterwegs und hatten für fünf Tage diesen Trailabschnitt bewandert. Morgen wollte sie wieder zurück nach Nelson, wo sie für einige Tage wohnten. Ich überlegte nicht lange und es stand fest, dass ich den Trail in Richtung Nelson mit den Beiden verlassen werde, da es dort alles zu kaufen gab, was ich unbedingt und schnell benötige. Das Abendessen war sehr intensiv, sehr genüsslich und viel 😊. Es stellte sich bereits gestern heraus, dass ich doch genügend Essen im Rucksack hatte und die Sorge , dass es nicht bis St, Arnud reichen könnte unbegründet war. Nach den heutigen nur 22 km pflegte ich noch meine Füße und freute mich auf die morgige Planänderung . Gute Nacht 🐻

freie Sicht
da drüben muss ich wieder hoch
hab es schon bessere Zeiten ?
für heute der höchste Punkt 1716 Meter
fast wie auf dem PCT
der Pool, die heutige Entschädigung

28.01 brutale Auf – und Abstiege

mit dem Einschlafen funktioniert es überhaupt nicht, bis Mitternacht liege ich im Zelt und der Schlaf will mich einfach nicht beherrschen. Irgendwie ist immer etwas im Busch😊. Der Zeltplatz war gestern Abend total überfüllt, hatte aber noch ein kleines Stückchen Land für mich okkupiert. Zum Frühstück gab es Tortellino mit Nutella, hmm 🤨. Ausnahmsweise führte der Weg gleich zu Beginn steil Bergab und somit gute Einstimmung für die Knie und Oberschenkel. Das war es dann auch. Der nächste Abschnitt entschädigte aber aufs Erste, denn der führte immer entlang eines kleineren kühlen Flusses, den ich ständig hin und her überqueren musste. Dabei war schon etwas Akrobatik gefordert um nicht jedes Mal von den Steinen abzurutschen oder sogar im kühlen Wasser zu landen. Ich schaffte es per trockene Schuhe 😊. Andere hatten nicht so viel Glück 🍀.Drei km später zeige der Pfeil nur noch nach oben. Auf dem Weg nach oben versuchte ich nicht stehen zu bleiben, da sonst der Rhythmus verloren geht. Bei diesem unfreundlichen Untergrund war es besser nicht in der Weltgeschichte herumzuschauen, sondern die Augen stehst auf den Boden zu richten. Irgendwann verließ ich die Baumgrenze und konnte zumindest einige Kilometer über halbwegs passable, aber sehr windanfällige Höhenwege laufen. Das wurde endlich mit tollen Landschaftsbildern gewürdigt. Lange wurde ich gezwungen über einen Grad zu klettern, welcher mit Vorsicht zu bewältigen galt. Plötzlich hörte ich in der Ferne einige Freudenschreie, konnte aber diese niemanden zuordnen. Nur noch eine kleinen Klettersteig und ich sah diese Gestalt gemütlich auf einem Fels liegen. Es war Andy aus der Schweiz🇨🇭50 Jahre und hatte vor einem halben Jahr einfach seinen Job in der Financebranche gekündigt. Lustiger Typ. Gemeinsam stiegen wir die sehr brutalen 800 Meter ab. Da er recht schnell war, dachte ich, mit ihm kann ich gut zusammen laufen. Nach nur fast 23 zerstörerischen Kilometern kamen wir an der Old Man Hut, wie treffend 😊 wohlbehalten an. Zum Abendessen gab es mal Tortillas mit Käse und Wurst, Riegel und Gummibärchen 👍. Nun wollte ich mich nur noch erholen, stand doch morgen nochmals ein solch brutaler Marsch bevor. Ich fühle mich auf alle Fälle sehr stabil, obwohl ich mich intensiver motivieren muss als auf den letzten Trails. Gute Nacht 🐻

es sieht nicht nach Aufgeben aus, oder?
diese Wege mag ich
meine Hütte 😊
Andy aus der Schweiz
Pause vor dem Abstieg

27.01 schwere Etappen stehen bevor

Es hatte ab ca. 03:00 Uhr geregnet☹️. Sollte ich doch noch liegen bleiben? Nein, die anderen Hiker waren schon am Packen. Also legte ich los. Der Rucksack war nicht nur durch das Essen schwer genug, auch das nasse Zelt brachte ein nicht eingeplantes Gewicht mit. Ich verzichtete auf das Regencape und stiefelte los. Bevor ich zum heutigen Traileinstieg gelangte, waren 14 km Straße angesagt. Nach kurzer Zeit war ich pitschnass, aber hielt meinen zügigen Schritt bei. Nach 6 km hielt sehr überraschend ein Auto mit Wochenendhikern und nahm mich bis zum Einstieg mit. Damit hatte ich nicht gerechnet, trotzdem war ich supi mit dieser Fügung einverstanden. Jetzt galt es die nächsten fünf Tage durchzuziehen und zu testen, ob mein Körper diese Situation verkraftet. Ohne längeres Drumherum ging es von 170 auf 1000 Höhenmeter. Puh, da hing die Lunge sichtlich und spürbar heraus. Eine gewisse Unterstützung kam aber von oben. Die Sonne zeigte sich endlich am Himmel und bot dem Regen Einhalt. Das ständige Hoch und Ab zehrte unwahrscheinlich an den Kräften und die vielen Wurzeln um Steine erschwerten den energieraubenden Marsch, welcher vorwiegend durch dichten Wald führte und so die Sicht auf die endlose Landschaft versperrte. Wenigstens waren die Klamotten nicht mehr so pitschnass, nur noch vom körpereigenen Schweiß durchtränkt. Zumindest war ich bis jetzt mit meiner Fitness zufrieden. Ein geübter Blick auf meine Schuhe verursachte mir dann doch etwas Unbehagen. Die Abnutzung war in den letzten Tagen enorm, die Sohlen nur noch halb so dick und das Gewebe mehrmals eingerissen. Wie lange halten dies Latschen noch?? Nicht nur mit dem Essen musste ich sorgfältig umgehen, auch mit der Energie meiner Powerbank. Damit zumindest die wichtige Trail App weiterhin funktioniert, ließ ich meine Uhr nichts mehr aufzeichnen. 18:00 Uhr erreichte ich nach 34 km die Brownig Hut und hatte mein heutiges Ziel wirklich erreicht. Gute Nacht 🐻

mieses Wetter
mein heutiger Begleiter
sieht nicht sehr nach Urlaub aus
ausnahmsweise Fernblick
so sehen die Hut‘s aus
normaler Weg ☹️

