06:00 Uhr beendeten wir die Nacht, um die letzten Vorbereitungen für das Schiff und den Südtrail zu treffen. Bevor das Schiff pünktlich 08:00 Uhr in Richtung Queen Charlotte Trail ablegte, konnte ich den Duft der Bäckerei nicht widerstehen und im Handumdrehen befand sich ein großes frisches Baguette in meinem Rucksack 👀. Der Morgen war einfach zu perfekt und ich spürte eine Aufbruchsstimmung in mir. Schon der sinnliche Anblick vom Schiff auf die Landungsbrücke und auf das durch die Äste gebildete Eingangstor zum Trail war traumhaft filmreif. Bis jetzt kam ich überhaupt nicht in den Trailmodus und konnte keine psychische und physische Bindung zum Te Araroa herstellen. Ich war mir die ersten Wochen nicht sicher, ob der Trail zu mir passt. Von Demotivation, schlechte Laune, fehlende Fitness, die Leiste könnte ja wieder brechen und kränkliche Symptome ließ in meinem Kopf einen Abbruch des Abenteurers in Erwägung ziehen. Ausreden für dieses für mich untypische Verhalten, suchte ich mit fadenscheinigen Argumenten wie: mein linker Knöchel ist ja so abgenutzt und die Sehne war ja angerissen das jedes Auftreten schmerzte, oder mit der aggressiven Sonne komme ich nicht zurecht, oder die Magen Darm Probleme haben mich zur Aufgabe gezwungen☹️. Ich habe doch den Trail Roberto und Uwe unter dem Motto niemals aufgeben gewidmet und jetzt wollte ich so sang und klanglos aufgeben! Nein, dass geht nicht. Diese komischen Gedanken waren mit dem Betreten des Trails wie weggeblasen. Ich kam mir heute vor, als ob ich einen neuen Trail beginnen würde. 09:30 Uhr stapfte ich, wie gewohnt mit festen und flüssigen Schritten den wunderschönen Queen Charlotte Trail (der TA verläuft auf diesem Weg) entlang. Die Sicht war so romantisch geprägt, da der Weg beidseitig hin zum offenen Meer, mit seinen teilweise türkis schimmernden Wellen, meine Blicke regelrecht anzogen. Mittlerweile lief ich die Kilometer alleine, wie ich es ja gewohnt bin. Nach 20 km rief mich eine Lodge zum Essen ein, dem ich unwiderstehlich nachkam. Und ich kann euch sagen, hier habe ich den größten, besten und teuersten Burger bis dato auf Neuseeland in mich hineingeschoben. Einfach klasse😊. So konnte ich mir auch das Abendessen sparen. Ohne wirksamen Kräfteverschleiss setzte ich den Weg fort, was mich natürlich innerlich weiter aufbaute. Ab und zu erschien auf dem Trail einige Vögel 🐦 bzw., die hier weit verbreiteten wilden Ziegen. Das lauteste und stimmungsvollste Orchester besetzten zig tausende Grillen und Grasshopper. Die erzeugte Musik betäubte regelrecht meine Ohren. Späten Nachmittag ließ das Konzert nach. Nach 43 km beendete ich sehr zufrieden den 1 Tag auf einem „ neuen Trail „. Der Campingplatz war sehr gut ausgebaut und hatte auch frisches Wasser. Für den morgigen Abschnitt muss ich dann 30 km laufen um frisches Wasser zu bekommen. Gute Nacht 🐻












