ich habe wunderbar in der alten Hütte geschlafen. Hier haust soviel Geschichte drin, dass man bestimmt mehrere Bücher voll schreiben könnte. Durch die großen Ritze konnte ich sehr gut die Außenwelt beobachten. Damit die Kälte nicht ganz ungehindert in die Hütte drang, waren die größten Ritze mit alten Säcken verhangenen, damit meine ich nicht mich😊. Rein in die nassen Schuhe und im guten Glauben, dass die gestrige Schlammschlacht die Letzte wäre, ging’s hinab in die Ebene. Bis nach Bluff wird es keine größere Erhebungen mehr geben👍. Die nächste historische Hütte, Turnbull‘s Hut war nur 5 Kilometer entfernt und wartete mit einer Überraschung bereits auf uns. Bis dahin hieß es wieder sich durch den Schlamm kämpfen und im Kopf klar zubleiben. Bereits der Gedanke, dass uns ein Trailmagic mit bereitgestellten Bier, Cola, Süßigkeiten und Obst beglücken wollte, ließ uns förmlich über den Matsch fliegen. An der Hütte standen wirklich mehrere Kühlboxen mit den angesagten verführerischen Gaben, mitten im Schlamm. Wir stürzten uns gesittet wie wilde Tier auf die Kisten und prosteten uns mit einem großen Schluck aus der Dose zu. Als Zugabe freute ich mich über eine Dose Red Bull ( soll ja einem Flügel verleihen )😊. Das nach der Hütte der Weg besser wurde, hing augenscheinlich damit zusammen, dass wieder öfters kleine Bäche den Weg ins Tal sich bahnten und somit für trockenere Wege sorgten. Auffallend zeigten sich im Boden von Menschenhand geschlagene tiefe akkurate Gräben👀, welche teilweise von Farnen und Bäumen überwuchert wurden. Vor ca. 50 Kilometern hatte ich auf einem Schild gelesen, dass hier Mitte des letzten Jahrhunderts durch chinesische Arbeiter nach Gold gebuddelt wurde. Die damaligen Bedingungen mussten unmenschlich gewesen sein. Zum Abtransport der Gesteinsmassen wurde sogar eine Eisenbahn, welche komplett auf Holzschienen führ eingesetzt. Unglaublich 💪. Verschlammt wie wir waren, konnte wir nicht in Richtung Colac Bay weiter laufen, denn dort wartete ein Restaurantbesuch auf uns. Die würden uns gewiss hochkantig hinaus werfen. Zum Glück stießen wir am Ende des Regenwaldes auf einen kleinen Fluss, in dem wir den an uns anhaftenden Schlamm abspülen konnten. So trauten wir uns zurück in die Zivilisation. Noch ein paar große Schritte auf der Straße und die letzten anstrengenden Tage waren vergessen. In unseren Vorstellungen saßen wir bereits am Tisch und verspeisten einen riesengroßen Burger. Ein Humpen Bier rundete die Sache ab. Die Realität folgte wenig später wirklich👍☀️. So wie Max und Moritz kamen wir uns vor, aber mit in die Sonne zu legen konnten wir uns noch nicht leisten. 12 Kilometer Straße bis zum heutigen Campingplatz in Riverton lagen noch vor uns. Eine Herausforderung stellte diese Tatsache nicht mehr an uns, waren wir doch an härtere Bedingungen gewöhnt. Zum Tagesausklang folgten die üblichen Dinge, Zelt aufbauen, Wäsche waschen, Einkaufen und gut zu Abend essen 😊. Für die nächsten zwei Tage blieben nun nur noch 65 entspannte Kilometer übrig. Gute Nacht 🐻.