26.01 so kann es weitergehen

Bevor ich nun schon kontinuierlich meine Startzeit um die 07:00 Uhr festlegte (auf dem PCT war es 06:00 Uhr), hatte ich in der Nacht mehrfach ungebetene Gäste im Zelt ☹️. Zuerst fühlte ich, das mich irgendetwas wiederholt von außen in die Seite stupste, um dann fluchtartig zu verschwinden und dann erblickte ich eine neugierige Gestalt auf meinem Rucksack herumspringen, welcher unterm Überzelt lag. Darauf hin nahm ich die Wurst und den Käse, den ich neben mir liegen hatte auf die andere Seite. Nun hatte ich mehr Ruhe vor diesen nachtaktiven Opossums. Diese beschäftigen sich nunmehr aktiv mit dem Rucksack eines Bikers☹️. Den heutigen Tag verbrachte ich nochmals auf den wunderschönen Queen Charlotte Trail. Zur ersten Pause lief ich auf Lukas ( ein junger Czeche), der mir traurig erzählte, dass sein Zeltgestänge gebrochen war. Ich schaute mir das an und entschied ihm eine meiner zwei Ersatzhülsen ( die schiebt man einfach über die gebrochene Stelle) zu schenken. Er schaute mich ungläubig an und die Erleichterung verbunden mit Dankbarkeit war ihm anzusehen. Die Zeit verging wie im Flug und ich ließ mich von der Natur freiwillig ablenken. 15:00 Uhr war der Trail zu Ende und ein längerer Straßenmarsch lag vor mir☹️. Aber bevor ich mich auf den Weg machte, genoss ich in Ruhe und entspannt bei einen Kaffee inclusive Cola den Blick auf einen See. Mein abgemagerter Körper setzte sich schwerfällig in Richtung Havelock in Bewegung, als sich mein Kopf dazu entschloss, Meggi in ihrem alten Van 🚐 anzuhalten. Ich denke, sie konnte mir nicht widerstehen und hielt abrupt an und zog mich förmlich in ihr Auto😊. Sie wollte zum Flughafen um zur Hochzeit ihrer Cousine zu fliegen. So war ich bereits 16:00 Uhr in Havelock, kaufte entsprechend Essen für die nächsten 4 Tage in den Bergen ein und besuchte ein niedliches Kaffee. Sollte ich jetzt hier bleiben? Die Kaffeebereiterin meinte, dass es kein Problem wäre von hier aus einen Hitsch bis zur Belarus Bridge zu bekommen. Also stellte ich mich 5 min an die Straße und im Handumdrehen fand ich mich auf dem Zeltplatz an der Belarus Bridge wieder. Das Duschen war göttlich. Hier traf ich ein junges deutsches Pärchen, die gerade den Trail beendet hatten, um sich hier mit ihren Eltern zu treffen. Diese machten mir etwas Angst, als ich meinte, ich hätte nur für vier Tage Essen mit. Es wäre nicht möglich diese Strecke auf Grund der Schwierigkeit in vier Tagen zu laufen. Jetzt schaute ich mir das Streckenprofil an und war schockiert. Hatte ich doch die nächsten Etappen unterschätzt! Sie gaben mir noch von sich einige Restbestände und konnte mich nun nach 62 km, inclusive Hitsch in den Schlaf quälen. Gute Nacht 🐻

beeindruckend
Ich natürlich auch
der letzte Kilometer auf dem Queen Charlotte Trail
Havelock histologisches Museum
Belorus Bridge

25.01 hat da ein neuer Trail begonnen 😊

06:00 Uhr beendeten wir die Nacht, um die letzten Vorbereitungen für das Schiff und den Südtrail zu treffen. Bevor das Schiff pünktlich 08:00 Uhr in Richtung Queen Charlotte Trail ablegte, konnte ich den Duft der Bäckerei nicht widerstehen und im Handumdrehen befand sich ein großes frisches Baguette in meinem Rucksack 👀. Der Morgen war einfach zu perfekt und ich spürte eine Aufbruchsstimmung in mir. Schon der sinnliche Anblick vom Schiff auf die Landungsbrücke und auf das durch die Äste gebildete Eingangstor zum Trail war traumhaft filmreif. Bis jetzt kam ich überhaupt nicht in den Trailmodus und konnte keine psychische und physische Bindung zum Te Araroa herstellen. Ich war mir die ersten Wochen nicht sicher, ob der Trail zu mir passt. Von Demotivation, schlechte Laune, fehlende Fitness, die Leiste könnte ja wieder brechen und kränkliche Symptome ließ in meinem Kopf einen Abbruch des Abenteurers in Erwägung ziehen. Ausreden für dieses für mich untypische Verhalten, suchte ich mit fadenscheinigen Argumenten wie: mein linker Knöchel ist ja so abgenutzt und die Sehne war ja angerissen das jedes Auftreten schmerzte, oder mit der aggressiven Sonne komme ich nicht zurecht, oder die Magen Darm Probleme haben mich zur Aufgabe gezwungen☹️. Ich habe doch den Trail Roberto und Uwe unter dem Motto niemals aufgeben gewidmet und jetzt wollte ich so sang und klanglos aufgeben! Nein, dass geht nicht. Diese komischen Gedanken waren mit dem Betreten des Trails wie weggeblasen. Ich kam mir heute vor, als ob ich einen neuen Trail beginnen würde. 09:30 Uhr stapfte ich, wie gewohnt mit festen und flüssigen Schritten den wunderschönen Queen Charlotte Trail (der TA verläuft auf diesem Weg) entlang. Die Sicht war so romantisch geprägt, da der Weg beidseitig hin zum offenen Meer, mit seinen teilweise türkis schimmernden Wellen, meine Blicke regelrecht anzogen. Mittlerweile lief ich die Kilometer alleine, wie ich es ja gewohnt bin. Nach 20 km rief mich eine Lodge zum Essen ein, dem ich unwiderstehlich nachkam. Und ich kann euch sagen, hier habe ich den größten, besten und teuersten Burger bis dato auf Neuseeland in mich hineingeschoben. Einfach klasse😊. So konnte ich mir auch das Abendessen sparen. Ohne wirksamen Kräfteverschleiss setzte ich den Weg fort, was mich natürlich innerlich weiter aufbaute. Ab und zu erschien auf dem Trail einige Vögel 🐦 bzw., die hier weit verbreiteten wilden Ziegen. Das lauteste und stimmungsvollste Orchester besetzten zig tausende Grillen und Grasshopper. Die erzeugte Musik betäubte regelrecht meine Ohren. Späten Nachmittag ließ das Konzert nach. Nach 43 km beendete ich sehr zufrieden den 1 Tag auf einem „ neuen Trail „. Der Campingplatz war sehr gut ausgebaut und hatte auch frisches Wasser. Für den morgigen Abschnitt muss ich dann 30 km laufen um frisches Wasser zu bekommen. Gute Nacht 🐻

