gestern Abend hatte ich mich noch mit Tarzan ( Hiker aus Dänemark) über die nächste Tage ausgetauscht. Er meinte, dass er ab morgen eine fünftägige Kanutour auf dem Whanganui River gebucht hätte, was mich gleichfalls interessierte, nur hatte ich keine Ahnung wie ich das Permit dazu buchen musste. Kurzerhand erledigte er es für mich und die nächsten Tage waren geplant👍. Das größere Problem lag nun darin, für die nächsten fünf Tage noch Essen einzukaufen. Für zwei Tage hätte ich noch irgendetwas zwischen die Zähne. Doof war nur, das ich erst noch mit Joel lecker beim Thai Essen war und danach war der Supermarkt geschlossen. 6:45 Uhr war Abfahrt zur Kanustation und 07:00 machte der Supermarkt wieder auf. Also müsste doch klappen? 6:30 Uhr standen wir abfahrbereit vorm Hotel. Den Fahrer erzählte ich, dass ich noch keine ausreichend Proviant einkaufen konnte und er versprach mich nach dem Briefing zur Tour nochmals zurück zum Supermarkt zufahren. Nach der Einweisung des Ablaufs wurde ich dann zum Einkaufen gefahren. Bisschen doof kam ich mir dabei schon vor. Mit dem Van ging es dann 90 min bis zum Einstieg und alle Bootbesatzungen verstauten ihr Hab und Gut in große wasserdichte Fässer, banden diese fest und los ging die wilde Kanufahrt 😊. Ich durfte das Boot mit Lukas, einen 27 igen Bayern, welcher noch vor dem Trail 6 Monate als Elektriker in Australien gearbeitet hatte, teilen. Ich war auf die nächste fünf Tage mit ihm gespannt. Ich setze mich auf den vorderen Sitz und er sollte das Steuer übernehmen. Nach einer Proberunde war mir klar, dass wir so noch ankommen würden. Also tauschen wir die Plätze, was mir gefiel und altersbedingt auch zustand. Vier befreundete Boote stachen nun in den River 😊. Wir ließen sicherheitshalber die anderen Boote vor, da wir eigentlich keinen Plan hatten, wann wir auf welchem Campingplatz sein müssten. Wir überholten die anderen Boote, ließen uns wieder zurückfallen, bis wir feststellten, dass wir weit die Letzten waren. Irgendwann mussten wir die Boote wieder einholen, bzw sehen, wenn sie am abendlichen Campingplatz vor Anker lagen. Das Wasser des River war farblich mittelbraun und besaß eine flotte Strömung, ab und zu durch Stromschnelle durchzogen, die einem das Navigieren etwas schwieriger machten , mit den Folgen das wir uns des öfteren Wasser ins Boot holten, oder nicht sichtbare große Steine rammte bzw. Beides ☹️. Zum Kentern reichte es allerdings nie👍. Links und rechts stiegen die Ufer felsenmässig in die Höhe und ließen ein schnelles und sicheres aussteigen nicht zu. Nach 4 Stunden entdeckten wir viel zu spät die Einfahrt zum Campingplatz und schafften auf Grund der starken Strömung nicht mehr zurückkehren. Na gut, dann fahren wir eben weiter. Hoffentlich machten sich die anderen Crows keine Sorgen. Erst nach weiteren 2,5 Stunden gelang es uns an einen Anlegepunkt zu landen und da die Nacht zu verbringen. Wir versanken in unsere Zelte und ließen uns auch nicht von den nächtlichen Umtrieben der Opossums ablenken. Wir warteten am Morgen noch eine Stunde am Anleger, um auf die anderen Teilnehmer zu warten. Wir waren ja nun die Ersten. Der Wasserspiegel hatte sich über Nacht stark gesenkt und verhalf uns zu einem sicheren Einstieg ins Boot. Ich muss sagen, Lukas ist nicht der begnadete Paddler , aber er liess sich nicht hängen. Die Natur zeigt sich wie gestern von einer langweiligen Seite und verursachte sehr emotoinsloses Verhalten in uns. Und wieder verfehlten wir auch an diesem Tag den vorgesehenen Campingplatz und kamen bereits am Nachmittag am Zielort, Pipiriki, des dritten Tages an. Wir nahmen Besitz von einem kleinen Kiosk und plünderten dessen Inhalt. Hier aßen wir den besten Burger seit dem ich auf Neuseeland bin👍. Noch vor dem Zeltaufbau rebellierte mein Magen gefühlt das letzte Mal und war mir nun sicher, dass diese Unstimmigkeiten erledigt sind. Am 18.01 stürmten wir 08:00 ausgeschlafen die braune Brühe und nahmen Cours auf den heutigen Campingplatz, eine kleine Hütte hoch oberhalb des Flusses. Und dieses Mal hatten wir Glück und verfehlten das Ziel nicht. Nun lagen noch 45 km für die nächsten zwei Tage vor uns, waren aber sicher, dies Strecke auch morgen zu knacken und einen Tag eher am Zielort, Wanganui, einzutreffen. Oder doch ganz in Ruhe? Lukas Motivation zeige jeden Tag etwas weiter nach unten und meine reichte gerade mal für mich ☹️. 19.01 konnten wir erst mit zeitlicher Verzögerung auslaufen. Zu einem hatte es nachts geregnet und wir brauchten etwas länger zum verstauen und zum anderen hatten sich Lukas einen Splitter in den Fuß gejagt und bekam diesen nicht zu fassen. Er wollte dann den Fuß in Seifenlauge im Boot baden um ihn am Ziel leichter zu entfernen. Bereits nach einer Stunde auf dem Wasser entschieden wir uns heldenhaft dazu, die Kanuexpedition doch heute zu beenden und legten uns ins Zeug. Die erste Etappe von 24 km paddelten wir in 3 statt 4,5 Stunden durch, um dann die letzten zähen 21 km in 4 Stunden ruhmreich zu meistern ☹️. Weniger glücklich, mehr geschafft landeten wir an der Rampe zum Zeltplatz von Wanganui. Ich ließ zugleich 1 Liter Milch durch meine Kehl hinab fließen, nahm die etwas mit allerlei Düften und Verfärbungen Stofffetzen, unter denen man meine Klamotten der letzten 14 Tage vermutet, warf sie mit der Hoffnung eines Wunders in die Waschmaschine und war daselbst bereit für eine akute hartnäckige Dusche. Von Lukas war nichts mehr zu sehen, er hatte sich in eine Ecke verschanzt um noch tiefer in Depressionen zu verfallen. Ich weiß nicht was mit ihm los war. Meine aufmunterten Worte halfen ihm keinen Zentimeter weiter. Dabei konnte er doch mit der Kanuabenteurer zufrieden sein?☹️. Ich konnte mich mit ihm auf der gesamten Tour prima über politische und wirtschaftliche Probleme unterhalten. Vertraten in der Regel die gleichen Anschauung ( ist ein konservativer Bayer halt und hält wenig vom rot-grünen Geschwafel 👍). Wie es bei mir morgen aussieht, entscheidet sich morgen. Gute Nacht 🐻


















