bis nach Lake Hawea (48 km) wollte ich heute kommen. Davor lagen allerdings noch 2 Berge und das River Crossing war auch noch angesagt. Den erste Berg mit 950 Höhenmeter, auf einem idealen breiten Weg erreichte ich bereits nach 2 Stunden und war sehr entspannt. Die Landschaft glich im wesentlichen denen, die ich so die letzten zwei Tage durchstreifte und die Tierwelt in diesen rauen Umgebung schien der liebe Gott vergessen zu haben. Vielleicht hatte der heutige starke Wind alles Lebendige weggepustet☹️. Ich fegte über den Gipfel, Martha Saddle (1687 m) ohne Pause hinweg und merkte sobald an meinen Knien und Oberschenkel, das es rasant auf einer Schotterpiste nach unten geht. Das Gefälle war nun so gut, dass ich ums „Rennen „ nicht drum herum kam und Meter für Meter den Abstand zum Ziel verkürzte. Bei all dieser Geschwindigkeit hatte ich den Blick auf das Wesentliche nicht verloren, sondern hielt in Abständen inne um auch diese landschaftlich gänzlich anders geartete Darstellung der Natur zu bewundern. Also ich flog mehr der Top Timaru Hut entgegen, wo ich gleichzeitig Frühstück und Vesper machte. Jetzt rückte das River Crossing immer näher und ich ließ lieber zwei Heiker voraus gehen. Ich hatte keine Ahnung, wo dieser beginnen, bzw enden sollte. Meine Strategie ging leider nicht auf, da ich beim besten Willen nicht so langsam laufen konnte. Wenn es nach unten geht, landet man unweigerlich an einem Flussbett, welches überquert oder wie heute als bessere Alternative zum normalen Weg genutzt werden kann. Die innere Spannung stieg mit jedem Schritt, den ich ins Flussbett setzte. Es war so, wie alle Hiker erzählten und sicher 99,9% auch es taten. Der reguläre Weg führte einen mehr durch Dickicht, immer hoch und runter, je nachdem wie sich der Fluss nach unten schlängelte und ist sehr anstrengend. Hingegen lief ich im Fluss immer etwas bergabwärts und musste keine Höhenunterschiede ausgleichen. War ich richtig? Die frisch in den Ufersand getretenen Spuren verrieten mir den Weg und ich beruhigte mich. So etwas hatte ich auf meinen Trails auch noch nicht erlebt und genoss dieses schmale Tal mit dem sanft hinabrauschenden Fluss. Das kalte Wasser wirkte auf meine Füße wie eine Therapie, zur Stärkung der Muskulatur und Durchblutung. Es machte einfach ein riesigen Spaß 😊. Durch ständige Hindernisse, wie zB. Felsvorsprünge, Steilwände oder Stromschnellen wurde ich gezwungen, die Uferseiten in Minutentakt zu wechseln☀️. Leise dachte ich, man, habe ich doch meine Schüssel zum Auswaschen von Goldnuggets vergessen!😊. So muss es sich vor 100 Jahren angefühlt haben. Je weiter ich nach unten lief, nahm die Strömung und Tiefe durch das enger werdende Tal an Fahrt zu und für mich unberechenbarer. Des öfteren war ich nun gezwungen riskant über Felsvorsprünge zu klettern, um dann weiter den Spuren zu folgen. Meine Augen 👀 mussten an diesen Stellen besonders jeden Stepp vorausschauend betrachten, um nicht abzustürzen. Dadurch übersah ich alles was sich in Kopfhohe befand, aber ich merkte es sehr schmerzhaft, wenn ich an einem großen Ast davor donnerte☹️. Der einsetzende Regen machte das Weiterlaufen auf den glitschigen Steinen zu einer unerwünschten Rutschpartie ohne Folgen für mich👍. Langsam empfand ich es unheimlich, hoffentlich verpass ich nicht den Ausstieg und warum treffe ich auf keinen Hiker? Zu meiner Beruhigung lief ich endlich auf einen Hiker auf und atmete tief durch. Gemeinsam erwischten wir rechtzeitig den Ausstieg und gleichzeitig den heutigen letzten Aufstieg zum Breast Hill ( 1568 m). Das River Crossing hatte seine Zeit benötigt, aber der Aufstieg, durch seine Härte noch mehr. An einer steilen Position merkte ich, dass ich einen vorgetäuschten ( vielleicht durch Tiere) Pfad folgte und wollte diesen zurück. Leider hatte ich keine richtige Orientierung mehr und irrte in diesem felsigen Gebiet herum. Hier versperrte mir eine Felswand und dort ein tiefer Abgrund das Weitergehen. Nach 10 min kraftraubender und umherstreuender Ahnungslosigkeit fand ich auf den TA zurück☹️. 16:00 erreichte ich für eine kleine Pause die Stodys Hut auf einer Höhe von 1077 m. Die Hütte war bereits voll und die nassen Klamotten hingen zum trocknen überall in der kleinen Behausung. Hier will ich nicht bleiben ☹️. Bis zur nächsten Hütte sind es nur noch 12,5 km und das ist doch zu realisieren. Der Regen hatte just aufgehört und die Sonne begleitete meinen weiteren Aufstieg. Die nächste Hütte , Pakituhi Hut, sollte sehr neu ( 2011) sein, aber war in meiner App auch nicht zu sehen. Ein breiter grasbewachsener Fahrweg, genutzt für den Transport von Schafen führte nun fast bis zum Gipfel hinauf und erleichterte mir sichtlich den Aufstieg. Die rundum Aussicht auf die angrenzenden Berge und Seen sah ich als meine verdiente Belohnung an. Von hier aus konnte ich die Hütte und auch Lake Häwea sehen, schätze aber optimistisch ein, dass heute an der Hütte Schluss ist. Da es wieder mit regnen begann, zog ich es nach 44 km , 2768 Höhenmeter und Energieverbrauch von 7752 kcal vor, in der warmen Hütte zu schlafen. Erleichtert träumte ich nur noch vom morgigen Café Besuch 😊. Gute Nacht 🐻
