Shattelboot
Rückblick
Tor zum Queen Charlotte Trail
motivierend
der Trail
keine Angst
da scheint der Diesel ist alle
Trailansichten
ist das mein Abendessen?

24.01 Südinsel

wir hatten erst überlegt, ob wir mit der Fähre früher fahren sollten, aber haben es doch bei 13:00 Uhr belassen. Da wir noch genügend Zeit auf dem Weg zur Fähre hatten, machten wir noch einen Stopp in einem niedlichen Kaffee und verquatschten uns zeitmässig dermaßen, so dass wir mit all den schweren Rucksäcken sogar rennen mussten um nicht die Fähre zu verpassen. Die dreistündige Fahrt war sehr angenehm und kurzweilig. 17:00 Uhr zogen wir in eine niedliche Villa, in Picton ein, um den Abend zu verbringen. Nun gehe ich davon aus, dass die bevorstehenden 1400 km eine kräftezehrende und zeitliche Herausforderung für mich darstellen wird. Das bringt meine Gesamtplanung dermaßen durcheinander. Die Frage ist, wie viele Kilometer kann ich pro Tag schaffen, 44 Tage, ohne Pause, stehen mir noch zur Verfügung, was bedeuten würde, ich muss jeden Tag mindestens 32 km laufen☹️. Leider kann ich diesen Trail nicht einfach so planen, dafür fehlt mir immer noch das richtige Gefühl. Ich setze jetzt schon des öfteren auf die sogenannten Trail-Magic, die immer wieder unerwartete Überraschungen für uns Hiker bereithält. Die kleine Stadt, Picton, liegt sehr gefällig, in einer schönen ruhigen Bucht, keine Hektik, ein Ort einfach zum Träumen. Mit dem träumen ist es für mich dann morgen vorbei💪.

wir fiebern der Südinsel entgegen
Kenny
noch ist die Fähre leer
Abenteuerlich und verführerisch
Einfahrten in den Hafen von Picton
Villaküche
ein Plätzchen zum Nachdenken und Abschalten

22 – 23.01 zwei Ruhetage für die Südinsel

in meinem kleinen Zimmer, nur Waschbecken, ohne Klimaanlage und ständige Hinterhofgeräusche liess es sich vor Wärme kaum schlafen. So blieb mir nichts anderes übrig, als zeitig zu frühstücken. Ein reges Treiben herrschte bereits auf den Straßen, aber Kaffees, wie wir sie kennen, gab es wenige. Ich musste mit Starbucks Vorliebe nehmen. Als ich so meinen Kaffee schlürfte, überkam mich eine innere Genugtuung, 1. das ich hier so einfach gemütlich sitzen darf , 2. das die Welt, wenn sie möchte doch sehr friedlich sein kann, 3. das die Menschen unterschiedlicher Color, Denke und Weltanschauung gemeinsam sprechen, handeln und leben☀️. Sobald aber sinnlose Gesetze, Vorschriften, Verbote usw. erlassen werden, gerät dies aus dem Gleichgewicht. Dies bestätigte mir der erste Blick, seit der Ankunft auf Neuseeland, auf die Nachrichtenseite der Welt. de☹️. Von Demokratie habe ich da sehr wenig gelesen, nur wie man irgendwie die AFD ausschalten könnte☹️. Beinahe versaute ich mir damit den herrlich beginnenden Tag. Nun ging es durch die verschiedenen Outdoorläden, um meine Ausrüstung zu vervollständigen. Da ich mir in den letzten 3 Wochen sage und schreibe 3x meine Ohren und Nase verbrannt hatte, musste unbedingt ein neuer Hut her. Damit ich nicht nochmals Probleme mit unreinem Wasser bekomme, war ein neuer Filter notwendig. Und schon war ich schnell 250 $ ärmer ☹️. Mit Kenny sprach ich kurz, er war fast die ganze Nacht im Krankenhaus, aber Gottseidank ist der Arm nicht gebrochen. Wir verabredeten uns zum Kaffee, um den weiteren Ablauf zu besprechen. Leider fanden wir um diese Zeit ( 17:00) kaum ein offenes Café ☹️. Ich buchte noch für Mittwoch das Ticket für die Fähre und sortiere endlich mal meine Klamotten. Nach dem Abendessen, wieder leckeren Fisch, war für mich nur noch schlafen angesagt. Die Stadt Wellington und Umgebung gefällt mir immer mehr. Es geht alles sehr geordnet und ruhig zu, keine Hektik, nette Menschen, Strand vor der Nase, kinderfreundlich und ein Paradies zum shoppen 😊. Diese Begebenheiten nutzen wir auch heute, Dienstag 23.01, reichlich aus. Nach einem tollen Frühstück in einer eher „deutschen“ Bäckerei liefern wir ohne unsere Rucksäcke noch die restlichen 13 km/h bis zum Endpunkt des Trails , Island Bay, und dann mit dem Bus zurück ins Hotel. Die Umgebung von Wellington kann man sehr genießen, ob zu Fuß, mit dem Bike oder dem Bus. Euer Udo Bär 🐻

