09.02 auf nüchternen Magen 1000 Höhenmeter

der Platz war doch nicht windgeschützt und das Zelt wurde ordentlich durchgeschüttelt. 07:00 Uhr rappelte ich mich auf die bevorstehenden 1000 Höhenmeter, danach sollte es entspannter verlaufen. Im Gegensatz zu meiner Annahme von gestern, führte mich der Weg auf eine andere, angenehmere Route nach oben und ärgerte mich über mich selbst, dass ich gestern die Situation falsch eingeschätzt hatte. Nachdem ich den angenehmen Radweg in Richtung Wald verließ, begleiteten mich ungehindert unzählige kleine Wasserläufe und viele Wurzeln bis nach oben. Die letzten Tage, traf ich nur auf Heiker, die den Trail NOBO ( Richtung Nord)und nicht wie ich SOBO( Richtung Süd) liefen. Der Vorteil für mich war dabei, sie konnten mir sagen, was ich noch zu erwarten hätte. So auch ein Amerikaner, der mich auf eine größere Durchquerung eines großen Flusses vorbereitete. Bis dahin durfte ich einige Zeit über ein karges Plateau laufen, um diese Art von Natur in vollen Zügen zu erleben und zu spüren. Kniehohe Yuccapflanzen versperrten mir oft den Weg und deren Spitzen drangen schmerzvoll in meine Waden ein. Schuhe und Strümpfe färbten sich dabei mit rötlicher Farbe, die ich als mein Blut identifizierte ( hoffentlich entzünden sich die Einstiche nicht. Ich will aber nicht über so eine Lappalie reden, wir wissen ja, dass das Leben richtig brutal zuschlagen kann ☹️). Stärkste Gesundheitsgrüsse nach Leipzig ☀️☀️☀️. Bis fast zum Gipfel konnte ich im kühlen Wald laufen, das sollten sich aber bis zum heutigen Abend nicht wiederholen. Trotzdem fand ich das wüstenhafte Dasein sehr interessant. Selbst wenn ich die unterschiedlichen Augenblicke wahrgenommen hatte, sahen diese aus einer anderen Perspektive, ein paar Meter weiter doch interessanter und noch spektakulärer aus. Eine im Gras sitzende junge deutsche Hikerin erschrak mich schon, da ich in meine Gedanken verwickelt war und mit ihr nicht gerechnet hatte. Auch sie, wie andere Hiker, meinte, wir könnten auch Deutsch sprechen. Ich schaute sie überrascht an und fragte wieso sie darauf käme, ein Germany Man zu sein. Ja, das hört man am Akzent 👀. Das habe ich bestimmt nun das vierte Mal gesagt bekommen. Für mich war dies immer eine gute Gelegenheit meine Fragen inhaltlich eigennützig zu verstehen und meine Schlussfolgerungen für die nächsten Schritte zu ziehen. Morgen würde das Wetter schlecht und ich sollte so viele Kilometer laufen als möglich, da ich wahrscheinlich morgen das River Crossing erleben werde und dies bei schlechtem Wetter sehr unangenehm sein könnte. Ich beendete höflich das Gespräch und verschwand in Richtung Tal. Es lief wunderbar und plötzlich und endlich tauchte der Ahauriri River auf👀, welcher mir als schwierig überwindbar angekündigt war. Es ging zwar steil nach unten und die Strömung sah enorm aus, wiederum scheinbar mit einer kalkulierbaren Tiefe. Auf der anderen Seite stellte sich durch das jahrelange Auswaschen des Ufers eine 20 Meter hohe Wand auf. Das ganze elektronische Equipment packte ich hoch in den Rucksack und bündelte meine Kräfte. Das Erklimmen der Wand stellte nicht unbedingt eine Herausforderung dar und weiter ging es unbeschwert über Kuh.- u. Schafsweiden. Hier sah die Situation schon anders aus, stellten sich doch drei Bullen in den Weg und scharten mit ihren Beinen eine Menge Staub auf. Diese Situation kannte ich bereits vom Arizona Trail und umging lieber dieser Herausforderung. Auch heute war meine Zielsetzung nicht zu erreichen und zog es vor, bei der nächsten Hütte zu übernachten. Der Weg war super leicht begehbar und meine trüben Augen 👀 erblickten in einiger Entfernung die kleine Hütte, welche ich allerdings nicht auf der App gesehen hatte. Ich stieß die Tür auf und niemand begrüßt mich ☹️. Ich hatte die Hütte, mit 5 Betten für mich alleine. Nur ein wildes Gesumme und Fiepen war unterm Dach zu hören. Ich las im Trailbuch, dass es Wespen sein. Da ich heute mehrfach darauf hingewiesen wurde, dass mit Regen zu rechnen wäre, wollte ich das Zelt nicht draußen aufbauen und entschied mich dies auch wegen der Wespen in der Hütte aufzustellen. Nach und nach trudelten doch noch einige Hiker ein, die sich daran nicht störten. Nach 43 km beendete ich den Tag. Gute Nacht 🐻

gleich der erste Hammer
hier geht’s hinauf
nur noch ein Stück
ist eben Natur
schöner Weg

Mittagspausen auf dem Abstieg
nur noch hinunter, durch und hoch River Durchquerung
bin doch richtig
führt mich der Weg zur Hütte
nach 43 km geschafft
ein Zelt für Innen 😊👍

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