28.01 brutale Auf – und Abstiege

mit dem Einschlafen funktioniert es überhaupt nicht, bis Mitternacht liege ich im Zelt und der Schlaf will mich einfach nicht beherrschen. Irgendwie ist immer etwas im Busch😊. Der Zeltplatz war gestern Abend total überfüllt, hatte aber noch ein kleines Stückchen Land für mich okkupiert. Zum Frühstück gab es Tortellino mit Nutella, hmm 🤨. Ausnahmsweise führte der Weg gleich zu Beginn steil Bergab und somit gute Einstimmung für die Knie und Oberschenkel. Das war es dann auch. Der nächste Abschnitt entschädigte aber aufs Erste, denn der führte immer entlang eines kleineren kühlen Flusses, den ich ständig hin und her überqueren musste. Dabei war schon etwas Akrobatik gefordert um nicht jedes Mal von den Steinen abzurutschen oder sogar im kühlen Wasser zu landen. Ich schaffte es per trockene Schuhe 😊. Andere hatten nicht so viel Glück 🍀.Drei km später zeige der Pfeil nur noch nach oben. Auf dem Weg nach oben versuchte ich nicht stehen zu bleiben, da sonst der Rhythmus verloren geht. Bei diesem unfreundlichen Untergrund war es besser nicht in der Weltgeschichte herumzuschauen, sondern die Augen stehst auf den Boden zu richten. Irgendwann verließ ich die Baumgrenze und konnte zumindest einige Kilometer über halbwegs passable, aber sehr windanfällige Höhenwege laufen. Das wurde endlich mit tollen Landschaftsbildern gewürdigt. Lange wurde ich gezwungen über einen Grad zu klettern, welcher mit Vorsicht zu bewältigen galt. Plötzlich hörte ich in der Ferne einige Freudenschreie, konnte aber diese niemanden zuordnen. Nur noch eine kleinen Klettersteig und ich sah diese Gestalt gemütlich auf einem Fels liegen. Es war Andy aus der Schweiz🇨🇭50 Jahre und hatte vor einem halben Jahr einfach seinen Job in der Financebranche gekündigt. Lustiger Typ. Gemeinsam stiegen wir die sehr brutalen 800 Meter ab. Da er recht schnell war, dachte ich, mit ihm kann ich gut zusammen laufen. Nach nur fast 23 zerstörerischen Kilometern kamen wir an der Old Man Hut, wie treffend 😊 wohlbehalten an. Zum Abendessen gab es mal Tortillas mit Käse und Wurst, Riegel und Gummibärchen 👍. Nun wollte ich mich nur noch erholen, stand doch morgen nochmals ein solch brutaler Marsch bevor. Ich fühle mich auf alle Fälle sehr stabil, obwohl ich mich intensiver motivieren muss als auf den letzten Trails. Gute Nacht 🐻

es sieht nicht nach Aufgeben aus, oder?
diese Wege mag ich
meine Hütte 😊
Andy aus der Schweiz
Pause vor dem Abstieg

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