Wassertaxi zum Start auf der Südinsel
die erste Versicherungsgesellschaft NZ
tolles Café
erinnert mich bissel an Leipzig 89
Hotel
tolles Frühstück
Wellington und Umgebung 👍
ein neuer Hut steht dem Udo gut 👍
man sieht die Südinsel
die letzten 13 km auf der Nordinsel
mein luxuriöses Hotelzimmer

21.01 auf in die Hauptstadt Wellington

zuerst muss ich zur Kanu Expedition noch etwas darlegen. Diese Herausforderung gehört zum Trail, da dieser für 5 Tage selbst nicht durch die unwegsame dichte Wildnis gelaufen werden kann. Entweder du entscheidest dich für die Kanufahrt, oder du musst diesen Teil weiträumig per Hitsch umfahren. Die meisten Hiker entscheiden sich für das Abenteuer Kanu, sowie ich auch. Es gibt noch mehr solche interessanten Abschnitte auf dem TA. Deshalb ist die Planung und Organisation schwieriger als auf den anderen Trails, welche ich realisierte. Obwohl hier das Profil relativ flach ist und kaum von größeren Bergen begleitet wird, war es für mich kaum möglich meine Kilometervorgaben pro Tag zu erreichen. Gestern Abend machte ich noch mit einem US Hiker Bekanntschaft und beschlossen heute morgen gemeinsam nach Wellington zu laufen. Erstmalig lief ich vorwiegend über sehr schöne Wege und durcheine tollen Landschaft, wie ich mir das wünschte. Nach dem zeitigen Verlassen ( habe nicht bezahlt, da niemand anzutreffen war) ging es sofort 1000 Stufen in die Höhe und verursachte eine außergewöhnliche Aktivität meines alten Herzens☹️. Kenny, 29 jähriger Landschaftsgestalter, konnte mir schwer folgen, aber nur weil er vor ein paar Tagen einen Sturz hinlegte und sich wahrscheinlich den rechten Unterarm angebrochen hatte und so ohne Stöcke das ganze meistern musste. Er ist bereits seit November auf dem Trail und feierte hier auf Neuseeland mit seiner Freundin noch Weihnachten und dann war plötzlich die Beziehung beendet 😊. Er hat es gefasst aufgenommen. 15:00 Uhr erblickten wir von Wellingtoner Hausberg die Hauptstadt von Neuseeland. Ein erhabener Anblick, die moderne Stadt umringt von kleinen Bergzügen und malerisch an der Evans Bay gelegen so zu sehen. Langsam schlenderten wir durchs sehr moderne Zentrum in Richtung Hotel. Hier ein kleiner Blick in die Outdoor Läden, dort einen köstlichen Kaffee und dort ein leckeres Eis. Dann checkte ich für drei Tage ein und lasse es mir nun gut gehen und schmecken😊. Kenny, verabschiedete sich zum Check seines Armes in die Klinik und ich huschte in ein Restaurant zum Fisch essen. Morgen ist hier Feiertag und am Mittwoch geht es dann mit der Fähre auf die schönere Südinsel. Für Roberto und Uwe habe ich zwei riesige Säcke mit meiner neuseeländischen Energy auf die Reise nach Leipzig geschickten. Ich bin mir sicher, dass diese Besonderheit einen Aufschwung für die Beiden verursacht☀️💪. Den Rest der Bande wünsche ich ein sonniges Wochenende. Unterm Strich fühlte ich mich auf den heutigen 30 km kraftvoller und flüssiger unterwegs👍. Euer Udo Bär 🐻

guten Morgenstimmung
Strahlemann
könnte Wellington sein
Rugby 🏉 Station
Botanischer Garten
Gedenksäule
Botanischer Garten
interessanter Hinweis auf den Trail
Wellington
Oper von Wellington, davor Kenny
Hafenanlagen
Feierabendbier

20.01 schnelle Entscheidung

gut war es, das ich in weiter Voraussicht das Überzelt zeitnah platzierte, da es fast die ganze Nacht geregnet hatte. Somit hat das neue Zelt seine Regentaufe bravourös überstanden. Im Innersten ist alles trocken geblieben👍. Nach dem Herauskriechen aus meinem Kuschelzelt, versuchte ich mir einen Cafe zu besorgen, das Handy zu laden und die Klamotten zusammen zu packen. Ich war gespannt, wie die ersten Schritte, mit dem Rucksack auf dem Rücken , die Schuhe an den Füßen sich anfühlen würden. Außer, das der Rucksack arschschwer auf die Schultern drückte, fand ich es akzeptabel. Schnellen Fußes lief ich ins Zentrum von Whanganui, und erlebte dort ein schönes Stadtfest. Überall standen geputzte , glänzende und farbenfrohe Oldtimer. Dazu spielte ein Band und getanzt wurde im Rhythmus. Ich gönnte mir ein fruchtiges leckeres Eis, einen kleinen Snack und schon verschwand ich auf dem Trail, welcher wieder einmal direkt auf der Straße entlang lief. So hatte ich mir das nicht gedacht☹️. Aber: ich war wirklich mit meinem physischen Parametern mehr als zufrieden. Außer Rücken, vom Paddeln, lief mein Körper wie ein kleines Uhrwerk und machte mich zuversichtlich😊. So kann es doch weitergehen. Ich hoffte auf einen Hitsch, aber kein Auto wollte so ein kleines Schmuddelkind mitnehmen. Ein heftiger Regenschauer überraschte mich und bevor ich das Regencape über mich und dem Rucksack streiften konnte, war ich klitsch nass. Wenn’s dazu ein Video gegeben hätte, ihr hättet euch kaputt gelacht, so dämlich stellte ich mich dabei an. Und als ich es geschafft hatte, war der Regen vorbei 👀. Max Schramm, ein Biker den ich die letzten Tage öfters getroffen hatte überholte mich aus dem Nichts. Beide waren wir überrascht. Bis nach Bulls nahmen mich dann doch noch zwei Autos mit, das letztere fuhr sogar bis Wellington( zwei Mädels), aber ich lehnte ab. Schnell stattete ich Mc doof noch einen Besuch ab und versuchte nun bis nach Palmerston zu hitschen. Zugleich hielt ein junger Mann an, der gerade von einem Football Matsch nach Wellington zurückkehrte und lud mich in seine Kiste. Seine Mannschaft hatte das Finale verloren, hielt in aber nicht ab, mir einiges über sein Tun ( er studiert Lehramt) , sein Land und Regierung zu erzählen. Die Hälfte hatte ich verstanden. So landete ich unverhofft auf einem Campingplatz in Porirua. Ich bin zufrieden ☀️😊👍 gute Nacht 🐻

