04.02. ein richtiger Tagesablauf

ich war froh, dass mich die Hütte gestern Abend so herzlich aufgenommen hatte. Außerhalb war es auch nicht möglich mein Zelt aufzubauen. Wenn ein zweiter Hiker gekommen wäre, wäre es ziemlich eng in der Blechbüchse geworden. Nach fünf Tagen Schaffer ich es mal pünktlich 07:00 Uhr auf dem Trail zu stehen. Ein kurzes Frühstück und machte mich lebensfroh an die Arbeit. Heute hatte ich mir vorgenommen, bis zur Upper Deception Hut zu laufen, immerhin stolze 45 km, damit ich morgen relativ schnell zum Arthur’s Pass käme. Das Streckenprofil sah auf dem ersten Blick ziemlich so aus wie gestern. Ich konnte beim Laufen im Tal eine längere Zeit unbeschwert die Natur beobachten und genießen, bevor ich zum Haper Pass (962 Meter) über unwegsamen und schlammigen Waldboden aufstieg. Obwohl es mal nicht regnete, schoss das Wasser immer noch in Hülle und Fülle aus allen Ritzen und Löchern den Weg hinab. Es war zwecklos dieser willenlosen Natur auszuweichen☹️. Das Vorankommen in diesem dunklen, mysteriösen, aber märchenhaft anmutenden Gefilde beeindruckte mich überzeugend. Hier müssten doch die neuseeländischen Geister und Zwergengestalten hausen? 350 Höhenmeter bis zum Haper Pass stellt in meinen Gedanken kein großes Problem dar. Die Realität holt mich ständig auf den Boden der Tatsachen zurück☹️ und war happy nach2 h auf dem Pass zu stehen. Jetzt waren wieder die wackligen Knie und die schwabbelige Oberschenkelmuskelatur gefordert. Ohne zu bremsen jagte ich dem freundlicheren Tal entgegen. Beidseitig des Tals flossen unendlich viele kleinere und größere Flüsschen in die zwei großen klaren River👍. Ich ahnte schon, dass mich irgendwann im Auslauf des Tals einige gefährliche Durchquerungen erwarteten. Die bildliche Vorstellung war für mich hartgesottenen Hiker bedenklich und ungemütlich. Das Zählen der heutigen Flussdurchquerungen hatte ich bereits aufgegeben, es mussten an die 50 gewesen sein und die Chance trocken darüber zu gelangen war gleich Null ☹️. Also einfach sehr bedacht und vorsichtig durch. Die Strömung, die Steine und die Tiefe konnten mich nicht aufhalten. Nur die letzte Durchquerung war gefährlich. Sicherheitshalber packte ich das Handy in einen Plastikbeutel hoch oben in den Rucksack, sollte ich doch stürzen wäre mein wichtigstes Hilfsmittel, mit der Trail App gesichert. Bis zur Hüfte reichte bereits die Flut und die heftige Strömung hinderte mich die Schritte und die Stöcker kontrolliert zu setzen. Wie machen das bloß die Frauen, die etwas kleiner und nicht so kräftig sind? Ich ziehe den Hut. Erleichtert kletterte ich die Böschung hinauf und konnte den Weg, nun mit nasser Hose und Slip fortsetzen. Noch 15 Kilometer und in 3 Stunden zur Hütte könnte ich an der Hütte sein. Aber der Trail schreibt seine eigenen Gesetze. Die Flüsse verhindern ein entsprechendes Weiterlaufen im Tal. Ständig musste ich bergauf und bergab laufen, oder der Weg war einfach weggespült worden, so dass mein Zeitplan kaum zu realisieren war. Ich hatte gerade eine Strecke mit mannshohen stacheligen Büschen verlassen und betrachtete bedenklich meine zerstochenen Beine, als sich der Regen zurück meldete. Nur noch 10 km bergauf ☹️. Es war mittlerweile 16:45 Uhr und beschloss mein Zelt direkt an einer Brücke anm Highway zum Arthur Pass aufzuschlagen. Ich könnte ja morgen die 20 km von hier zum Pass hitschen. Drei junge Hiker ner die Brücke und erzählten mir, dass sie 3 Tage im Christchurch waren um nun wieder auf den Trail zurückzukehren. Die Vorstellung das gleiche zu tun gefiel mir so sehr, dass ich festlegte, morgen früh nach Christchurch zu hitschen und die Beine mal wieder baumeln zu lassen😊☀️. Dr Tag war hochinteressant und erforderte außergewöhnliche Mut und kein Zögern von mir 👍☀️. Ich muss mich auch mal selber loben💪. Gute Nacht 🐻

beginnt ein normaler Tag ?
mein Lieblingstal
märchenhaft und schlammig
hie müssen die Geister wohnen
Wasser ist kein Problem
bis zum Ende muss ich
mehr als hinein fallen geht nicht 😊
das Ziel fest im Auge
sieht harmlos aus 😊
Ende des Tages

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