02.02 die nächsten Etappen

wach war ich schon lange, da mir das eventuelle Geschehen von heute durch den Kopf ging und ich eigentlich keine Eile hatte auf den Trail zu kommen. Leider fing es kurz vor 06:00 Uhr etwas an zu nieseln und dachte, schnell alles noch halbwegs zusammenpacken und ab wie ein Landstreicher auf die Straße😊. Als ich 07:00 Uhr auf der Straße stand, war die kleine Stadt noch im Tiefschlaf, nichts rührendes passierte und ich huschte in die kleine Bäckerei zum Kaffee ein. Das dürfte doch ein guter Start für den ungewissen Tag sein. Der Einzige auf der Straße war ich und der Regen war mein Begleiter. Unter einem großen Baum fand ich etwas Schutz, anstatt einen Hitsch zum Startpunkt ‚Boyle to Arthur Pass‘☹️. Von den drei vorbeifahrenden Autos hielt eine ältere Camperin spontan an und wollte mir helfen. Da wir aber unterschiedlicher Ansicht waren, wo Osten und West ist, zog ich es lieber vor auf das nächste Auto zu warten. 5 Minuten später hielt ein Mann an und ich hievte mich mit all meinen Krempel in das schöne Auto. Na, wer hielt an? , ein Franzose😊. Er , 44 Jahre,Elektroingenieur mit eigener Firma macht seit einigen Jahren für 5 Wochen alleine auf Neuseeland Urlaub, um seine große Leidenschaft, dem flying fisching nachzugehen. Hier würden dafür die besten Plätze auf der ganzen Welt sein. Unser Fahrt war sehr kurzweilig und interessant, obwohl sie 1 Stunde dauerte. Leider hatte der Regen zugenommen und das Wetter verkündete einen hässlichen Tag. Ich stieg am genannten Punkt aus und machte somit für drei Heiker Platz die in die Stadt hitchen wollten. Ich hätte noch einige Kilometer mitfahren können, aber das wäre zu eng geworden. So lief ich bei Regen, zwar mit Regencape los, war aber nach 5 min bereits durchweicht. Die neuen Schuhe wirkten auf der Straße wie Siebenmeilenstiefel 👍. Trotz schweren Rucksacks war ich in 2 Stunden 12,3 km gelaufen, als ich feststellte, dass ich am richtigen Einstieg vorbei gelaufen bin. Ein Auto hielt einfach an und der Fahrer half mir bei der Orientierung. Gottseidank musste ich nur einige Meter zurück und ins unbekannte Gelände hineinspringen. Der Weg war sehr gut präsentiert und meine gute Laune konnte auch nicht vom Dauerregen gebremst werden. Nur die Sicht war zum piepen. Nun war ich wieder direkt auf dem TA. Kaum andere Hiker begegnete ich, und wenn, dann machte es mir beim Überholen immer große Freude deren erschrockene Gesichter zu sehen. Obwohl ich erst 10:00 Uhr auf den Trail springen konnte, schaffte ich es nach 33 km in die Hope Kiwi Lodge einzutreten. Einige Hiker hatten bereits den Ofen angeworfen, welcher eine behagliche Wärme ausstrahlte. Die nassen Klamotten wurden zum trocknen aufgehangen und eine köstliche Suppe zubereitet. Hier traf ich auf den Schweizer Martin, von den ich bereits gehört hatte. Er sah wirklich wie Jesus aus und war mit seinen 39 Jahren bereits berufsunfähig ( hat da irgendwie etwas gedeichselt)und tingelt einfach durch die Welt. Läuft auch mal gern den Weg barfuß. Gegen Abend hörte der Regen mal kurz auf und ließ die Sonne ein paar Minuten auf das schöne Fleckchen Erde scheinen. Die dadurch einzigartige entstehende Kombination von Sonne, Licht, Landschaft und Feuchtigkeit projizierte einen super Regenbogen 🌈 vor dem Berg , der als Hintergrund diente. Wir waren alle in dessen Bann gezogen. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich so nah einen kompletten Regenbogen gesehen zu haben. Er war nur ein Steinwurf entfernt, zum greifen nah. Für die Nacht war weiterhin Regen und in den höheren Lagen Schnee angesagt. Und das im Sommer. Mit mir sehr zufrieden huschten ich in mein Schlafsack. Die Südinsel ist bis dato eine tolle Wanderidylle. Gute Nacht 🐻

es geht los Bylo to Arthur Pass
ohne Worte
12.3 km Straße ☹️
muss ich den Fluss durchqueren?
eine Hut ( Hütte)
der Regen füllt den Fluss auf😊
diese Hängebrücken hasse ich
nur noch Matschwege
einmalig und beeindruckend genial
der heutige Weg

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