Abmarsch
toller Typ
Wanganui
ich konnte widerstehen
Uferpromenade
Erinnerungsturm
dahinten ist das Meer

16 – 19.01 Kanuabenteuer auf dem Whanganui River

gestern Abend hatte ich mich noch mit Tarzan ( Hiker aus Dänemark) über die nächste Tage ausgetauscht. Er meinte, dass er ab morgen eine fünftägige Kanutour auf dem Whanganui River gebucht hätte, was mich gleichfalls interessierte, nur hatte ich keine Ahnung wie ich das Permit dazu buchen musste. Kurzerhand erledigte er es für mich und die nächsten Tage waren geplant👍. Das größere Problem lag nun darin, für die nächsten fünf Tage noch Essen einzukaufen. Für zwei Tage hätte ich noch irgendetwas zwischen die Zähne. Doof war nur, das ich erst noch mit Joel lecker beim Thai Essen war und danach war der Supermarkt geschlossen. 6:45 Uhr war Abfahrt zur Kanustation und 07:00 machte der Supermarkt wieder auf. Also müsste doch klappen? 6:30 Uhr standen wir abfahrbereit vorm Hotel. Den Fahrer erzählte ich, dass ich noch keine ausreichend Proviant einkaufen konnte und er versprach mich nach dem Briefing zur Tour nochmals zurück zum Supermarkt zufahren. Nach der Einweisung des Ablaufs wurde ich dann zum Einkaufen gefahren. Bisschen doof kam ich mir dabei schon vor. Mit dem Van ging es dann 90 min bis zum Einstieg und alle Bootbesatzungen verstauten ihr Hab und Gut in große wasserdichte Fässer, banden diese fest und los ging die wilde Kanufahrt 😊. Ich durfte das Boot mit Lukas, einen 27 igen Bayern, welcher noch vor dem Trail 6 Monate als Elektriker in Australien gearbeitet hatte, teilen. Ich war auf die nächste fünf Tage mit ihm gespannt. Ich setze mich auf den vorderen Sitz und er sollte das Steuer übernehmen. Nach einer Proberunde war mir klar, dass wir so noch ankommen würden. Also tauschen wir die Plätze, was mir gefiel und altersbedingt auch zustand. Vier befreundete Boote stachen nun in den River 😊. Wir ließen sicherheitshalber die anderen Boote vor, da wir eigentlich keinen Plan hatten, wann wir auf welchem Campingplatz sein müssten. Wir überholten die anderen Boote, ließen uns wieder zurückfallen, bis wir feststellten, dass wir weit die Letzten waren. Irgendwann mussten wir die Boote wieder einholen, bzw sehen, wenn sie am abendlichen Campingplatz vor Anker lagen. Das Wasser des River war farblich mittelbraun und besaß eine flotte Strömung, ab und zu durch Stromschnelle durchzogen, die einem das Navigieren etwas schwieriger machten , mit den Folgen das wir uns des öfteren Wasser ins Boot holten, oder nicht sichtbare große Steine rammte bzw. Beides ☹️. Zum Kentern reichte es allerdings nie👍. Links und rechts stiegen die Ufer felsenmässig in die Höhe und ließen ein schnelles und sicheres aussteigen nicht zu. Nach 4 Stunden entdeckten wir viel zu spät die Einfahrt zum Campingplatz und schafften auf Grund der starken Strömung nicht mehr zurückkehren. Na gut, dann fahren wir eben weiter. Hoffentlich machten sich die anderen Crows keine Sorgen. Erst nach weiteren 2,5 Stunden gelang es uns an einen Anlegepunkt zu landen und da die Nacht zu verbringen. Wir versanken in unsere Zelte und ließen uns auch nicht von den nächtlichen Umtrieben der Opossums ablenken. Wir warteten am Morgen noch eine Stunde am Anleger, um auf die anderen Teilnehmer zu warten. Wir waren ja nun die Ersten. Der Wasserspiegel hatte sich über Nacht stark gesenkt und verhalf uns zu einem sicheren Einstieg ins Boot. Ich muss sagen, Lukas ist nicht der begnadete Paddler , aber er liess sich nicht hängen. Die Natur zeigt sich wie gestern von einer langweiligen Seite und verursachte sehr emotoinsloses Verhalten in uns. Und wieder verfehlten wir auch an diesem Tag den vorgesehenen Campingplatz und kamen bereits am Nachmittag am Zielort, Pipiriki, des dritten Tages an. Wir nahmen Besitz von einem kleinen Kiosk und plünderten dessen Inhalt. Hier aßen wir den besten Burger seit dem ich auf Neuseeland bin👍. Noch vor dem Zeltaufbau rebellierte mein Magen gefühlt das letzte Mal und war mir nun sicher, dass diese Unstimmigkeiten erledigt sind. Am 18.01 stürmten wir 08:00 ausgeschlafen die braune Brühe und nahmen Cours auf den heutigen Campingplatz, eine kleine Hütte hoch oberhalb des Flusses. Und dieses Mal hatten wir Glück und verfehlten das Ziel nicht. Nun lagen noch 45 km für die nächsten zwei Tage vor uns, waren aber sicher, dies Strecke auch morgen zu knacken und einen Tag eher am Zielort, Wanganui, einzutreffen. Oder doch ganz in Ruhe? Lukas Motivation zeige jeden Tag etwas weiter nach unten und meine reichte gerade mal für mich ☹️. 19.01 konnten wir erst mit zeitlicher Verzögerung auslaufen. Zu einem hatte es nachts geregnet und wir brauchten etwas länger zum verstauen und zum anderen hatten sich Lukas einen Splitter in den Fuß gejagt und bekam diesen nicht zu fassen. Er wollte dann den Fuß in Seifenlauge im Boot baden um ihn am Ziel leichter zu entfernen. Bereits nach einer Stunde auf dem Wasser entschieden wir uns heldenhaft dazu, die Kanuexpedition doch heute zu beenden und legten uns ins Zeug. Die erste Etappe von 24 km paddelten wir in 3 statt 4,5 Stunden durch, um dann die letzten zähen 21 km in 4 Stunden ruhmreich zu meistern ☹️. Weniger glücklich, mehr geschafft landeten wir an der Rampe zum Zeltplatz von Wanganui. Ich ließ zugleich 1 Liter Milch durch meine Kehl hinab fließen, nahm die etwas mit allerlei Düften und Verfärbungen Stofffetzen, unter denen man meine Klamotten der letzten 14 Tage vermutet, warf sie mit der Hoffnung eines Wunders in die Waschmaschine und war daselbst bereit für eine akute hartnäckige Dusche. Von Lukas war nichts mehr zu sehen, er hatte sich in eine Ecke verschanzt um noch tiefer in Depressionen zu verfallen. Ich weiß nicht was mit ihm los war. Meine aufmunterten Worte halfen ihm keinen Zentimeter weiter. Dabei konnte er doch mit der Kanuabenteurer zufrieden sein?☹️. Ich konnte mich mit ihm auf der gesamten Tour prima über politische und wirtschaftliche Probleme unterhalten. Vertraten in der Regel die gleichen Anschauung ( ist ein konservativer Bayer halt und hält wenig vom rot-grünen Geschwafel 👍). Wie es bei mir morgen aussieht, entscheidet sich morgen. Gute Nacht 🐻

Start
Vorfreude
läd nicht zum Baden ein
der erste Abend
Avocado
Lukas
Romantik
ich dachte es wäre ein Ast
The Hut
Ziel erreicht Wanganui

15.01 Pause

Über die Nacht hinweg konnte ich mich wieder etwas aufrappeln, aber mein Magen wollte nichts von Nahrung wissen. Ziel war heute die nächste Stadt, welche noch 35 km entfernt lang, Ich verzögerte mehrfach das Aufstehen um dann doch in die Spur zu gehen. Nach 7 km verlies ich den Timber Trail und marschierte nun bei Regen auf einer Schotterstraße weiter. Das kann ja heiter werden. Mit einem Hitsch sah es auch nicht so gut aus. Und doch kam eine alte Klapperkiste um die Kurve und hielt auf mein Zeichen. Man war ich happy, musste doch nicht die nächsten 20 km bei Regen laufen. Ein Blick ins Auto war etwas verwirrend. Saßen doch eine Maoi Family mit ihren 4 Kindern darin👀. Sie rückten alle zusammen und ich quetschte mich noch hinein. Mit einer sehr rasanten Fahrt ging es bis Taumarunui. Zuerst huschte ich zu MC doof um doch einen Burger zu verschlingen. Es ging ganz gut. Danach suchte ich mir ein kleines Hotel um nur noch zu schlafen. Gegen Nachmittag trudelten noch Maik und Ben ein, welche aber gleich weiter fuhren. Zu meiner Überraschung stand dann noch Joul im Hotel, welchen ich in meinem Zimmer eine Übernachtung anbot. Morgen geht es dann weiter. Gute Nacht 🐻

kaputt aber frisch rasiert

13-14.01 Timber Trail

geschlafen hatte ich gut und die Füße waren etwas entspannter. Heute wendete ich die Zweisockentechnik an. Damit die Blasen etwas Linderung erfahren, habe ich einfach zwei Socken übereinander gezogen. Im Nachhinein hatte sich das positiv herausgestellt. Heute ging es nun für die nächsten drei Tage auf den Timber Trail. Er ist 85 km lang und führt durch ein einsames dschungelänliches Gebiet. Besonders interessant, da man den Trail auch komplett mit dem Bike fahren kann. Ich verzichtete auf das Ausleihen eines Fahrrades. Hätte ich aber machen sollen. Eigentlich war ich den ganzen Tag alleine, bis auf die Biker, welche mich locker überholten und ich sehr neidisch auf sie war. Während der 45 km überquerte ich mehrmals sehr lange Hängebrücken, welche über lange Schluchten installiert waren. Atemberaubend. Gegen 17:00 Uhr kam ich an einer Lodge an, um hier zu übernachten. Aber es war nur für Biker und gebuchte Gast möglich. Auf meine Bitte hin, bekam ich eine Pizza und Cola, die ich mir genüsslich in mich hineinstopfte. Gott sei Dank war dann der Zeltplatz nicht mehr weit. Das Abendbrot fiel natürlich aus. Der nächste Tag kann kommen. 08:00 Uhr schaffte ich es auf den Trail zurück. Die nächsten 45 km standen mir bevor und die Sonne begann mich bereits zu ärgern. Irgendwas war mit mir nicht richtig stimmig☹️. Mein Magen bereitete mir starke Probleme. Wo und wann könnte ich unreines Wasser getrunken haben. Es blieb nichts im Magen. So schlich ich von km zu km, um alle 10 km eine größere notwendige Pause einzulegen. Nach 45 km ging nichts mehr. Ich war völlig am Ende. Bis zum nächsten Zeltplatz würde ich es auf keinen Fall schaffen. Ich bleib einfach am Rand des Trails liegen und schlüpfte in mein rettendes Zelt. Ich pfiff auch auf den Hinweis, dass es Privatgelände war und man nicht zelten durfte. Es ging mir nur noch um mich. Gute Nacht 🐻

Beginn des Trails
die Motivation sinkt

12.01 es geht vorwärts, auf der Straße

naja, übertreiben will ich nicht gleich. Ich machte mich als Erster auf, mit dem Nachteil, dass ich den ganzen Morgentau des Grases nach fünf Minuten in meinen Schuhen hatte. Wieder alles pitschnass ☹️. Das war nun aber das Geringste, denn der kaum zu erkennende Weg führte nur in kleinen anstrengenden Gänseschritten an einem sich wie eine Schlange windender Fluss entlang. Ich glaube mich nicht zu erinnern, dass ich auf meien Trails für nur 13 km satte 4:30 h benötigte☹️. Nach Erreichen einer Kreuzung wartete ich noch 90 min auf die anderen Hiker. Diese Zeit nutze ich zum Schlafen. Da ich mich heute an den anderen Hiker orientiert hatte, war in meinem Kopf kein Plan hinterlegt, wohin es heute eigentlich geht. Hatte ich mich doch auf die anderen Hiker verlassen. Trotzdem stieg ich in einen LKW ein, der mich bis zur nächsten Bundesstraße mitnahm. Der Fahrer, ein Imker, hatte mir erzählt, das er sehr guten und teuren Honig produziert und sogar nach USA verkaufte. Die Fahrt nahm ein schnelles Ende und schon stand ich an der Hauptstraße und wusste nicht recht, in welche Richtung mich mein Weg führen sollte☹️. Ein junger Engländer hielt sogleich an um mich mitzunehmen. Nun begann das Problem, wie heist denn das nächste Ziel ? Wir suchten vergebens auf der Karte und in der App den nächsten Traileinstieg. Was soll’s, ich stieg einfach ein und ließ es auf mich zukommen. Nach einigen Kilometern der erste Hinweis, Timber Trail, genau dort wollte ich hin und war über das Ende meiner diffusen Orientierungslosigkeit erleichtert. Ja, genau dort will ich hin, zum Anfang des Timber Trails. Jetzt war ich beruhigt und stolz auf mich😊. In Ruhe und Zufriedenheit lief ich zum Zeltplatz und schlug dort provisorisch auf. Ich wurde mit dem Boss, Franzis, eine Maoi, bekannt gemacht, welche mich sogleich mit Cola versorgte und mir einen frischen Salat anbot( köstlich). Nach einem längeren gemeinsamen Gespräch verzog ich mich in mein Zelt. Gegen späten Nachmittag flogen die restlichen Hiker ein. Bis auf das Treffen mit Franzis war der Tag nicht spektakulär. Gute Nacht 🐻

Beginn des Tages
der Weg?
Gluthitze
Waschtag
Start zum Timber Trail

11.01 der erste landschaftlich schöne Tag

09:00 Uhr saß ich im Café, 1 Liter Milch, Kaffee und ein Sandwich eröffneten mir den Tag. Bis zur nächsten Stadt waren es 13 km, wieder über Weideland und den üblichen Hindernissen. Hatte ich mich bereits daran gewöhnt?? Nein. Unterwegs trafen wir noch auf drei weitere Hiker ( deutsche/ amerikanisch/australisch). Der Deutsche, Finn, 24 Jahre, war bereits seit November hier, erzählte mir von seiner Bundeswehrzeit, vor allem von seinem Mali Einsatz letztes Jahr. Es ist zwar nicht meine Sache, aber war hochinteressant. Dadurch wurde ich wenigstens mit meinen Gedanken von den bedrückenden Umständen meiner Freunde für kurze Zeit entführt. Der Weg war heute nicht allzu schwer, aber durch meine Blasen war ich dazu gezwungen einen uneffektiven Laufstil zu kreieren, welcher die Schmerzen auf der einen Seite linderten, aber dafür an einer andern Stelle physische und psychische Probleme heraufbeschwor. Bis nach Bluff sind es ja nur noch 2100 Km. In Te Kuiti füllten wir unsere Vorräte für die nächsten fünf Tage auf und machten nochmals einen letzten leckeren Abstecher in ein Cafe. Hinaus aus der Stadt, stand wieder pure Anstrengung, aber durch eine wunderbare Landschaft, immer entlang eines Flusses an. An Abwechslung überraschte uns nicht nur Sonnenschein und Schatten, sondern auch viele kleine Wasserfälle die uns zum abkühlen einluden. Genial 😎. Nach 30 km, an einem Tabelgrund, schlugen wir unsere Zelte auf und verschwanden zielorientiert nochmals in den kühlen Fluss. Ich wollte nun nur noch schlafen. Guten Nacht 🐻

Te Kuiti
Mike aus Boston
eine Ruhe
es geht doch
es war die falsche Brücke ☹️
Mauli und Bärli an der frischen Luft
mein Standpunkt weißer Kreis mit Pfeil
so geht auch zelten, mehr muss nicht sein

10.01 harte Kante

7:45 zog ich gestärkt durch das gestrige Abendmahl von dannen um zuversichtlich den ersten hohen Berg zu erklimmen. Der gesamte Weg bis zur Hut (Hütte) Pahautea Hut & Hihikiwi Track hinauf war eine reine katastrophale Anstrengung. Der Weg war sehr steil und durch das herunterfließende Wasser total aufgeweicht, ständig musste ich nach festen Untergrund Ausschau halten um nicht in dem schlammigen Waldboden stecken zu bleiben. Das waren bei weitem nicht meine Vorstellungen. Nach 950 von insgesamt 1200 Höhenmetern stand ich endlich entkräftet an der Hütte 🛖 und es übermannte mich, ich müsste jetzt unbedingt eine Suppe kochen. Mein Körper wäre sicher dankbar für die Energiezuführ. Es war köstlich 😋. Der Weg führte mich weiter durch reichlich Gestrüpp bis zum höchsten Punk. Der dort aufgestellte Hochstand erlaubte mir nun eine tollen und weitläufigen Blick über die neuseeländische Ebene. Der jetzige Abstieg belastete mich genauso wie der Aufstieg. Der gleiche Mist ☹️. Alles war steil, glitschiger, und ich kam nicht einen Deut schneller hinunter. Mehrfach stürzte ich, stand wieder auf und trug einige Blessuren davon. Wenn ich nach Hause komme ist alles wieder heile. Im Tal angelangt, lief Joul ( Neuseeländer, den ich auf dem Berg begegnete) auf mich auf und wir versuchten gemeinsam einen Hitsch zu einem guten Campground zu bekommen. Nach kurzer Pause entschieden wir uns die drei Kilometer bis zu Hauptstraße zu laufen, um ein Auto zu erwischen. An einem Schild hing ein totes Tier, welches ich bis dato nur im Zoo gesehen hatte. Das Opossum stank so fürchterlich, dass sich meine köstliche Mittagssuppe wieder den Weg nach aussen suchte. Das lange Warten in der Sonnen hatte sich dann doch gelohnt. Die Frau fuhr uns bis zum Zeltplatz Waitamo Vakky und endlich konnte ich aus meinen nassen Schuhen entfliehen und meinen Blasen eine Linderung zuführen. Nach dem ausgiebigen Duschen, fanden wir uns gemeinsam mit Alex( Lehrerin aus GB) im Restaurant zum Burger Essen wieder. Vor Hunger wäre ich beinahe umgefallen, da ich auf dieses bisschen Kaugenuss über eine Stunde warten musste ☹️. Lecker war er trotzdem. Mein Befinden zeigte langsam nach oben 👍. Morgen früh wird ausgeschlafen und vor dem Start ein Besuch im Café erfolgen. Gute Nacht 🐻

950 Meter über 0
Energyende
endlich oben
alles was man zum glücklich werden braucht
Opossum hat es nicht überlebt
Ich bin nicht mehr alleine

09.01 ein intensiver Abend

Die Nacht war vor allem für meine riesigen Blasen, die sich unter den Füßen freudig gebildet hatten, sehr angenehm. Noch besser wäre es, wenn mich der heutige Weg nicht durch nasses Gras oder Matsch führen lässt, denn das lange Verbleiben( ca10 h) in den nassen Socken und Schuhen verursachen dieses weichgespülte Phänomen der Füße. 08:30 Uhr legte ich zuversichtlich los und wurde prompt am matschigen Flussufer vorbei geleitet☹️, mit dem Resultat das ich gleich mehrmals bis zur Wade in die Pampe rutschte und so einen fürchterlichen Gestank verbreitete. Aber Kopf hoch und weiter. Nach 10 km glitschigem Geländes erreichte ich wieder ff-(freies und feuchtes) Weideland und konnte etwas entspannt den noch bedeckten Himmel genießen. Die Ereignisse zu Hause fesselten meine Gedanken so sehr, dass ich mich nicht so intensiv vom Trail gepackt fühlte. Die Landschaft projizierte in meinen Augen mehr eine Eintönigkeit und Monotonie und weniger Emotionen vor. Mehrmalig verfehlte ich den Weg, freute mich, dass es bergab ging, um dann doch festzustellen, ich muss den Berg hochlaufen. Unnötige Zeit, kräftezehrend und demotivierend. Dazu kam noch, das ich bemerkte, mein T Shirt verloren zu haben. Bereits vor zwei Tagen büßte ich irgendwo im Gestrüpp eins ein. Notgedrungen legte ich den Rucksack ab und lief den einen km zurück ☹️. Was würde mir heute noch alles passieren? Auf Grund der Schotterpiste kam ich nun etwas schneller vorankommen, aber die agressive Sonne verwandelte diese gefühlte Lockerheit in eine wahre Strapaze. Unter diesen Bedingungen würde ich heute nicht die Berghütte erreichen aber sicherlich den Campingplatz am Fuße des ersten 1000 m hohen Bergs. Bis dahin waren es noch 12 km. Ich trat aus dem schattigen Wald heraus und erblickte freudig eine kleine Quelle, welche sich dem Hang, mitten durch eine Schafherde hinab schlängelte. Die Einladung, erstmals in einem warmen und sauberen Bächlein baden zu können nahm ich herzlichst an. Die Schafe schauten mir ungläubig beim Ausziehen und Baden zu. Hatten sie noch keinen alten schlaffen Mann gesehen, oder waren sie so von meinem Antlitz verzaubert? Diese Erfrischung ( 30 Grad Wassertemperatur) hielt nur 13,5 min an. Und der Durst war riesig, aber wegen der vielen Schafe zwang ich mich lieber nichts von diesem Lebenselxier zu trinken. Hoffnung stellte sich dann 7 km weiter ein. Ein größere Fluss schlängelt sich ins Tal hinab und lud viele badelustige Kiwis zum toben ein. Toben wollte ich zwar nicht, aber meine Körpertemperatur mal so richtig herunter kühlen und dazu noch ein kleines Nickerchen waren angesagt. Endlich führte der Weg wieder unter schattenspendene Bäumen und am Fluss entlang. Vier indisch aussehende Kerle kamen mir entgegen und wollten wissen, ob ich auf meinem Weg hin Polizei gesehen hätte. Mein Eindruck, es müssten Migranten sein. Kurz vor dem schönen, am Fluss gelegenen Zeltplatz kam ich an einer Art Unterstand vorbei, welche eine Familie auf ihrem Weideland gebaut hatten und mit ihren Freunden einem Barbecue begannen. Ich fragte natürlich, ob dies für mich wäre😊. Sie gaben mir sogleich ein Bier und luden mich zum Essen ( eigentlich habe ich mich aufgedrängelt😊) ein. Schnellen Schrittes landete ich auf dem angenehmen Campground, stellte das Zelt in den Wind, machte ein kleines Nickerchen, zog meine „Ausgehsachen“ an und fand mich mit großem Hunger bei der Familie ein. Wir (sie Lehrerin, er Ingenieur und drei Kinder) kamen ins Gespräch, was auch für mich bei den Getränken nicht so schwierig war. Am Ende tauschten wir die Adressen für ein eventuelles Wiedersehen👍( in Leipzig) aus. Bevor wir den unerwartet schönen Abend beendeten, durfte ich noch den Schmutz auf meiner zarten Haut in einer warmen Outdoordusche abspülen. Mein Tagesziel habe ich nicht erreicht. Am Ende des Tages fühlte ich in mir mehr eine innere Befriedigung und Ruhe und das ließ die körperlichen Schmerzen in den Hintergrund rücken. Gute Nacht 🐻

ein bisschen Abkühlung
meine Gastgeber Susan
perfekte Dusche
es gibt auch Rehe